Botschaften der Geistigen Welt

Gibt gerade nicht viele Momente mich zu freuen und das Gute zu sehen und den Sinn in allem zu sehen.

Da kam mir Werbung von Robert Betz im Briefkasten ganz gelegen, um mich an die monatliche Botschaft der Geistigen Welt zu erinnern. Ich kann nicht mit allem etwas anfangen, aber ein paar lindernde, stimmige, aufbauende, mutmachende Informationen und Bilder waren dabei.

Es geht u.a. um den Sinn und das Ausleben von Trauer.

Ein Auszug:

Und es darf diese Morgen geben, an denen ihr denkt: „Jetzt bleibe ich einfach im Bett. Jetzt wühle ich mich ein in meinen Schmerz. Wie konnte es sein, dass dieses vorbei ist? Warum ist dieser Mensch nicht mehr bei mir? Warum bin ich nicht mehr da? Warum habe ich dieses Geld verloren? Warum tut das hier so weh?“ Und diese dürfen sein.

Falls es wen interessiert, die Botschaft für November 2016, gesprochen aus dem Emanuel-Strahl, übermittelt durch Andrea Schirnack.

 

 

Ich brauche nichts und dann brauch ich’s doch

Da ist sie wieder, meine Bedürftigkeit. Und ich habs die Tage gar nicht mitbekommen.

Ihre (Wohnbetreuung) emotionale Distanz, lässt mich wieder Gefühle meiner Kindheit erleben – emotionale Einsamkeit, Schmerz, Gefühlstaubheit, wie Tod sein, Leere, Orientierungslosigkeit, Weltferne und diesmal auch etwas Wut.

Ich möchte sie am liebsten wegstoßen aus meinem Leben, damit ich mich nicht immer wieder so fühlen muss. Damit ich diese klebrige Bedürftigkeit loswerde und diesen Schmerz, der damit einher geht. Dieses Sehnen, wo ich ganz genau weiß, es ist umsonst, es ist alt, es wird nicht befriedigt, es wird nur weh tun.

Ich wechsel damit zwischen Ablehnung und Annahme hin und her.

Ich kann wahrnehmen, dass sie mir geholfen hat, dass ihre Hilfe praktisch sehr hilfreich war und ich dankbar dafür war. Ich verstehe, dass sie emotional so auftritt, wie es ihr möglich ist. Ich verstehe, dass sie nicht geben kann, was ich sehne, weil sie es nicht hat. Ich weiß, dass ich nichts fordern kann, was jemand nicht hat. Ich weiß, dass sie mich mit meinen Gefühlen nicht ablehnt. Ich kann wahrnehmen, dass sie aufgeschlossen und zugewandt ist.

Und trooootzdem… will ich sie schütteln und schütteln und laut anfahren, dass sie doch um Gottes willen mal etwas mitfühlen soll, anteilnehmen soll, betroffen sein soll, für mich sichtbar macht, wie schwer ich es gerade habe. grrrrrr

Ich hab mich echt wieder angezweifelt, weil ich es über sie nicht wahrnehmen konnte. Ist es vielleicht gar nicht schwer? Bilde ich mir das nur ein? Mache ich es selbst schwer? Bin ich schuld? Und diese ganze Tirade.

Ich habe das unterbrochen, wenn es mir aufgefallen ist, weil es nicht wahr ist.

Und ich dachte eigentlich auch, dass ich ihre Bestätigung nicht mehr brauche, weil ich selbst genug für mich da war. Und trotzdem spielte es sich ab, ohne dass mir das bewusst war. Erst jetzt, wo der Stress nachlässt, kommen die Gefühle.

Ich habe das heute meiner Psychiaterin anvertraut und gefragt, ob ich das immer und immer wieder so fühlen werde. Sie meint, wenn ich nach und nach meine unbewussten Erwartungen (emotionale Bestätigung/Versicherung) erkenne, nicht. Kein Wort von Emotionen, die da alle dran hängen und das man die durchleben muss usw. usf… Sie ist aber auch eine Kandidatin für die neutrale, nicht-betroffene Sichtweise.

Mir ist das noch ein Rätsel, wie das funktionieren soll, mit einem Menschen enger zusammen zu arbeiten/leben/sein und trotzdem ein Bedürfnis (oder mehrere) nicht befriedigt wird (werden), gut zusammen sein zu können, ohne das es immer wieder weh tut.

