Was hält?

Ich bin aktuell unglaublich verletzlich und für alles empfindsam. Vieles lässt mein Herz erzittern. Vieles regt es, berührt es, schmerzt es, öffnet es. Schickt Träne um Träne, mal als kurzen Schluckauf, mal als eine große Welle, mal irgendwas dazwischen. Mal zurückgedrängt, mal offen frei raus, mal in abgehackten Portionen. Gerade heute zähle ich schon sechs dieser Momente.

Es zieht mich stark zum Feuer. Feuer als Schutz, als Wärme, als Geborgenheit, als Halt. Kerzenzeit hat angefangen. Es zieht mich zum orangefarbenen Licht. Es zieht mich zu Gerüchen. Besonders Orange, obwohl ich den Duft gar nicht hier habe und auch noch nie benutzt habe. Gerüche als Trost, als Orientierung, als Ankerpunkt.

Mein Schutzbedürfnis ist sehr groß. In der sicheren Höhle sein. Zurückziehen. Einhüllen. Warm halten. Mir nah sein.

Morgengedanke im Bett – Ich bin ein verletzlicher Mensch. Eine Feststellung. Eine Erkenntnis. Obwohl es rückblickend so offenkundig ist, dringt es erst jetzt als Gefühl in mein Herz. Okay – ich bin ein verletzlicher Mensch. Das ist wichtig zu wissen und anzuerkennen. Das hat Bedeutung für mich, wie ich mich in das Leben gebe, dass es an vielen Stellen Behutsamkeit braucht. Und auch Schutz und Abgrenzung.

Verletzlichkeit, Berührbarkeit, Empfindsamkeit – vielleicht sind das meine wahren Qualitäten.

Es bewegen sich so große Dinge.

Es geht um Abschied, um Endlichkeit, um Wut. Es geht um Anspannung, um beklemmende Angstgefühle, um Unruhe und Rastlosigkeit, um das Gefühl, um mich schlagen zu wollen. Es geht um Aushalten, um Annehmen und um radikales Akzeptieren. Es geht um Unveränderlichkeit, um Krieg, um Licht und um Schatten, um Demut. Es geht um die Sehnsucht, zurück in die Einheit zu wollen. Es geht um das alleine Klarkommen, um die Erkenntnis, dass nichts von Dauer ist, alles vergeht und nichts bleibt. Es geht um das Loslassen, um Raum und um Leere, um Sein. Es geht um Angst und um Angst und um Angst.

„Mir kommt gerade der Gedanke, wenn ich so viel loslasse, was hält mich dann eigentlich?“ „Ja, was hält sie?“ Schweigen. Spüren. „Wenn alles losgelassen ist, was ist dann noch da, was bleibt übrig? Das Leben selbst. Der Augenblick. Der Geruch des Tees der vor mir steht. Ich glaube, dass ist es was mich hält. (Und meine wiederkehrende Entscheidung hier sein zu wollen)“ „Das ist wichtig. Wenn sie erfahren würden, dass sie nur noch 20 Minuten zu leben hätten, dann gäbe es nur noch das, nur noch diesen Moment.“

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ein piep

sehr viel. viel. von allem. trauer. wut. schmerz. bedürftigkeit. sehnen. wollen. verlangen. fordern. zurückweisung. schmerz. verstehen. weinen. körper. sanftmut. liebe. fühlen. nähe. verlassen. verloren. alleine. weinen. schreien. stampfen. um mich schlagen. nicht akzeptieren. akzeptieren. ablehnen. annehmen. verlieren. finden. suchen. nichts finden. schlafen. weinen. treiben. wasser. zusammenrollen. verschwinden. schuld. liebe. loslassen. sinnlos. frei werden. freifühlen. frei von fühlen. herausfühlen. durchfühlen. gefühllos. usw.

In die eigene Kraft kommen!

Verdammte scheiße, was schwirrt mir der Kopf. 🙂

Ein Impuls folgt dem nächsten. Und ich folge einem Impuls nach dem anderen. Nicht lange nachdenken, einfach machen. Und so läuft es und läuft es. Dinge ergeben sich, tauchen völlig unerwartet auf. Dinge entwickeln sich.

