fallen und bleiben

Mit den Händen vor der Stirn und geschlossenen Augen, suche ich DEINEN Raum , der sich zwischen, über den Augen auftut, in den Kopf und vor ihm hinaus. Der mich an den weiten, endlosen Weltraum erinnert.

Ich danke DIR, diesem Raum, der gleichzeitig weit und alles nehmend ist und trotzdem haltend und umrahmend.

Mein Geist will loslassen, verschwinden, aufgeben, sich verlieren. Auch diesen Raum.

Ich lasse es zu, in diesem Bild und Gefühl von Raum. Ich ziehe beides zusammen an einen Ort – das Aufgeben und den Raum.

Mal still, mal laut benenne ich mit Worten was passiert. Folge mit Worten dem Strom der Geschehnisse.

Das Loslassen geschieht, fühlt sich an (sieht aus), als würde der Geist in Staub zerfallen, sich ins Nichts des Alls zerstreuen.

‚Ich‘ verliere mich und nehme wahr, dass ich trotzdem bleibe, in DIR, in DEINEM Raum. In meinem Raum.

Ich bleibe, obwohl ‚ich‘ verloren bin, ‚Ich‘ sich abwendet und aufgibt.

Ich bleibe Raum.

Einer der vielen kleinen Tode, vergangene und kommende.

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Krisenzeit

Das war die heftigste Krise die ich seit letztem Jahr September erlebt habe. (Diese endete damals auf der Kriseninterventionsstation.)

Mit großen Augen und anerkennendem Blick sagt sie: „Und sie haben das durchgestanden!“ Ja, ich habe das zu Hause durchgestanden. Ich hatte mich zwar um eine Krisenaufnahme für das Wochenende, in einer Akuttagesklinik gekümmert, diese dann doch abgesagt. Ich habe es mir zugetraut, weil andere Dinge griffen.

Niemand konnte das ganze Ausmaß sehen, niemanden konnte ich sagen, was in mir passierte, dass sich alles in mir verändert hatte. Niemand bekam die Dimension dieser Krise mit. Ich hatte keine ausreichenden Worte und habe es selbst nicht verstanden – mittendrin. Wenn ich nicht mehr konnte, sah das keiner und wenn mich jemand sah, setzte der Automatismus ein, noch zu können. Und was soll ich sagen – es ist okay… irgendwie. Es war nicht nötig, dass ich mein Erleben erklären konnte (auch wenn ich es gerne getan hätte). Ich habe es anscheinend nicht gebraucht.

Ich habe MICH gebraucht. Und ich war überwiegend für mich da. Bin Wege gegangen, die ich noch nie gegangen bin. Habe Hilfe bekommen, auch ohne dass die Dimension erkannt wurde, wohl einfach, weil man mir auch glaubte, wenn ich um Hilfe bitte, dann brauche ich sie auch.

Ein sehr heilsames Erlebnis, wenn die Tagesklinik sagt (war da bisher zweimal, 2011 und 2014): „Kommen sie einfach. Sie brauchen keine Einweisung vom Arzt. Wir kennen sie ja und kümmern uns dann um alles.“ Ich habe geweint vor Dankbarkeit, nach diesem Anruf. Ich musste nichts erklären. Es hat einfach gereicht nach einer Krisenaufnahme zu fragen.

Erst danach konnte ich so halbwegs verstehen und erklären und sie sagte: „Ich habe es ihnen zugetraut.“ Wow…! Das hatte ich mir von meiner damaligen Therapeutin gewünscht und sie sogar darauf angesprochen, ob sie mir nichts zutraue. Und nun sagt man mir das von ganz alleine. Ein tolles Gefühl! Noch nie in meinem Leben, habe ich so etwas gesagt bekommen und auch annehmen können.

Da ist viel Kraft in mir. Ich durfte sie erleben und ich spüre sie immer noch. Ich fühle mich nicht stark. So meine ich das nicht. Sondern, dass da ein Kern in mir ist, der Kraft zur Verfügung stellen kann (immer gibt), wenn ich sie brauche.

Krisen erschaffen immer ganz besondere Erfahrungen. Ich tue Dinge, die ich ohne nicht tun würde. Dadurch erlebe ich Sachen, die ich ohne nicht erleben würde.