Mein Umgang ist momentan Abstand nehmen. Zeit und Raum, um das alles zu fühlen, ohne erneute Konfrontation. Es wird sich beruhigen und dann fühl ich mich im Kontakt auch wieder wohler oder werde wahrscheinlich kein Bedürfnis mehr haben, sie zu schütteln. 🙂 Aber wer weiß. Vielleicht kommt auch bald eine unmittelbare Konfrontation. 😉

Körperarbeit – Liebe und Schmerz

Ich möchte Auszüge eines E-Mail-Austausches aus den letzten Tagen teilen. Der hat sich aus einem Moment ergeben, wo ich von meinen Gefühlen und Empfindungen überfordert war und deshalb Kontakt gesucht habe.

Das war dann so ein instabiler Moment, wie im Beitrag „Wiedererleben und Stabilisierung“ erwähnt, wo meine eigenen Werkzeuge ’scheinbar‘ nicht mehr ausreichten, um mich zu fangen/halten.

Den Menschen den ich kontaktierte, kenne ich seit 2009 im Rahmen von Körperarbeit, in sehr unregelmäßigen Abständen (alle zwei Wochen, bis teilweise bis zu einem Jahr Pause), mit einer enormen Entwicklung. Wir hatten 4 Tage vorher einen Termin gehabt, in dem das Gefühl gehalten-zu-sein Raum finden konnte.

Ich:

Liebe …,
ich fühle mich nicht gut die Tage. Nach unserer Arbeit, an dem Tag hab ich mich noch sehr warm, angenehm eingehüllt gefühlt. Das muss mein Suchtgedächnis voll aktiviert haben, weil ich zu Hause nichts anderes wollte, als nie wieder aus diesem Zustand aufzuwachen und Beruhigungsmittel genommen habe, um mich sofort ins Bett legen zu können.
Klar, war ich dann am nächsten Tag ziemlich matschig und habe bis 14 Uhr im Bett verbracht.
Gestern Morgen habe ich dann gefühlt, nicht mehr in der Welt sein zu wollen, hier kein zu Hause zu fühlen. Sehr verzweifelt. Hat mich sehr betroffen, trotzdem Abstand, weil ich diese Gefühle schon kenne.
Und heute Morgen wird es schwieriger. Deshalb schreibe ich dir auch.
Ich fühle mich sehr fremd in dieser Welt die Tage. Alles Bekannte, Vertraute scheint weg zu sein oder ich nicht mehr hineinzukommen. Ich habe Angst. Gestern war eine Freundin da. Ich fühlte mich auch dort fremd in der Nähe. Außerhalb davon. Ich weiß gerade nicht wer ich bin. Ich fühle mich nicht, meine Haltungen, Werte, Aufgaben.
Ich habe Angst in nichts mehr hineinzufinden, alleine, orientierungslos und fremd zu bleiben. Ich habe Angst mich immer falsch zu fühlen, an Orten, unter Menschen, in diesem Leben. Ich fühle Angst, verloren zu gehen, keinen Halt mehr zu finden.
Ich kann heute schwerer mich erinnern und glauben, dass das eine Phase ist, die vorbei gehen wird. Ich habe das starke Gefühl, dass es danach nicht ins Bekannte zurück geht. Ich habe das Gefühl, alle Kontakte die ich habe zu verlieren.
Meine inneren Helfer haben mich schon darauf gebracht, heute Dinge zu tun, die mir sehr vertraut sind. Z.b. in den Wald hier gehen. Ich hoffe inbrünstig, dass der sich nicht auch fremd anfühlt.
Ich, ne Stunde später :):
Ich noch mal. 🙂
Was für ein hin und her. Eine Stunde später, nachdem ich mich aus meiner Starre geklopft habe und duschen war, ist es jetzt ganz anders.
Ich fühle wieder etwas von Vertrauen und einer Sicherheit, dass alles gut ist. 🙂
Also es wird wohl weitergehen und gut gehen.
Sie:

Es scheint, dass vertraute Dinge tun, Vertrauen in das Selbst wieder herstellen können.