Ich habe Ängste. Ich traue es mir zu. Ich fühle viel, viel mehr Vertrauen, was es leichter macht, einfach zu tun. Keine Ahnung was dabei herauskommt. Aber es folgt fast immer ein Lachen aus meinem Herzen, wenn ich einem Impuls gefolgt bin. Es fühlt sich fantastisch an! Meine Seele singt. Endlich wird ihr mal zugehört und sie darf sich entfalten. Und ich staune und staune und staune! Mensch Sophie!? Was machst du für Sachen? Warum traust du dich plötzlich so viel? Dein Herz scheint sich auf der Waageschale, über den Verstand erhoben zu haben. Es wiegt schwerer. Es teilt sich laut und deutlich mit. Es schreit regelrecht. Die Impulse sind keine kleinen Regungen mehr am Rande. Sie sind laut und deutlich. Sie sind ICH. Das bin ICH! Mein Verstand ist in die zweite Reihe gerückt und scheint akzeptiert zu haben, dass er in meinem ICH nur eine Nebenrolle spielt, nur die Zuarbeit macht. Und die Aufgabe nimmt er sehr ernst. Schwer für mich die Mitte zu finden. Pausen zu finden. Kopfentspannung herzustellen. Unruhige Nächte. Nicht einschlafen können. Pläne schmieden. Unentwegt. Gedankenideen können nicht warten, müssen sofort zu Papier gebracht werden. Drehen schleifen.

Ich bleibe trotzdem im Vertrauen. Ich bekomme das hin. Dabei hilft mir meine Bewusstheit. Ich bekomme sehr viel von mir mit und will gut mit mir umgehen.

Die ersten Urlaubswochen der Therapie warnen ja eher dramatisch. Ohne Struktur ist für mich schlecht. Ich verliere den Halt. Das hat mich in eine Bewegung gebracht, mich zu kümmern, mir zu helfen. Ein sehr hilfreiches Muster. Um so schlechter es mir geht, was heißt, um so weniger ich mich aushalten kann, um so mehr gehe ich in Aktion, um dagegen irgendetwas zu unternehmen, was mich wiederum von mir ablenkt.

Daraus ergab sich. Kontaktaufnahme zu einer Tagesstätte, um übergangsweise dort einmal die Woche zu sein. Kontaktaufnahme beim Sozialpsychiatrischen Dienst, mit der Frage nach kurzfristiger Beschäftigungsmöglichkeit. Das hatte ein Beratungsgespräch zur Folge, zu meiner Insgesamtsituation, woraus der Antrag auf Einzelfallhilfe entstand (erste Mal Herzlachen). Dann war ich mit Antragstellen, Abgeben und Begutachten lassen terminlich beschäftigt.

Ich reduzierte die Medikamente. Das veränderte meine Stimmung grundsätzlich und dann ging es erst richtig los.

Spontane Kontaktaufnahme zur Reha-Ergotherapeutin, weil ich eine heftige Meditationserfahrung hatte. Sie begleitete mich telefonisch durch einen Reinkarnationsprozess. Tage später träumte ich extrem intensiv von ihr und mir und einer Energiearbeit, von der ich aufwachte. Wieder Impuls gefolgt, sie anzurufen und es zu erzählen. Mein Verstand tippte sich derweil an die Stirn, dass ich doch verrückt sei. Wir folgten meinem Traum, von ihr etwas lernen zu wollen (sie ist Lehrerin für Metaphysik) und sind für nächste Woche persönlich verabredet (mein Herz lachte sehr, sehr doll).

Ich schaute meine selbstgemalten Bilder an und war begeistert. Der Impuls sie ausstellen zu wollen. Mich zu zeigen. Kontaktaufnahme zu der Einrichtung, in der ich meine ambulante Suchttherapie 2010 gemacht hatte. Man ist begeistert von der Idee, muss nächste Woche noch die Chefin fragen (mein Herz lacht und lacht und lacht).

Seit über einer Woche Sehnsucht nach Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft die von ihrer Schöpferkraft und der Kraft des Herzen weiß, sich gegenseitig trägt und unterstützt. Personen tauchen dazu auf. Ich folge dem Impuls, ohne zu wissen was dabei heraus kommen soll und lade diese Menschen ein zusammen zu kommen (wieder viel Freude in mir).

