no end

Es bleibt eine heftige Zeit. Ich komme hier kaum noch zum Lesen anderer Beiträge.

Wieder hörte ich, dass es für viele eine heftige Zeit ist.

Keine Ahnung, ob es das wirklich gibt. Phasen in denen energetisch, weltweit mehr los ist und die Sensiblen dann mehr geplagt sind.

Ich weiß es nicht.

Ich hatte das Gefühl, alle Türen ins Unbewusste sind offen bei mir und irgendetwas bricht meinen Verstand. Jeden Tag gibt es Momente, in denen eine Art Wahnsinn, Irrsinn in meinem Kopf ist. Kein Denken mehr. Nur eine Art verrücktes Schreien. Ein Durchdrehen.

Einige Tage war das extrem. Und ich konnte kaum sprechen. Hatte das Gefühl etwas stirbt in mir.

Ich sah mich schon auf der Akutpsychiatrie. Dann ging es vorbei, als ich ein physisches Sterben im Herzen durchlebte.

Trotzdem läuft hier noch was Größeres und ich kann es nicht mehr greifen.

Meine Zuversicht bröckelt. Die ‚was habe ich geschafft – Liste‘ wird immer mürrischer und mit Widerstand ausgefüllt.

Es ist zu lange zu schwer.

Um mich herum auch zu viele zwischenmenschliche Konflikte und Herausforderungen.

Der Mensch braucht Kraftquellen, positive Erlebnisse die er spüren kann und Halt.

Ich suche nach etwas, für was das alles gut sein könnte.

Irgendetwas muss doch dabei herauskommen.

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Traum

Ein bis ins Mark erschütternder Schrei einer Katze, die um ihr Leben kämpft. Nein, ich darf sie nicht retten, auch wenn sie sich noch am Fenstersims festkrallt, um nicht 7-8 Stockwerke in die Tiefe zu fallen. Es schnürt mir das Herz zusammen. Ich dachte, als sie vor mir und dem Staubsauger, in dieser fremden Wohnung voller Katzen, durch das angekippte Fenster floh, dass sie sofort in die Tiefe stürzen und sterben würde, was schon schwer genug war zu akzeptieren. Aber das sie sich doch noch festkrallen konnte, ich ihre 4 Pfoten sehen konnte und dieser schrille Todesangstschrei… Es treibt mir jetzt noch beim Aufschreiben Tränen in die Augen. Diese Verzweiflung dieses Tieres und ich konnte, durfte nichts tun, musste es seinem Kampf und dem unausweichlichen Sturz und Zerschellen überlassen.

Verarbeitung

Der Hautgrund warum ich vor einigen Wochen erneut auf Krisenstation war, war ein Vorgespräch, um zu klären, ob Familienaufstellung etwas für mich wäre.

Die Fragen zu meiner Familie, der Umgang mit den heutigen Beeinträchtigungen und der Verantwortungsübernahme haben mich sehr aufgerüttelt.

Mir wurde dadurch bewusst, das meine Eltern von damals die gleichen Personen sind denen ich heute begegne.

Das war vorher in meinem Kopf schön getrennt gehalten, natürlich unbewusst.

Da ist ein riesen Prozess in Gang gesetzt. Ich fühle mich oft sehr verunsichert, vorallem wie ich meinen Eltern heute gegenüber treten soll.

Heute Morgen fühlte ich unendliche Trauer, Tränen wollten gar nicht aufhören. Ich half mir mit Bildern, Zypressen-Öl und Rescue-Bachblütentropfen hindurch.

Dabei wurde mir bewusst, dass ich mir gar nicht so sicher war, dass meine Kinderseele wirklich gut da oben aufgehoben ist. Das Bild half mir zu vertrauen.

Alptraum 01.04.2018

Ich hatte einen echt schrecklichen Traum. Ohje… da kommen mir auch gleich die Tränen.