Möglicherweise wurde während unserer Arbeit eine neue Saite angeschlagen, die aber noch mit „alten“ Gefühlen verknüpft ist.
Ich will es so erklären: sich warm und angenehm eingehüllt zu fühlen ist an sich ein schöner, menschlicher Zustand den wir eigentlich erstreben und uns ersehnen.
Dies kann aber auch mit Schutzlosigkeit und Schwäche (wenn ich mich entspanne und warm fühle, fahren meine Schutzschilde herunter und ich bin angreifbar),
Suchtgedanken (da will ich nie mehr weg, weil ich Angst habe nie mehr in diesen schönen Zustand zu kommen)
Langeweile (ich bin so auf Adrenalin, dass ich alles unter diesem Hormonlevel als öde empfinde) uvm. verbunden werden.

Ein Lehrer von mir sprach einmal im Unterricht über Glaubenssätze. Ein oft gelebter Glaubenssatz ist zum Beispiel: „Liebe muss weh tun. Wenn es kein Drama gibt, dann kann es keine echte Liebe sein“. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Liebe und Schmerz sind oft so untrennbar miteinander verknüpft, dass man Liebe ohne Schmerz als öde und langweilig oder gar nicht empfindet. Wie gelingt es und das Gefühl der Liebe davon zu trennen und es als das wahrzunehmen, was es eigentlich ist? Eine universelle Kraft, die alles zusammenhält. Unter anderem.

Du kannst den Weg des Vertrauens gehen, auch wenn er sich manchmal noch schwankend und unsicher anfühlt!
Und ich vertraue deinem inneren Helfer / Heiler! Absolut!

Ich:

mit diesem satz kann ich sehr gut etwas anfangen:

“Möglicherweise wurde während unserer Arbeit eine neue Saite angeschlagen, die aber noch mit „alten“ Gefühlen verknüpft ist.”

das habe ich später auch gedacht, ob das einfach wieder die gefühlslage von damals war. das ist mir schon öfters aufgefallen, dass neue gefühle, besonders wenn sie sehr neu sind, nochmal ganz stark die alten gefühle hervor holen. ging mir ja bei der wut auch so. danach hatte ich diese heftige angst in mir drin. und neulich, als ich verstärkt für hilfe und unterstützung gesorgt habe, ging es mir besonders elend, weil ich unterstützung doch nicht verdient habe. usw. usf.

und da ich ja immer was neues mache, neues erlebe, mich für neue räume öffne, fühle ich mich also auch sehr oft scheiße. da muss ich gerade drüber lachen, weil es so plausibel ist.

an dem abend erreichte es noch seinen zenit. der selbstverletzungsimpuls war enorm, wie schon lange nicht mehr. und es ist interessant, was du über die liebe und den schmerz schreibst, weil ich da so lag und sehr weinte und mich so unglaublich nach gehalten-sein, berührt werden, in den arm genommen werden sehnte, so dass es schmerzte + eben das verbot (selbstverletzung), solche bedürfnisse nicht haben zu dürfen und gleichzeitig habe ich aber gefühlt, dass ich dieses gefühl, berührt und gehalten zu sein in mir selbst wahrnehmen konnte. das war schon recht paradox, als ich erkannte, es ist ja da. ich brauche mich ‘nur’ für die wahrnehmung zu öffnen, sie zuzulassen. der schmerz war eigentlich nicht nötig, aber trotz der erkenntnis da.

vielleicht muss mein geist-körper-seele-system erst einmal die neuen gefühle, die da erfahren wurden realisieren und einbauen.

 

Rückkehr zum Neuen

Ich habe mich gestern für Lehrer geöffnet. Ich habe gespürt, dass ich Hilfe bei der Rückkehr zu meiner Neuausrichtung brauche.

Heute Morgen hatte ich das übermächtige Bedürfnis nach eine Fernreikibehandlung. Ich habe es ernst genommen und sofort per Handy, vom Bett aus, angefragt, mit der inneren Beschwichtigung, dass finanziell dafür gesorgt werden wird, wenn ich den Wunsch so stark spüre.

Überraschender Weise war die Behandlung sofort möglich, so dass ich sie, noch im Bett liegend empfangen konnte. Es griff wunderbar ineinander.

Es löste sich ein großes Weinen. Ich fühlte meine eigene starke Belastung, meinen Wunsch es wieder leichter haben zu wollen. Ich erkannte meine eigenen großen Erwartungen und Forderungen an mich. Ich will so viel von mir und es zeichnet sich ab, dass mein Wollen vielleicht nicht zu erreichen ist. Autsch!