Ich melde mich bei zwei Kursen in der Volkshochschule zum Singen an. Wenn ich schon nicht schreien kann, dann singe ich eben. Ich freue mich wahnsinnig drauf.

Ich lese ein Buch von Sabrina Fox. Bin so begeistert davon und folge dem Impuls, ihr das einfach zu schreiben. Sie hat mir sogar geantwortet. Noch mehr Freude.

Ich habe mich in die Gärtnerei bewegt und bin dort wieder angebunden.

Ich war in der Lage nach neuen Therapeuten im Internet zu suchen.

Diese Malaysia-Reise zieht mich magisch an. Da weiß ich noch nicht, ob sie nicht zu groß für mich ist, für meine aktuelle Situation.

Und dann stehe ich heute im Bioladen und schaue mir die Aushänge von Kunden an. Mein Blick bleibt hängen bei „Elternassistenz“. Eine Mutter sucht für ihr 10-monate altes Baby und sich eine Assistenz. Reiße die Nummer ab, fahre nach Hause und rufe sie an. Ohne lange zu überlegen. Es scheint eigentlich nicht zu passen, da sie 6 h pro Tag beim Sozialamt beantragt hat. Also eine richtige Anstellung. Aber mein Herz freut sich wieder einmal und ich staune und staune, dass ich mir das zutraue. Ich habe gar keine Erfahrungen mit Säuglingen und Kleinkindern. Aber ich habe furchtbar Lust sie zu sammeln. Die Mutter ist Rollstuhlfahrerin und wir waren uns gleich sympathisch. Na das werde ich mit meiner Ärztin besprechen. 6 Stunden sind zu Beginn sicher zu viel, aber vielleicht lässt sich eine Zwischenlösung finden. Egal. Kopf abstellen und einfach schauen, was sich machen lässt.

WOW! Schaut euch das an! Üblicherweise denke ich lange über Dinge nach, bin zögerlich, unsicher, traue es mir nicht zu. Mache einen Schritt vor und dann wieder zurück. Und nun!

Das liegt auch an der Erdverbindung die ich täglich morgens in der Meditation herstelle. Das klappt so super. Ich fühle mich im Vertrauen mit dem Leben. Ich fühle die Sicherheit, dass es mich trägt, versorgt und liebt. Das Üben trägt Früchte.

DANKE!

Die vergessene Wölfin in mir

Die kleine Wölfin die ihr Wolfswesen vergessen hat und anfing an sich selbst zu nagen. Die von ihrem Rudel immer wieder in die Kehle gebissen wurde und darum ihr Rudel verließ. Sie kauert in einer Ecke, mit dem Rücken zur Wand. Sie ist nun erwachsen und weiß es noch nicht. Mit geducktem Kopf, aufwärts gerichtetem Blick knurrt und winselt sie abwechselnd. Einerseits sehnsuchtsvoll der Hand entgegen winselnd, die sich ihr hinstrecken will und andererseits die Hand anknurrend, damit sie versteht, sie solle bloß nicht näher kommen.

Vergessene Wolfskraft rumort in ihrem Inneren. Unbekannte, ungeübte Kraft. Kraft die schützen will. Die die Hand beißen will. Kraft, die sie auffordert ihre Zähne ins eigene Fleisch zu graben. Kraft, die ihre Muskeln spannt und ihre Sehnen strafft. Kraft, die sie zum Angriff springen lassen will, blitzartig und rasend. Ungebändigte Energie. Kraft, die sie meilenweit tragen kann. Kraft, die sie größer macht und zurückführt zu ihrem wahren Wesen.

Erst mal bleibt sie dort in ihrer Ecke sitzen. Winselnd und knurrend. Auch wenn es sehr eng ist in dieser Ecke und sie es kaum aushält, diese Spannung in ihrem Körper. Es ist zu fremd und unbekannt, zu angstmachend, was sie da spürt.

Lassen wir ihr Zeit. Die Natur findet ihren Weg.

Ich brenne!

Wenn der Verstand sich mit dem Herzen verbindet und gemeinsam eine Vision entsteht, dann ist das etwas sehr machtvolles.

