Erkenntnis

Die einzige Krankheit die ich habe, ist ein gebrochenes Herz.

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Ich brauche dich, ich brauch dich nicht

Auch wenn mein Herz voll ist von Trauer und Schmerzen und Wut, denke ich die ganze Zeit, dass es gut ist, dass ich alleine bin. Dass es mich weiter bringt. Sogar mehr, als wenn da jetzt jemand wäre. Es holt Gefühle ans Tageslicht, an die ich sonst nicht komme. Zu denen ich sonst keinen Kontakt bekommen könnte.

Ich denke an Worte wie ‚Transformation‘ und ‚kalter Entzug‘.

Habe ich mich noch drei Beiträge vorher dazu eingeladen neue Wege zu gehen, Wege auf denen ich niemanden mehr brauche. Auch dazu passen all die Gefühle.

Wenn ich von ‚brauchen‘ spreche, meine ich Abhängigkeit. Das es mir nur gut gehen kann, wenn da jemand ist.

Es ist also gut, dass das mit dem BEW gerade nicht so klappt. Es ist gut, dass gerade keine Therapie läuft. Und es ist vielleicht gut, dass mich eine Erkältung mit ihrer Schwäche dazu bringt Zeit mit mir zu verbringen.

Und gleichzeitig ist da enorm viel Angst und Zweifel, die das von der anderen Seite betrachten.

Es ist überhaupt nicht hilfreich in meinem eigenen Sumpf zu sitzen und zu schmoren. Es ist nicht hilfreich verletzlich und weinerlich durch die Welt zu laufen, nicht mehr belastbar zu sein. Es ist nicht hilfreich die Zeit nur noch mit mir zu verbringen. Es ist nicht hilfreich niemanden zum reden zu haben und alle großen Gefühle nur noch vor mir selbst zu erleben.

Es wäre gut, wenn noch ein Weilchen keiner da ist.

Es wäre gut, wenn bald jemand an meiner Seite wäre, der mich stärkt.

Ich will nicht alleine sein.                           

Ich will alleine sein. Alleine sein bringt mich mir näher und damit nach Hause.

Alleine sein bremst mich aus und erzeugt Handlungshemmnisse.

Ja nur für eine Zeit. Für genau die richtige Zeit. Für die Zeit, in der es besser ist nichts zu tun und mehr zu sein. Die Handlungen kommen wieder. Erinnere dich.

Auch wenn ich alleine bin? War da nicht immer einer, als das Handeln wieder anfing? Da war immer einer und dann konnte ich mich trauen.

Ja. Du hast recht. Handeln und Nicht-Handeln fanden immer statt, wenn da auch einer war. Wir wissen noch nicht wie es sein wird, wenn da keiner da ist. Das wissen wir nicht. Können wir noch nicht wissen, weil es noch nicht da war.

Ist das jetzt die Zeit? Ich habe Angst!

Ich weiß es nicht. Ich habe absolut keine Ahnung!

Der Impuls alles gehen zu lassen ist stärker, als an etwas festzuhalten. Im Augenblick ist das so. Ich weiß nicht wie es wird, wenn beide Personen im BEW nicht passen. Welcher Impuls dann da ist. Dranbleiben und wieder Kontakt mit der Geschäftsleitung aufnehmen oder loslassen. Das können wir nur abwarten, wenn es so weit ist.

Ich habe Angst!!!

Ja

Schmerz lieben

Dieser große Schmerz in meinem Herzen, der unaushaltbar scheint.

Dieses große Leiden und der Hass, die diesen Schmerz zu verdecken versuchen, die Seele verdunkeln, den Geist einengen auf einen stecknagelgroßen Punkt.

Dieses Leiden, dass den Körper verkrampfen lässt, so dass auch dieser schmerzt.

Jeden Tag zurück in die Liebe finden, die Liebe die das alles so sein lassen kann und umfängt. Die Liebe, die die Fürsorge wach hält und alles tut, damit es leichter werden kann.