Dann entstand noch ein Schreibaustausch, der mir wieder Kraft gegeben hat und mich zurückgeführt hat, in meine verlorene Haltung, dass mit mir, egal was ist, wie es ist, was passiert, wie ich mich verhalte, wie ich fühle, richtig bin.

Ich bin richtig in dieser Welt, so wie ich bin! Und ich mache es richtig, so wie ich es mache!

Den Austausch möchte ich euch zur Verfügung stellen, weil ich glaube, dass diese Worte universell sind.

„Ich will so viel von mir und es kommt mir immer so wenig vor.

Du kannst nur tun was möglich ist und zu sehen, dass manches nicht geht, das kann sehr schmerzhaft sein. In solchen Situationen liebevoll für sich selbst zu sein, die Trauer und den Schmerz zu fühlen.

Jaaaa, das schmerzt. Stimmt.

Das ist immer wieder eine Herausforderung. Sei so gut wie möglich liebevoll für dich selbst da.
Ja wenn die Dinge nicht so laufen wie wir wollen, dann schmerzt es. Wir reagieren mit Wut oder Trauer oder Ohnmacht. Und all diese Gefühle dürfen da sein, sie gehören zum Leben dazu. Manchmal können wir das durchfühlen und dann kommen wir an den Punkt an dem wir aufgeben oder auch ja sagen können. Und dann können wir das was ist annehmen und dann kommt etwas ins fließen und wir bekommen neue Kraft und wir können wieder neu ja zum Leben sagen.
Das ist eine große Arbeit die du da immer wieder machst. Alle Achtung dafür!

Und das ist echt bei jedem so, also jeder fühlt so und es ist ganz normal?

Es gibt sicherlich Menschen, die das sehr intensiv erleben und die sind da ganz speziell gefordert und können dadurch sehr viel Selbstliebe lernen.
Die Erfahrung, dass nicht immer alles so läuft wie wir wollen und die Reaktion von, sich anstrengen und aufgeben, wütend sein, Ohnmacht zu spüren, die ist, glaube ich normal.
Viele Menschen drücken das auch weg, weil sie es nicht fühlen wollen oder weil sie es nicht gelernt haben zu fühlen. Aber gut geht es ihnen damit oft auch nicht.

Wow! Ich reagiere also ganz normal und bin nicht komisch, wenn ich so fühle.
Das bedeutet mir viel, was du gerade schreibst.

Dein Leben führt dich und du kannst dich ihm nur hingeben und es so leben, wie es für dich geht.
Jeder Mensch ist ganz einzigartig und du darfst so sein, wie du bist.
Und du darfst dich so lieben wie du bist.
Wir dürfen Alle Gefühle leben und annehmen, die Angenehmen und die Unangenehmen, alles gehört dazu.
Und Du darfst einfach sein, wie du bist.
Einzigartig und liebenswert.
Manchmal glücklich und manchmal tot unglücklich, wütend, ohnmächtig, vertagt und mutig und kraftvoll, traurig und kraftlos. Lebendig.
🙂
Du darfst es fühlen und du darfst für dich da sein. Liebevoll.“

Wenn du mir weh tust, vertraue ich dir nicht mehr

Es gibt diesen Satz in mir: Wenn ich dir vertraue und du mir dann weh tust, kann ich dir nicht mehr vertrauen.

Dieser Satz war in meiner Kindheit sehr wichtig. Es war wichtig, dass ich ihn gelernt habe. Es war wichtig, dass ich meiner Familie nicht mehr vertraut habe, um mich vor Schmerzen zu schützen.

OH, wie traurig ist das denn. L Es ist okay, darüber zu weinen. Viel habe ich da auf mich genommen, was in diesem Moment gefühlt werden kann/ darf.

Auslöser war der Termin gestern bei der Heilpraktikerin. Diesmal hat die Spritze zur Blutentnahme sehr weh getan. Das hat ausgereicht, um alte Erfahrungen zu aktivieren. Ich fing an zu Schwitzen und mein Körper kribbelte, mein ganzes Körperfeld war am wirbeln. Das Gefühl von Angst hatte ich nur ganz kurz am Anfang, als die Nadel schon saß.

Das Blut sollte als nächstes wieder über das Gesäß zurück gespritzt werden.