Ich war auf einem Dach. Hing an der Kante. Konnte mich noch gerade so festhalten… oh gott war das schrecklich… weil ich habe noch irgendwie versucht mit meinen Beinen zwei ganz kleine Kinder festzuhalten, damit sie nicht fallen… und es war unmöglich… das Mädchen viel, war nicht mehr zu retten. Den Jungen konnte ich mit meinen Füßen um seinen Kopf halten, geradeso. Ich drohte auch abzustürzen. Dann war da jemand auf dem Dach. Ich hielt mich mit beiden Händen an ihm fest und hob vorsichtig den Jungen aufs Dach in Sicherheit. Dann betet ich, dass mich diese Hände halten, war erstarrt vor Angst zu fallen. Konnte mich nicht mehr rühren. Doch meine Beine standen schon auf brüchigem Mauerwerk, ich konnte mich nur noch nicht in Sicherheit bewegen, hatte Angst das meine Bewegung das Mauerwerk brechen lässt. Aber jemand war da. Dabei.

Das ist neu. Ich habe noch nie von einer hilfreichen Person geträumt, die mich irgendwie festhält. Und ich vermute, dass das Mädchen das stirbt, das Mädchen aus meiner Kindheit ist, dass dort gestorben ist, weil ich es verlassen musste. Und der Junge ist der, der überlebt hat – vielleicht symbolisch mein Verstand.

So. Jetzt ist es etwas besser. Das wollte noch raus.

„Ohne Liebe kann ich nicht leben“ – Verlustangst

Das ist ein großes Paket. Ich trage es schon ein paar Wochen mit mir herum.

Doch es wird auch klarer, immer wieder.

Ich versuche seit einigen Wochen Nähe zu einem Mann zuzulassen.

Ich versuche mich für seine Zuneigung zu öffnen, seinen Worten zuzuhören und zu fühlen, dass sie wahr sind und ich versuche meine Zuneigung zu erlauben, zu erlauben, dass da etwas aus mir heraus zu ihm fließt, dass unsere Herzen sich berühren.

Das ist wunderschön und es macht mich total fertig.

Es ist neu für mich. Ich hab mich in Beziehung noch nie so bewusst erlebt und gefühlt.

Die Ängste sind unglaublich groß und die Gedanken, dass alles abzubrechen, weil ich es so nicht aushalte, kommen immer wieder. Nur, was will man eigentlich abbrechen, wenn noch gar nichts passiert ist, außer, dass zwei Herzen fühlen.

Also sage ich immer mal wieder danke. Danke lieber R., dass du all meine roten Knöpfe drückst und mir so die Gelegenheit gibst, anzuschauen, was noch verborgen war, zu heilen, was geheilt werden möchte.

Einen Glaubenssatz habe ich schon mit The Work bearbeitet.

Du wirst mich verlassen!

Um den zu finden, bin ich meinen Gedanken vorher gefolgt.

  • Ich bin nicht genug, so wie ich bin.
  • Das wird ihm nicht reichen, was ich zu geben habe.
  • Ich habe nichts zu geben.
  • Ich gebe zu wenig.
  • Das ist zu wenig.
  • Ich bin nicht gut genug für dich.
  • Du wirst mehr erwarten, als ich dir geben kann.

Und dann kam er, der Satz, der mich voller Wahrheit ansprang. Felsenfest überzeugt davon – du wirst mich verlassen!

The Work hat das etwas aufgelockert. (Und wo ich diese Notizen dazu selbst nochmal lese, merke ich, dass ich auch die schon wieder vergessen hatte, obwohl es doch ganz schön klingt. Ich werde es wohl mal öfter lesen, zur Erinnerung. 🙂 )

Trotzdem bin ich seit Tagen wieder innerlich auf der Flucht. Will ihm ausweichen. Will mich nicht mehr so gestresst und angespannt fühlen. Will nicht mehr so unsicher sein und in diesen Ambivalenzen.

Heute Morgen wache ich auf und ich denke, ich muss heute zu ihm. Kein entspannter Gedanke. Kein schöner Gedanke. Kein Gedanke der einem Bauch- oder Herzgefühl entspringt. Keine Anziehung. Keine Verlockung. Sondern ein Gedanke in Not. Ich muss zu ihm!