Ich habe noch nie in meinem Leben etwas so machtvolles gespürt. Heute fühle ich es! Es ist so stark, dass es keinen Zweifel gibt, dass es geschehen wird. Ich fühle es mit einer Klarheit und Gewissheit. Es hat eine unglaubliche zentrierende Kraft.

Genau das will ich tun! Es beinhaltet alles wonach ich mich schon länger gesehnt habe. Verbindung zu mir und zu anderen. Verbindung zu meinem Herzen. Verbindung zum Universum. Verbindung zum Hier und Jetzt. Mit den Händen, mit den Sinnen. Ganzheitlich Wirken und Sein. Genau das habe ich gesucht und es anscheinend mit Reiki gefunden.

Ich gehe ins Bett und denke an Reiki. Ich wache auf und denke an Reiki. Ich male mir eine berufliche Zukunft aus. Ich plane, was ich dafür schon tun kann. Wo ich Informationen her bekomme.

Wenn das jetzt nur ein kurzes Brennen ist, wie ich es von mir kenne, und doch kein Dauerfeuer, dann weiß ich auch nicht mehr. Aber ich will jetzt nicht zweifeln. Nicht anzweifeln, was ich fühle. Ich fühle es in der Mitte meiner Brust, wo sonst so oft die schmerzhafte Sehnsucht saß, dass es genau das ist was ich tun will!

Hinsehen

Therapieverlängerung? Ich stehe an einer Stelle, wo jeder weitere Schritt ins Ungewisse führt. Ich will nicht weitergehen. Was ich mir nicht vorstellen kann, macht mir Angst. „Wenn sie nicht die Fäden in der Hand haben.“ Genau. Schwer auszuhalten. Sich in den Sitzungen mit dem „Jetzt“ zu beschäftigen rückt bedrohlich nahe. Mich anschauen. Hinsehen. Mich aushalten. Den Raum aushalten. Aushalten was in ihm passiert.

Bin mit der Frage der Therapieverlängerung in den Wald gegangen:

„Soll ich verlängern?“

                „Ja.“ Ein klares, deutliches JA. Ein JA, das sicher, endgültig, nicht anzuzweifeln klingt.

Ich, völlig überrascht über diese Sicherheit, weil voller Zweifel: „Aber warum?“

„Weil du Angst davor hast.“

Damit schien das Zwiegespräch beendet. Ja, es stimmt. Ich habe Angst davor. Also werde ich meiner inneren Führung vertrauen und verlängern.

Einen Tag nach der Therapiestunde, in der wir all dies besprachen und auch schon vermehrt meine Jetzt-Gefühle einflossen, landete ich in einem ordentlichen Gefühls- und Stimmungschaos. Ich bin mir sicher, dass das eine Reaktion auf Nähe und damit Angst ist.

Der Morgen begann mit tiefer Verzweiflung und heftigem Weinen.

                Ich weiß nicht was ich tun soll. Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Was ich noch darf und was nicht mehr. Jeder Schritt ist falsch. Es wird ganz eng. Vorgaben und Richtlinien, an die ich mich nicht schaffen werde zu halten. Wenn ich mich immer wieder gleich verhalte, fehlerhaft verhalte, halten sie das aus? Wollen sie mich dann noch? Und wenn ich wieder und wieder vor dem Jetzt flüchte, zwanghaft ausweiche, obwohl wir darüber gesprochen haben, halten sie das aus? Ertragen sie das? Ertragen sie mich? Bin ich dann nicht ein hoffnungsloser Fall, keine Mühe wert? Lasen sie mich dann fallen und gehen?

Diese Stimmung ging über in starke Unruhe, Anspannung, Aggression. Danach landete ich in Leere, Antriebsarmut und Erschöpfung. Der Tag endete mit stundenlanger hoher Aktivität, rasenden Gedanken und Ideen, Euphorie und Freude, positiver Getriebenheit und einem unglaublichen Freiheitsgefühl.

Einiges im zwischenmenschlichen Bereich kann ich mehr fühlen. Ich stolpere über so unbekannte Gefühle, dass es mich erstaunt, erschrickt, erfreut, fassungslos macht und befreit.