Ich erfahre diese Frau als so aufgeschlossen, allem gegenüber, so dass ich gut mitteilen konnte, dass was nicht stimmt und ich erst einmal wieder aufstehen muss, um das Gefühl von Kontrolle zurück zu bekommen. Unbewusst habe ich damit wieder gegen die Angst angekämpft. Ich wollte, dass es aufhört, sich beruhigt, damit wir das zu Ende bringen können. Das Kribbeln ebbte ab. Trotz Restanspannung, die ich ignorierte, sagte ich okay, wie könnten weiter machen.

Ich legte mich auf die Seite, mit dem Rücken zu ihr. Sie setzte die Spritze an und ich hatte das Gefühl, ich muss laut losschreien. Es war absolut unmöglich, diesen Stich zuzulassen. Eine dicke Wand stellte sich dazwischen. Wir brachen das Ganze ab und ich musste dieses unangenehme Gefühl aushalten, irgendwie nicht normal zu sein.

Der Anteil mit Unverständnis war vorne. Was das denn solle. Sei doch nur ein Piecks. Haben wir doch schon oft gemacht. Wie peinlich. Kann doch nicht sein, dass wir jetzt deswegen die ganze Behandlung abbrechen müssen. Wenn das bei einem richtigen Arzt passiert wäre. Wie soll das denn in der Zukunft laufen, wenn ich so zimperlich reagiere.

Erst heute Morgen fand ich den Weg zurück in Offenheit und Anerkennung für dieses Fühlen. Auch Erstaunen. Sooo sensibel bin ich? Krass! Soviel Angst habe ich? Krass!

Ich hätte Frau S. gerne da gehabt, damit sie mir sagen kann, wie ich jetzt damit umgehen soll. Wie soll ich mich verhalten? Keine Spritzen mehr? Was brauche ich? Wie muss es sein?

Daraus entwickelte sich über den Tag ein Gefühl für die Ursache. Viele abgespeicherte Schmerzen in meinem Körper, für die nie jemand da war. Ich hatte Phantomschmerzen in meinem Gesäß und das Gefühl, da hängen noch die Spritzen von den Heilpraktiker-Besuchen 2012 drin. Da wurde Vitamin B12 gespritzt und die Dritte hat so derbe scheiße weh getan. Heute weiß ich, dass er einen Nerv getroffen hat, was sich im Muskel nicht immer vermeiden lässt. Ich glaube, ich kapsle Schmerzen von meinem Körperbewusstsein ab, isoliere sie. Und dann hängen sie da an Ort und Stelle fest.

Orrrg, ich spüre sie gerade wieder, während ich das Schreibe und musste heute Morgen ganz doll weinen, als ich mir die Hände dort auflegte und bei den Wahrnehmungen blieb, sie zuließ. Hach, das Becken ist aber auch eine extrem empfindliche Gegend, finde ich.

Es zeigte sich dann der innere Satz von oben, denn ich korrigieren konnte. Ich kann der Heilpraktikerin immer noch vertrauen. Sie will mir nicht weh tun und ist offen für Wege des Ausprobierens. Ihr tat es auch sehr leid. Wir wollten ja eigentlich Stress abbauen und keinen Neuen erzeugen.

Die Wirklichkeit ist also diese: Spritzen können über einen begrenzten Zeitraum weh tun, tun es aber meistens nicht. Die Heilpraktikerin wollte mir nicht weh tun. Ich habe Angst vor Spritzen und Schmerzen und das darf sein/stattfinden. Ich hatte früher keinen Halt bei Schmerzen, kann aber heute versuchen mir welchen zu geben.

Ich habe mir überlegt, mein Schutz-Tuch mitzunehmen und mir das fest um die Hüfte zu wickeln, dass ich einen Halt spüre. Und was mir jetzt noch einfällt, ist, dass ich mit ihr abspreche, sofort zu sagen, wenn dieser krasse Nerv-getroffen-Schmerz kommt, weil dann kann man bestimmt die Spritze auch sofort wieder raus ziehen.

Darf man das? Darum bitten, dass die Spritze sofort wieder raus gezogen wird? Keine Schmerzen aushalten müssen? Der Gedanke ist gerade so dermaßen neu, dass ich nicht weiß, ob der überhaupt okay ist.