Ich denke an das Buch von Ina Rudolph, dass ich gestern angefangen habe zu lesen („Ich will ja loslassen, doch woran halte ich mich dann fest?“) und mir fallen ihre Hilfestellungen ein, wie man einen tiefen, emotionsgeladenen Glaubenssatz finden kann, um mit ihm zu arbeiten.

Ich passe es an meinen Gedanken an und frage mich, was ist so schlimm daran, wenn ich nicht zu ihm fahre. Es taucht der Gedanke – ich verliere seine Liebe – auf.

Ich frage weiter. Was ist so schlimm daran, wenn er mich nicht mehr liebt. Es springt mich der Gedanke an – ohne Liebe kann ich nicht leben. Und da ist er, der emotionsgeladenen Glaubenssatz. Mir schnürt es die Kehle zu und es lauert Todesangst.

Dann bin ich mutig und entscheide mich zuerst, diesen Satz, diese Empfindung zu klopfen. Das empfehle ich nur, wer gut in der Lage ist, sich aus heftigen Emotionen wieder stabilisieren zu können.

Auch beim Klopfen läuft ein Prozess. Ich begann mit einem Satz und aus diesem entwickelten sich neue Empfindungen, die ich in Sätze kleidete:

  • Die kleine Sophie befürchtet, ohne ihn zu sterben.
  • Die kleine Sophie fühlt, ohne Liebe zu sterben.
  • Die kleine Sophie fühlt, ohne Liebe gestorben zu sein.
  • Ich bin gestorben, weil keine Liebe da war.

Da wurde mir klar, dass diese Angst begründet ist, weil ich sie wirklich so erlebt habe. Weil sie in meinen Erfahrungen wahr ist. Ich bin gestorben, ein Teil von mir ist damals gestorben, weil zu wenig Liebe da war. Und dieser Teil fühlt das immer wieder von Neuem, wenn Menschen im Heute gehen oder gehen könnten.

Da haben wir den Auslöser für all die Verlustangst und all das Drama und Leiden in mir, wenn mal jemand nicht erreichbar ist, den ich glaube zu brauchen oder Abschiede anstehen. Das finde ich bemerkenswert.

Ich habe lange geweint und einiges zusätzlich gebraucht, um mich mit dieser Erfahrung hier und heute wieder gut zu betten. Es war ein kleines Stück möglich, einen Ort zu imaginieren, an dem Liebe endlos vorhanden ist und die betroffene Erfahrung dort zur Ruhe kommen zu lassen. Ich bat ‚Gott‘ und Mutter-Erde um Hilfe und ich ließ mir Reiki schicken.

Und ich erkannte auch, ja, ein Teil ist gestorben, aber ein Teil hat auch überlebt! Ich bin heute noch da!

Das ist die zweite Runde mit diesem Thema. Zum ersten Mal bewusst geworden, ist mir diese Erfahrung 2016. Ich schrieb darüber.

So. Nun steht noch die Arbeit mit The Work aus. Ist es wirklich wahr, dass ich ohne seine Liebe nicht leben kann? Ich ahne bereits eine Antwort. 😉

Übung im Denken – die Kontrolle loslassen

Ich habe vor zwei Wochen einen Vortragskurs in der Volkshochschule besucht. Dort wurde anderthalb Stunden die Methode ‚The Work‘ von Katie Byron erklärt, mit kleiner Vorführung, wie es geht.

Die Methode passt zu mir. Ich glaube, weil ich eh viel denke und dieses Werkzeug am Denken ansetzt. Denk-Yoga. Man fängt mit einem stressigen Gedanken an und probiert dann verschiedene andere Gedanken dazu aus, schreibt das alles auf. Am Ende ist man sehr wahrscheinlich weniger gestresst vom Ausgangsgedanken.

Heute ist es mir wieder eingefallen.

Zurzeit ist mein Kontroll-Thema wieder sehr stark. Kontrolle behalten wollen. Panische Angst. Da gibt es viele Glaubenssätze ich mir. Die, die ich heute gefunden habe, lauten:

  • wenn ich die Kontrolle loslasse, sterbe ich
  • wenn ich die Kontrolle loslasse, passiert etwas Schlimmes
  • wenn ich nicht weiß was kommt, macht mir das Angst
  • Vertrauen ist gefährlich

Mit der ersten Überzeugung habe ich nach ‚The Works‘ gearbeitet.