Das ich zum Beispiel dauerhaft in der Angst lebe abgewertet, abgelehnt zu werden, egal von wem. Sei es ein Fremder, ein Bekannter, ein Freund, Familie. Ich fühle diese Angst viel öfter im Alltag. Als Gegenpol dazu, fühle ich viel stärker, wenn Menschen mich durch Worte annehmen, sich mir zuwenden, mich dazu einladen ich selbst zu sein, meine Empfindungen akzeptieren, sich nicht abwenden. Das erschüttert mich regelmäßig. Lässt mich berührt, weinend, ungläubig, erlöst zurück. Wie kann das sein? Es passt nicht zusammen mit dem was ich erwarte, befürchte. Damit rechne ich nicht. Ich werde gesehen! Unglaublich das zu fühlen. Ich wurde bestimmt auch schon vorher gesehen. Anscheinend hab ich es gefühlsmäßig nicht zulassen können, um den Schmerz zu vermeiden.

Ich fühle, was hinter meinem Verlangen steckt, so unbedingt den Therapiebericht lesen zu wollen. Bisher begründete ich dieses Bedürfnis, mit dem Erlangen wollen von weiteren Erkenntnissen. Wissen wollen, was ein Außenstehender sieht und wahrnimmt, um meine blinden Flecken zu finden. Doch fühlen tue ich eine Sehnsucht, fast eine Gier mich zu versichern, den Beweis in den Händen zu halten, dass jemand sich doch tatsächlich ausgiebig mit mir beschäftigt, sich die Mühe macht und so viele Gedanken, die alle mich betreffen.

Dabei hebe ich mich selbst in eine wertvolle Position. Phantasiere, dass die Therapeutin mich für meine erstaunlichen Erkenntnisprozesse bewundert. Dass sie in mir etwas Besonderes sieht, etwas Einzigartiges. Etwas, dem sie folgen will.

Dann fühle ich, dass mir all meine tollen Erkenntnisse überhaupt nichts bringen. Weil ich trotzdem immer noch der gleiche Mensch bin, der ich bin. Und das sich das nicht durch ein Erkennen einfach verändert. Mein Größenwahn, das mit dem Erkennen alles anders wäre, weil ich doch nun wüsste wie es läuft.

Ich erkenne auch deutlicher, dass ich mir anscheinend Lernprozesse nur schwer zugestehen kann. Das man natürlicherweise über Versuch und Irrtum lernt, ist bei mir nicht als etwas Normales, Erlaubtes, Gewolltes abgespeichert. Fehlversuche lösen heftige Frustrationsgefühle aus und eine große Hürde weiter zu machen. Viele Dinge sind erschwert überhaupt begonnen zu werden, da die Angst zu scheitern so enorm ist.

Rauhnächte 2013

Die Rauhnächte. 12 Nächte, ab dem 21.12.2013, der Wintersonnenwende, die den Übergang ins neue Jahr kennzeichnen. Das erste Mal in meinem Leben, das ich diese Zeit in meinen Fokus nehme und bewusst erlebe und gestalte. Herausgetreten aus meinen bisherigen Vorstellungen von Weihnachten und Silvester.

Mir fällt auf, dass meine Beine, das Gefühl in meinen Beinen Thema war. Einmal in einem intensiven Wachtraum, in dem mir ein Wesen bei sehr starken Schmerzen in der linken Hüfte und Krämpfen in den Beinen half. Es sagte zu mir, ich müsse die Messer herunter schleifen, die Messer der Vergangenheit die mich so schmerzen. In den Tagen danach ist mir immer wieder zu Hause aufgefallen, dass meine Beine sehr heiß waren, unabhängig vom restlichen Körper. Auch meine Füße blieben dabei kalt. Beim Yoga, beim „Schlafenden Tiger“ trug sich mein rechtes Bein, durch die Energie des Tan-Dschon von selbst. Was, glaube ich, bisher erst einmal vorkam und da hatte der Lehrer auch die Haltung unterstützt. Und wenn ich so darüber nachdenke, dann ist das tatsächlich so, dass insgesamt in dieser Zeit die Empfindungen stärker waren, ich meine Beine einfach präsenter gefühlt habe, auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Und weiter fällt mir auf, dass, ja, tatsächlich auch Visualisierungen viel mehr Bestand hatten, also viel deutlicher zu spüren und zu halten waren. Die Verbindung zum Boden, die Vorstellung mit dem Boden verbunden zu sein oder in den Boden zu atmen, war im Vergleich zu den Wochen, Monaten davor echt auffällig „leicht“. Also nicht stundenlang, aber auch nicht mehr diese flackernden, unbeständigen Bilder, wo ich im Sekundentakt rausgeworfen werde. Sondern schon auch mal eine Minute und wirklich fühlbar! Da scheint sich etwas verändert zu haben.