Ich frage doch tatsächlich, ob es okay ist, Schmerzen nicht aushalten zu müssen, wenn es möglich ist, sie zu beenden. Krass, oder?

devotional song of the day…

Du bist all mein Schmerz. Ein Schmerz der Wirklichkeit werden will.
Du bist all meine Sehnsucht.
Du bist die Lösung für alles.
Du bist das Ankommen.
Du bist alles was ich bin und je sein kann.

Du bist alles und ich kann nicht zu Dir.
Ich will mich an Dir verschenken.
Ich will mich versenken.
Ich will in Dich versinken.
Will alles loslassen, was mich hält – und kann es nicht.

Du bist all mein Schmerz.

Und ich kann dieses Lied noch zehntausend mal hören, kann endlos weinen und komme Dir keinen Schritt näher und bin Dir näher als ich es jemals war.

Danke!

Das Hier

Meine Fresse, bin ich neben der Spur.

Natürlich innerlich. Äußerlich sieht man starke Erschöpfung.

Gehe nicht zum Zuverdienst. Alle Energie wird für DAS HIER gebraucht, mehr schaffe ich nicht.

Übermorgen ist der Abschiedstermin. Wir haben eben noch mal telefoniert, weil ich chaotisch und überfordert geworden bin. Wie nimmt man Abschied?

Wir werden vielleicht was gemeinsam spielen. (Voll albern.) Ich will es irgendwie schön haben und nicht so unmittelbar. Spiele machen mir Spaß. Immer wenn ich dahin denke, muss ich weinen. Verständlich.

Ich will es ganz, ganz schön haben. Es soll nicht betrübt und schwer sein.

Wollte Blumen auf den Tisch stellen und eine Kerze und einen Kuchen backen. Wird mir aber alles zu viel, zu anstrengend, auch emotional, mich damit zu beschäftigen.

Ich werde es auf mich zukommen lassen und sehen, was an dem Tag möglich ist, was ich aushalte und was eh unbewusst an Gefühle abgetrennt wird.

Ich habe Angst etwas falsch zu machen. Erwartungen nicht zu erfüllen. Was ist, wenn alle Gefühle abgeschnitten sind und ich gar nichts mehr dazu sagen kann und die Gelegenheit verpasse, endgültig?

Wir konnten Befürchtungen durch das Telefonat abgeben. Alles ist okay, so wie es dann kommt. Und später kann ich immer noch reagieren, per Post oder Besuch in der Geschäftsstelle.

Ich habe auch Angst vor dem Schmerz, dass er sich dort zeigt und gesehen wird, ich entgleise.

Tja, da kann ich allerdings nicht so viel machen, außer auch das auf mich zukommen zu lassen.

Ich versuche gerade zu kochen. Spüre ständige Wechsel in mir, weg zu sein und dann wieder da zu sein, ein Selbstgefühl zu haben und wieder keines zu haben, zeitlich orientiert zu sein und dann wieder nicht.

Gehalten sein

Ich bin traurig. Sehr, sehr. Sie fehlen mir.

Schwermut ist mal mehr, mal weniger mein täglicher Begleiter. Heute musste ich meinen Schmerz begrenzen, ihn abgeben, bei dem Versuch, ihn ganz zu empfangen. Umso mehr ich zuließ, umso größer wurde er. Zu groß. Ich konnte ihn nicht mehr halten. Ich wurde selbst haltlos darin.

Was sehne ich mich nach Gehaltensein. Einfach so. Ohne das ich etwas tun muss. Ohne das ich mein Bewusstsein bei irgendetwas halten muss. Einfach loslassen und ganz von alleine gehalten fühlen.

Ich komme in die Nähe davon, mal mehr, mal weniger, wenn ich diese Aufnahme von Susanne höre. Wieder so ein unbezahlbares Geschenk. Mit keinem Menschen bin ich jemals so nah an diese Gefühle gekommen, weder privat, noch therapeutisch. Ich höre sie mir sehr oft an. Mal ganz still. Mal mit viel weinen. Mal etwas dazwischen.

Nähe, Schmerz und Distanz

Das Blog ist…

Arrrrg… ich will nicht immer ‚aktuell‘, ‚momentan‘, ‚zur Zeit‘, ‚gerade‘ schreiben, um kenntlich zu machen, dass das was ich schreibe lediglich für diesen Augenblick so ist und sich jederzeit wieder verändern kann und verändern tut. So! Hab ich das mal gesagt und versuche es loszulassen.