Die Lawine, die alles mit sich riss und sich stetig vergrößerte, läuft momentan langsam aus (und nichts ist mehr wie vorher). Ich weiß nicht, wo ich jetzt stehe. Da ist so viel passiert. Für mein Bewusstsein zu viel in zu kurzer Zeit, als dass ich greifen könnte, was es mit mir gemacht hat und was im Einzelnen der Inhalt war.

Das Überthema heißt wohl ‚zeigen und gesehen werden‘ und Bindung (immer noch). Da hängt so unglaublich viel dran! Das hat (und tut es weiterhin) so extrem viel ausgelöst.

Auch bin ich auf ein familiäres Thema, mütterlicherseits gestoßen. Ich trage Erlebnisse meiner Familie mit, die ich nie erlebt habe. Ich reagiere mit ihrer nackten Angst und Panik. Ich habe den Schmerz meiner (schon seit Jahren verstorbenen) Oma geweint.

Am Ende brauchte ich für drei Tage völligen Rückzug. Ich ließ die meiste Zeit Handy, Telefon und PC aus. Wusste ich, ich musste mich vor weiteren Reizen, Informationen, Reaktionen schützen, um mein völlig überreiztes Nervensystem zur Ruhe zu bringen und meinem durchgebrannten Verstand die Nahrung zu entziehen. Absolute Ruhe – das brauchte ich. Der erste Tag davon war sehr schwer. Meine Gedanken drängten immer wieder zur Tat, wollten Klärung, suchten Kontakt, waren voller Panik und auch Schmerz. Es erforderte Disziplin, nicht ins Handeln zu gehen. Ich schrieb sie alle auf, um mich dann wieder dem Jetzt zuzuwenden. Das half. (Und heute sind 70% des Geschriebenen unwichtig geworden)

Gestern und heute sehe ich nichts mehr um mich herum. Da ist so viel leerer Raum. Aus allen Zusammenhängen gelöst. Nichts scheint mehr wichtig, von Bedeutung oder trägt. Ich sehe keinen Weg. Ich habe kein Ziel vor Augen. In den letzten Jahren hätte mich das (zum wiederholten Male) in eine tiefe Sinnkrise gestürzt, auf die ich aufgesprungen wäre. Jetzt übe ich mich, die logischerweise folgenden Depressionswellen durch mich durchlaufen zu lassen. Jetzt hält nur noch das Leben, das Da-sein selbst. Schön fühlt sich das nicht an. Da ist Angst und Ungewissheit. Keine Richtung, in die ich blicken kann. Es bedeutet viel Bewusstseinsarbeit und aushalten.

Es ist zu erwarten, dass sich wieder etwas Greifbares formieren wird (und ich danach auch suchen werde), um beim nächsten Mal erneut zu zerfallen.

Ich bin müde, erschöpft und sehr schwach.
Ich fühle wieder (wackeligen) Boden.
Ich habe die schwach pulsierende Erinnerung von Kraft.

Gott ist ein Gefühl

Zögere dies in Worte zu fassen. Worte können es nicht fassen. Sprache ist immer polar und trennend, damit lassen sich Einheitserfahrungen grundsätzlich nicht über Sprache vermitteln.

Vergesst alles was ihr euch zu diesen Worten denkt, was ihr euch vorstellt. Diese Worte sind nur mit dem Herzen zu fühlen. Vergesst alles war ihr euch unter dem Wort Gott vorstellt. Vergesst Formen, Bilder, Gedanken, Ideen, Geschichten. Gott ist ein Gefühl. Gott ist ein Zustand. Und wiederum auch nicht.
ER/SIE/ES hat mich berührt. Ich habe Gott erfahren, mitten in meinem Herzen, mitten in meinem ganzen Sein. Ich weine – es fehlen Worte. Ich versuche es mal mit Schmerz, Liebe, Dankbarkeit, Ehrlösung, Freude, Unendlichkeit, Mitgefühl. Alles zusammen und noch viel mehr.

So unerwartet. Ich schaute einen Film. Wie mir zum Ende klar wurde, eigentlich nicht den Film von dem mir jemand erzählte. Der Titel („Stigma“) viel mir nicht mehr ein und ich stolperte über „Dogma“ und verwechselte diese beiden Filme. „Dogma“ ist eine sehr flache Komödie, die, wie ich glaube den Film „Stigma“ etwas auf den Arm nimmt. Am Ende des Filmes, den ich eher nur halbaufmerksam schaute, da wie gesagt nicht sehr tiefgängig, erscheint Gott (Alanis Morissette) als Frau auf Erden, nimmt einen gefallenen Engel in den Arm und vergibt ihm, alles ohne Worte.
Mich berührte es so heftig, dass ich in Tränen ausbrach, völlig überrascht war und nichts verstand. Der Film war zu Ende, ich weinte weiter, fühlte mich tief im Herzen getroffen. Legte mir intuitiv den Song von Fayzen „Paradies“ auf und dann fühlte ich IHN/SIE/ES/MICH.