Mir fällt dazu noch eine Traumsequenz von neulich ein. Ein Erdbeben erschüttert die Räume eines riesigen Bergwerkes. Die Steinbrücke bricht, auf der ich stehe und ich falle und falle und falle. Es geht so tief hinab, in zerklüfteten, aufgerissenen, scharfkantigen Felsspalten, dass man von oben kein Ende sehen kann, nur schwarz und von unten, wo ich dann stehe, mich niemand mehr hoch holen kann.

Wenn man das alles im Sinne der Rauhnächte betrachtet, als Ausblick für das Jahr 2014, dann würde das für mich so viel bedeutet wie, eine Zunahme der Festigkeit, der inneren Festigkeit, der Standhaftigkeit, des Vertrauens in mich selbst und in das Leben.

Ich stelle diese Zusammenhänge her. Mir ist klar, dass das konstruiert ist.

Im Rückblick kann ich weiterhin erkennen, dass die Rauhnächte gekennzeichnet waren von Angstverringerung. Ich hatte Angst verloren vor der Zeit mit mir. Ich habe sogar Freude empfunden, zu wissen, da liegen viele Tage vor mir an denen nichts zu tun ist. An denen nichts geplant ist. Die für mich da sind. Die ich so nutzen kann, wie es sich dann an dem jeweiligen Tag ergibt. Keine Verpflichtungen. Das war tatsächlich, wirklich vor dem 21.12. noch ganz anders. Da habe ich auch an diese Feiertagezeit gedacht, Silvester, mit ganz anderen Empfindungen. Mit Unwohlsein. Was mache ich da? Wie werde ich meine Zeit verbringen? Werde ich alleine sein? Wirklich mit dem 21.12., ohne dass ich das geplant hatte, stellte sich ein Aufräumen ein. Ich beschloss alles was an Erledigungen herum lag, was mich jeden Tag beschäftigt hatte, was mit meinen schwankenden Energiehaushalt liegen geblieben war, beiseite zu räumen. 12 Nächte lang war das jetzt nicht wichtig. Ich räumte meine Tischflächen leer und schaffte Platz, Platz für mich. Ich war selbst überrascht, wie gut sich das anfühlte, dass es nichts mehr zu tun gab. Es war überhaupt kein Problem Zeit zu haben. Nichts beängstigendes mehr. Dann ist noch mein PC kaputt gegangen (ist es immer noch). Das war schon eine Herausforderung, aber passte gut in diese Zeit :).

Und wenn ich weiter über Angst verlieren nachdenke, merke ich, ich bin momentan sowieso viel mit dem Jetzt verbunden und habe wenig Gedanken daran, was da kommen mag, auch was da beruflich kommen mag. Ich denke, dadurch das ich da wenig darüber nachdenke, habe ich auch wenig Ängste und ein Gefühl von – es ist okay, dass es sich entwickeln kann wie es will und was es will.

Manchmal kommen mir Gedanken, dass es sich sogar beruflich in Richtung Selbstständigkeit entwickelt. Obwohl das absolut nichts mit der Realität zu tun hat, im Sinne von momentaner Stabilität und überhaupt wissen, mit was denn überhaupt selbstständig machen. Welche Fähigkeiten habe ich denn oder welche Fähigkeiten müsste ich mir aneignen? Da bin ich noch immer völlig ahnungslos.

Weitere Themen der Rauhnächte waren Familienschmerz, Müdigkeit, durchgängig guter Nachtschlaf, Krankheit, Stille, Verbundenheit mit mir.