Das Schreiben hier verbindet mich. Ich fühle mich verbunden, wenn ich schreibe. Mit mir, mit anderen. Der Wunsch, verbunden zu sein ist riesig groß. Ich dürste jeden Tag danach.

Nicht einfach, wenn innere Verletzlichkeiten, offene Wunden reale Nähe nur begrenzt möglich machen.

Da ist es für mich auch schwer die Selbsthilfegruppen zu besuchen. Da geht fast nur noch die eine, weil sie so einen abgesteckten Rahmen und ganz klare inhaltliche Ablaufstrukturen hat. Das hält meine Emotionen etwas auf Distanz.

Auf Arbeit (Zuverdienst) geht es, weil ich jederzeit aus dem Kontakt gehen kann und mich meinen Aufgaben widme. Entstehen Gespräche, muss ich einem Blickkontakt ausweichen. Blickkontakt tut mir emotional dann weh, als würde derjenige direkt in mein offenes, wundes, verletztes Herz schauen. Nähe und Verbundenheit entstehen da nur sehr bedingt. Gehe ich also teil-hungrig nach Hause.

Nähe tut mir weh. Das heißt, der Kontakt mit Freunden tut mir automatisch auch weh. Nicht die Freunde selbst, aber sie bringen mich zu meinen Gefühlen. Ich war bisher noch nicht so weit, diesen Schmerz vor Freunden einfach zuzulassen, mich damit zu zeigen und ich weiß auch nicht, ob meine Freunde schon soweit sind, es wertschätzend (aus)halten zu können.

Also schreibe ich hier viel, um mich auf geschützte, etwas entferntere Art verbunden zu fühlen.

 

(…) Da ist ein gebrochenes Herz in mir. Wir haben nicht darüber gesprochen wie ich mit diesen Gefühlen umgehen kann. Ich nehme an wie mit allen – zulassen. (…)

Frau Helferin: „(…) Und die Trauer, das gebrochene Herz, zulassen ja, aber auch wieder loslassen. Vielleicht können Sie mit sich die Vereinbarung schließen, dass die Traurigkeit einen Platz in Ihrem Tag oder in Ihrer Woche bekommt. Einen zeitlichen Rahmen, in dem Sie sich bewusst Zeit dafür nehmen, indem Sie z.B. darüber schreiben, oder es malen, oder traurige Musik hören und es zulassen, dass Tränen kommen. Aber es dann wieder auch bewusst beenden, indem Sie sich aktiv mit etwas anderem beschäftigen. Raus gehen, Kontakt aufnehmen mit jemandem, eine andere Musik hören, die etwas anderes auslöst. (…)“

Ich weiß nicht, ob ich das so bewusst machen will, da eine Trennung. Ob das überhaupt geht. Ich kann schöne Dinge erleben und trotzdem dabei im Hintergrund die Verwundung spüren. Es ist okay so. Es ist nicht schlimm. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich es wegmachen muss, um es in einen späteren Zeitpunkt zu stecken. Das meint sie wahrscheinlich auch nicht. Eher, wenn ich jetzt Tag und Nacht tief drin stecken würde und mich gar nicht mehr daraus befreien kann. Nehme ich an.

Ich spüre eine Bereitschaft, mich einzulassen, auf diese Gefühle, auf ihre Existenz, auf ihre Entwicklung, einfach darauf, dass sie ein Teil von mir sind. Ich möchte mit ihnen verbunden sein, sie begleiten, ihnen helfen einen Platz in mir zu finden. Wow! Bin selbst beeindruckt von mir, dass ich dazu ein ‚Ja‘ finde. Dass ich den Schmerz willkommen heiße.

Heute Morgen im Bett habe ich diesen horizontalen Riss im Herzen gespürt, regelrecht physisch, ganz konkret auszumachen und ohne emotionale Entladung. Eher wie ein Zusammenziehen, wie wenn man sich kurz verbrannt hat und das Gesicht zu einem Zischen verzieht und die Hand auf die Stelle legt. So ungefähr.

Ich dachte an die letzte Stunde Körperarbeit vor 3 Tagen. Da wurde mir eine Hand auf den Rücken gelegt, in Höhe des Herzens und ich spürte wie nach vorne, also unten, weil ich lag, mein Herzfeld sich öffnete, jedoch geteilt. Also ein Strahl rechts und ein Strahl links. Da ist mir das mit dem Riss gar nicht eingefallen. Heute Morgen erst.