Als ich aufgeschrieben habe, was dieser Gedanke mit mir macht, welche Bilder und weiteren Gedanken kommen, welche Gefühle und wie sich mein Körper anfühlt, hat sich viel entladen. Ich musste sehr weinen, was dann von alleine abebbte.

Als ich dann überlegte, wer ich ohne diesen Gedanken wäre und wie sich die Umkehr-Gedanken anfühlen, hat das meinen Blickwinkel erweitert.

Klar ist aber auch, dass da nicht grundsätzlich, durch einmaliges Durcharbeiten nun alles verändert ist und ich keine Angst mehr habe. Das braucht wie mit allem Wiederholungen. Und es ist auch ein sehr tiefes Thema, mit vielen Verzeigungen.

Aber ich fands bereichernd und spannend und das Schreiben habe ich als haltenden Rahmen erlebt.

Göttliche Berührungen

Ich lehnte mich mit dem Rücken an einen großen Baum, mit leicht schrägem Stamm und ließ mich halten. Ich war weit weg. Weg von der Welt.

Der Wind ließ die um mich herum herabhängenden Zweige, mit ihrem noch frischen, zarten Grün, in meine Richtung wiegen und plötzlich hatte ich das Gefühl, sie wollten mich trösten, mich liebkosen und beruhigen. Alles ist gut. Ich musste weinen. Es berührte mich zutiefst.  Ich war nicht mehr weit weg. Ich war in der Welt. Ich fühlte den Wald, wie er mich hielt und beschützte, meine Seele streichelte. Wäre da nicht ein Fußweg gewesen, hätte ich mich sanft in diese Zweige eingewickelt und mich dem Gefühl ganz hingegeben.  Beschützt sein. Gehalten sein. Und mir wurde bewusst, wie sehr es genau dieses Gefühl war, welches mir in der Kindheit gefehlt hatte.


Ein Online-Seminar, am Tag des Vollmondes, um den göttlichen Heilstrom zu empfangen. 30 Minuten sitzen, Stille lauschen, sich spüren, Worte hören. In friedlicher Ruhe sein. Ganz am Ende, zum Abschluss ein Musikvideo. Taizé – Behüte mich Gott. Eine Hitze durchläuft mich. Eine Gänsehaut ergreift mich. Mein ganzes Sein wird berührt und Tränen fließen. Überrascht.


Über den Glauben nachdenken, so nebenbei am Morgen im Bett, während ich mich mit meinem Körper verbinde. Ich sehe mich fallen, Rücklinks, jedoch nicht endlos, sondern landend auf einem weißlich, milchigem Grund. Ein Geistesblitz durchzuckt mich. Ja, genau!

Was ist, wenn ich glaube, so ganz und gar, mit Haut und Haaren, mich hingebe, loslasse, abgebe, führen lasse? Ja was ist, wenn ich dann erkenne, erfahre, dass der Glaube nicht wahr war, ein Irrweg, ein Trugschluss, eine Täuschung? Was passiert mit mir? Was ist, wenn ich dann zerspringe und stürze und falle und sterbe, weil es nicht mehr gibt, was vorher alles war? Bin ich bereit zu sterben, um glauben zu können?

Dieses Bild! Auch wenn ich sterbe, auch wenn ich falle, falle ich trotzdem auf einen Grund. Falle ich auf das, was übrig bleibt. Nach allem Glauben, allen Vorstellungen. Etwas bleibt, etwas ist da, auch wenn ich falle und sterbe.

Braucht es den Glauben, um ihn verlieren zu können, um daran zu sterben, um die Erfahrung des wirklich Göttlichen zu machen? Das Etwas was immer ist, was keinen Glauben braucht. Nur die Erfahrung.

So ist es geschehen.

Die spirituelle Krise aus dem letzten Jahr wird etwas klarer.