Heute morgen fand ich sie wieder in ein paar Zeilen des Buches „Wahre Freiheit, von Jack Kornfield.

Etwas konnte sich wieder öffnen. Tränen liefen. Trauer wurde spürbar. Und ich konnte mit dieser Tür zur Liebe das Akupressurklopfen anwenden.

Dabei formten sich folgende Gedanken und Empfindungen, die ich laut an jedem Klopfpunkt aussprach, vier Runden lang.

Ich bin voller Liebe für alles was so schmerzt.

Ich bin voller Liebe für alles was so verdammt weh tut.

Ich bin voller Liebe für all diesen Schmerz der so unaushaltbar scheint. (Hass tauchte auf)

Ich bin voller Liebe für all jenen großen Schmerz. (Im größeren Zusammenhang gesehen – den so viele haben – Weltschmerz)

Nun sitze ich hier mit der Erfahrung, der Schmerz war aushaltbar, obwohl mir meine Gedanken etwas anderes sagen wollten.

Und wo dieser Schmerz vorher alles einnahm, kein Platz für anderes ließ, ist nun Raum entstanden, die Welt drumherum wieder spürbar und in Relation gebracht.

Danke!

Liebe

Oh wow! Berührt mich gerade in einem schönen, schmerzhaften Moment.

Diese Liebe in meinem Herzen, diese große Liebe, größer als ich.

Diese Liebe, der ich so schwer vertrauen kann. An der ich zweifelte.

Sie ergreift mich. Erfüllt mich. Beschenkt mich.

Gießt sich aus in mein verkrampftes Herz.

Ergießt sich liebevoll in meine Augen,

läuft zärtlich über mein Gesicht.

Sagt mir, sie ist da,

sie sorgt für mich.

Sie ist DA.

Mein Herz zittert, schmerzt und krampft in dieser Umarmung.

Doch fühle ich sie ist wahr,

sie ergriff mich in Worten und Angeboten anderer Menschen,

in Momenten der Verzweiflung, Angst und Haltlosigkeit.

Ja.

Liebe.

Du bist da.

Ich gebe mich zu dir hin, soweit es mir möglich ist.

Erlaube mein verkrampftes, verletztes Herz.

Umarme es.

Halte es.

Genau so wie es ist.

Tagebuchnotizen 11.11.-13.11.17

11.11.     Wie eine Therapeutin sein müsste: viel Erfahrung + Ahnung von Trauma und Körperarbeit + großes Herz und Offenheit

Meine Gedanken leiden unter der Vorstellung, dass mir keine Liebe widerfährt, dabei erlebe ich sie jeden Tag. Sich nicht geliebt zu fühlen erzeugt ein riesengroßes Leid und Elend sein. Ich verstehe sie, die Gedanken, zeuge der Vergangenheit. Mir war gar nicht klar, wie schlimm sich das anfühlt, wenn einen keiner liebt. Wie ein Supergau auf geistiger/emotionaler Ebene.

Ich vermisse sie echt arg.

Ich habe das Gefühl, ich kann ohne diese Zuwendung gar nicht leben. Ich verstehe nicht, warum ich mich so fühle. Daran sind Gedanken geknüpft, nicht mehr leben zu wollen. Extreme Gefühlslage.

Krisentelefonat: Zuwendung zu brauchen ist ok, ist menschlich. Zu sehr darauf zu verzichten ist nicht gut. Sehr streng mit mir. Es alleine schaffen zu müssen. Vertretung ist dafür da, um Zuwendung zu geben. Kann dafür genutzt werden. Freundeskreis? Auf andere zugehen. Mich mehr zeigen. Wie kann Zuwendung im Freundeskreis ausgebaut werden? Ich darf es mir erlauben. War dabei in Muster zu rutschen, es mir zu verbieten.