Das fand ich allerdings wirklich spannend, dass also eine alte emotionale Verletzung tatsächlich eine konkrete physische, feinstoffliche, dauerhafte Veränderung erzeugt.

Ich fragte da hinein, was helfen kann und sah, wie von innen, also innerhalb des Herzens (was in dem Bild übrigens immer so eine klassische Herzform hat ❤ ) etwas mit fester Substanz gegen drückte. Der Riss blieb, aber war verschlossen.

Dazu gedacht habe ich mir, dass vielleicht von Innen etwas Neues wächst – mir erschien das Neue in goldener Farbe – und das Alte ausfüllt und am Ende darüber hinauswächst. Es absorbiert.

Sie sind noch da

Ich dachte, Sie wären schon weit weg, würden nicht mehr so eine Rolle spielen für mich.
Ich dachte, dass das zum Lösungsprozess dazu gehört, der Wunsch Sie weniger zu sehen, die Abstände von zwei Wochen auf noch weiter auseinander zu ziehen. Vielleicht ist das auch ein Teil davon.

Doch dann war ich auf der Weihnachtsfeier für Klienten und Sie waren da und Ihre Klienten waren da und Ihr Vorgänger, Herr Helfer war da und auch seine kleine Tochter war da und ich habe den Nebel gar nicht verstanden und auch als unbedeutend abgetan, der mich schnell umschlang. Auch die Traurigkeit ganz weit hinten, wollte ich so weit wie möglich hinten lassen. Da war kein Raum, um mit solchen Gefühlen zu sein, dachte ich. Die sollten das dort nicht kaputt machen, weil es doch irgendwie auch schön war.

Mir war nach meiner Zusage klar, dass ich sie gab, weil Sie mich einluden, Herr Ex-Helfer auch da sein würde und es sich anfühlte, wie von Wunsch-Eltern eingeladen zu werden. Was Beziehungen ausmachen können, wo ich ja von Einrichtungsweihnachtsfeiern sonst nichts halte.

Irgendwann beschloss ich zu gehen, obwohl es mir schwer fiel. Ich hätte gerne noch dazu gehört. Doch weder das Atmen, das Körper-spüren, das Ruhe suchen in der Küche lichteten den Nebel. Ich war so nicht mehr in der Lage Informationen aufzunehmen.

Auf dem Weg nach Hause, auf dem letzten Stück Straße zu meiner Wohnung, drang dann sachte dieser Schmerz zu mir durch und ein Weinen wollte sich entrollen. Es hatte irgendetwas mit Ihnen zu tun und all den Dingen, die ich dort gespürt hatte.
Es hatte etwas mit der Nähe zu tun, die Sie auch Ihren anderen Klienten entgegen brachten und wie sich dort sanfte Fäden woben. Es hatte etwas damit zu tun, dass ich bei anderen sah, wie sie auch zu mir waren und dass ich mich trotzdem draußen fühlte. Es hatte etwas damit zu tun, dass sie mir Ihre Gesellschaft anboten, Fragen stellten und ich nicht in der Lage war, mich Ihnen zuzuwenden. Es hatte etwas damit zu tun, dass ich diejenige bin die geht, während Sie dies alles weiter tun, in der Gemeinschaft Ihrer Kollegen sind, mit Klienten die Sie umgeben.

Zu Hause angekommen brach es so heftig aus mir heraus, dass ich meine Jacke, Rucksack an Ort und Stelle fallen ließ, halb blind meine Öle heraus kramte und mich auf den Küchenboden weinen ließ.

Das ist jetzt zwei Tage her und es arbeitet immer noch und immer weitere Empfindungen, die ich während dieses Treffens hatte, steigen ins Bewusstsein. Jetzt verstehe ich auch besser den Nebel.

Es ist das erste Mal, dass ich Sehnsucht nach einem liebevollen Vater fühlen kann, welcher damals nie existierte. Es ist das erste Mal, dass sich da ein Bezug zu meiner Vergangenheit herstellt, was die väterliche Seite angeht, dass ich es als MEIN Gefühl fühle. Der Auslöser dafür war ganz simpel Herrn Helfer mit seiner Tochter zu sehen.

Wie die Dinge dann manchmal nach Jahren entscheiden an die Oberfläche zu kommen.