Mit dem Teufel in einem Raum

Das schrieb ich gerade jemandem.

„Liebe …,

ich schreib mal, weil ich so Angst bekommen habe.

Bin derzeit in einer Krise mit unterschiedlichst heftigen Gefühlen.
Die bekomme ich meistens erst klar und wahrgenommen, während ich die Klopfakupressur anwende.
Eben war es wieder der Hass. Erst auf irgendjemanden, dann merkte ich, dass er mich meint und dann war es eine Hasspräsenz im Körper ohne Ziel.
Ich spreche das beim Klopfen laut aus was ich fühle und nehme es an (im Idealfall).
Die Details sind vielleicht gar nichts so wichtig zu erzählen. Ich brauch das wohl eher für mich zur Beruhigung. 

Ich hab da schon ziemlich viel geweint und es kam Verzweiflung dazu, weil es ein Dilemma gab zwischen Hassen und Lieben. In der Art, wie soll ich dich hassen, wenn ich dich liebe.

Dann wurde es ruhiger und die Präsenz bekam ein Bild, als ich einen Weg suchte es weiter auszudrücken. Eine hagerer, elegante Person, vielleicht mit einem Schnurrbad und Zylinder. Selbstherrlich. Das Gesicht konnte ich nicht sehen.

Da bekam ich Angst, weil die Präsenz so fest dastand, als stände ich mit dem Teufel in einem Raum, als hätte ich ihn gerufen. Mein Reflex war zu sagen – bitte gehe. Ich hatte Angst, dass er nun für immer blieb und wusste nicht wohin mit ihm.

Mir fiel dann auch die Kriegerkarte (Maya) ein und der schwarze Jaguar an der Leine.
Wird der Hass in mir, auf mich in meinem Leben bleiben? Geht es nur darum in an der Leine halten zu können? Damit war ich die letzte Woche schwer beschäftigt, in der Verantwortung zu bleiben.

Kann das leichter werden?

Viele Grüße 

Sophie

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Die Energie von Tod und Zerstörung

Ich habe gestern in einer angeleitet Gruppe über mein Erlebnis mit der… ich nenne es mal Tötungsenergie erzählt, von der gescheiterten Ergotherapie letzte Woche und meinen Überlegungen, wie ich Hass und Verachtung in mir annehmen kann.

Es zeigte sich, dass es Angst und Befürchtungen sind, die die Annahme schwierig machen.

Es vielen die Begriffe Archetypen und Kali – eine indische Gottheit.

Ich habe mich noch nie mit der Idee von Archetypen tiefer befasst, aber es hat mich schon erleichtert, dass sie anscheinend im Hinduismus einen Umgang mit dieser  Energie gefunden haben, so dass es dazu sogar eine Gottheit gibt.

In der Gruppe wurde gesagt, Kali schaffe Klarheit, sie sei wie das Schwert in den Tarot-Karten, welches für den Verstand steht oder so ähnlich.

Das hat erst mal nichts mit dem zu tun, was ich da gefühlt habe. Was haben Hass und Verachtung mit Klarheit durch den Verstand zu tun?

Ich spürte dahinter während der Gruppe noch Schutz, was ich auch erst mal nicht einordnen kann. Was haben Hass und Verachtung mit schützen wollen zu tun?

Heute musste ich dann an Schmerz denken. Schmerz, den mir Andere zugefügt haben, mit ihrem Hass und ihrer Verachtung. Vielleicht habe ich das Messer, das mir Andere in die Magengrube rammten, lieber selbst in die Hände genommen. Vielleicht füge ich mir diesen Schmerz mit meinem Hass und meiner Verachtung lieber selber zu, als diesen Schmerz durch andere zu erfahren. Ist das der Schutz den ich da spürte? Ist das die eigentlich gute Absicht?

Ich habe mich dann getraut mit den Empfindungen von Hass und Verachtung zu klopfen.

Zuerst kamen Tränen des emotionalen Schmerzes. So zu sich zu sein tut weh. Dann wurden die Empfindungen immer mehr zu einem gedanklichen Urteil. Ich sah dieses Urteil wie ein Schwert meinen Kopf spalten. Ein Schwert das mich zerteilte, über mich richtete. Dann spürte ich dieses Richten auch über andere.

Ich glaube, ich mache das (unbewusst/bewusst) sehr oft, über andere richten und über mich selbst richten. Ich laufe mit dem Schwert durch die Gegend und verteile Richtersprüche. Ich spüre tatsächlich öfter Überheblichkeit in meinem Sprechen. Es war mir immer sehr unangenehm und ich versuchte es sein zu lassen.

Das ist doch nicht gut!? war das erste was ich erschrocken dachte. Ich möchte über niemanden urteilen! Ich möchte niemanden verletzen, niemandem weh tun! Wie soll ich solche Gedanken/Empfindungen liebevoll annehmen?

Das zweite was ich dachte, war, dass ich mich an die Archetypnummer erinnerte. Wonach alle Menschen diese Energien in sich tragen, es zum Menschsein dazu gehört und weder schlecht noch gut ist. Damit wäre es sogar normal. Es wäre völlig normal, dass ich verurteilende Gedanken habe.

Dann ist vielleicht die Frage, wie viel Raum ich ihnen zukünftig geben möchte, ohne ihre Existenz zu verleugnen. Sie sind da, aber ich handele nicht danach. Sie sind da, aber ich verurteile sie nicht.

Mal sehen wie es weiter wird…