Es wäre schön, wenn ich einen Freundeskreis hätte, der mich ebenso auffangen könnte, wie es das Betreute Wohnen tut. (Vorher noch nie diesen Gedanken gedacht)

12.11.    Erst habe ich nur Hass wahrgenommen, als Druck, Dichte am Hinterkopf links. Dann Hass auf alles und jeden. Daraus wurde Hass auf jemanden, mit Glaubenssatz, dass das ganz schlimm sei, jemanden zu hassen und deshalb nicht liebenswert und verurteilt und große Angst vor dieser Empfindung. Es konnte kaum geglaubt werden, dass es ok ist so zu fühlen. Es gab kaum Zugang dazu, dass es Gründe gibt/gab, die dieses Gefühl ausgelöst haben. Dann wurde Hass auf die Ergo-Frau wahrgenommen, auf eine ausgebremste Art. Als ich nochmal einladend sagte, dass es einen Grund gibt für dieses Gefühl, es damit berechtigt ist, taucht ganz kurz heftiger emotionaler Schmerz auf. Da war mir klar, der Hass versucht die Person, die Ergo-Frau wegzustoßen, damit sie keine Gelegenheit hat, dieser Schmerz erneut auszulösen.

Sie wird auch zukünftig eher rational auf meine emotionale Seite reagieren, also ist weiterer Schmerz sehr wahrscheinlich. Das macht es nachvollziehbar, warum ich mich dort nicht mehr öffnen kann, kein Vertrauen fühle, aufgehoben zu sein. Und ich kann das nicht trennen, nur für den praktischen, tagesstrukturierenden Aspekt dorthin gehen und den emotionalen, Beziehungsaspekt außen vor lassen.

Dann werde ich mich wohl verabschieden.

13.11.    Im Moment sieht es so aus, dass ich die Ergotherapie beenden werden, weil ich den Beziehungskonflikt nicht gelöst bekomme.

Alter Schmerz

So viel Nähe, so viele schöne, kleine Momente gestern, doch mein Herz ist heute Morgen zu und ich kann es nicht fühlen. Stattdessen Schwermut. 

Beim Klopfen (Die kleine Sophie ist trotz des ganzen Schönen schwermütig und das ist ok so) verändert sich das Gefühl von Schwermut. Es ist schwer zu benennen. Ich springe zwischen ‚traurig‘, ‚in Not‘, ’schwer verletzt‘ und dann fühle ich es im Herzen – Schmerz. „Es tut so weh. Diese Nähe tut so weh.“

Es ist alter Schmerz, der gefroren im Herzen liegt und auftaut, wenn neue Nähe ihn berührt.

Stück für Stück, immer wieder, immer dann wenn die Zeit reif ist, löst sich etwas davon und wird fühlbar.

Dieser Schmerz war sehr groß, hat sich nicht durch das Klopfen beruhigt. Ich bin zu Stabilisierungsmaßnahmen gewechselt. Pendelatmung – 3 Atemzüge ins unangenehme Gefühl im Herzen, 3 Atemzüge in den Beckenbereich. Das ganze zweimal und das Weinen beruhigte sich. Dann die Schmetterlingsübung, Arme vor der Brust kreuzend und mit der flachen Hand abwechselnd auf die linke und rechte Schulter geklopft, dabei beruhigend ein Lied für den betroffenen Anteil gesummt. Ist angekommen, noch etwas vibriert und dann angelehnt.

Dann diesen Text geschrieben und noch Rescuetropfen genommen.

Damit habe ich eine Dissoziation weitestgehend vermieden, die sonst so aussah, dass ich noch eine Ewigkeit taub und benebelt im Bett lag.

Ich bin stolz auf mich. Das war ein ziemlich souveräner Umgang mit dieser Situation, die mich früher in Panik versetzt hätte.

Es ist sehr selten geworden, dass ich jemanden anrufe, der mir hilft mich zu beruhigen und zurückzukommen.

Das Üben und die Zeit zeigen Wirkung.