Ich fühle den Schmerz des Getrennt-seins in meinem Herzen, getrennt sein vom Leben, der Existenz, vom Ur-Grund, von Gott. Ich erkenne diesen Schmerz sofort in all meinen Beziehungserfahrungen wieder. Ich fühle die Ur-Trennung vom Sein, die in diesen Erfahrungen lediglich wiedergespiegelt ist. Ich fühle die Illusion dieser Trennung, da ich gleichzeitig Gott darum herum, durch mich hindurch, in mir spüre. Ich spüre das Lachen, das Lieben der Einheit. Fühle grenzenloses Ganz-sein, um das kleinere Getrennt-sein-Gefühl.

Und auf einmal fühle ich auch eine andere Botschaft, die andere Aussage hinter den Worten des Songs, fühle ich Gott in diesen Worten. Höre mit dem Herzen was mit ‚draußen‘ und ‚drinnen‘ gemeint ist. Fühle, wie sich meine Erfahrung in den Worten von ‚Paradies‘ und ‚Liebe, die sich in allen Spiegeln spiegelt‘ selbst wiederspiegelt.

So groß… so unglaublich groß und heil!

Im Vertrauen

Du heilige Scheiße! Ich hab so krasse transformative Wochen hinter mir und wage nicht zu behaupten, dass es vorbei ist. Doch die Wogen glätten sich etwas und tiefe Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Schwere sind verblasst. Meinem Herzen geht es wieder besser. Ich sammle meine Teile von mir ein und finde erneut ein anderes Bild vor.

So viel ist passiert. Zur Überbrückung des Wochenendes vor 3 Wochen entschied ich mich doch eine Akuttagesklinik aufzusuchen. Da war ich nur einen Tag, weil ich am Nächsten auf dem Weg dorthin, auf meinem Fahrrad von einem Auto angefahren wurde. Der Körper Gott sei Dank nur ‚leicht‘ lädiert, war das dann doch zu viel von allem, die ganzen Vergangenheitsgeschichten, der Missbrauch, die Überforderung mit meinen Gefühlen, keiner da zum Sprechen und dann dieser Unfall, so dass ich auf der Notaufnahme psychisch kollabierte und für 6 Tage auf einer Kriseninterventionsstation war. Doch damit hörten die Konfrontationen nicht auf. Es folgte ein Trigger nach dem Anderen und ich fing schon an zu zweifeln, ob mein System überhaupt in der Lage ist, so viele Dinge zu verarbeiten und zu integrieren, ohne verrückt zu werden. Aber voila, ich bin noch da. Zwischendurch natürlich verstandsmäßig ausgeklinkt, weil der war wirklich an seine Grenzen gekommen. Verständlicherweise.

Das alles führte dazu, dass ich nach der Station auch zu Hause den Alltag nicht mehr schaffte, weil jede Kraft in innere Prozesse floss. Kontrollverlust auf allen Ebenen. Eine ziemlich große Lernaufgabe, wo doch Kontrolle behalten, die Überlebensstrategie meines Verstandes war. Betonung auf ‚war‘. Da ist was weggebrochen. Und obwohl ich dadurch mit ganz neuen, nicht gerade leichten Gefühlen konfrontiert bin, bin ich auch verdammt froh darum, weil es neue Erfahrungen möglich macht. Z.B. sah ich ein, dass ich zu Hause Hilfe brauchte. Es wurde über die integrierte Versorgung meiner Krankenkasse eine psychiatrische Hauskrankenpflege installiert. Da kommt also jemand zu mir und ich lasse mir beim Post bearbeiten helfen und bei der Säuberung der Wohnung und schäme mich dabei in Grund und Boden. Diese Dinge habe ich immer alleine gemacht und in meiner Vorstellung existierte keine Idee dazu, dass da jemand bei helfen könnte. Am Ende bin ich dann trotzdem immer total dankbar, weil ich ja merke, wie hilfreich das war und wie sehr ich mich alleine damit gequält hätte. Ein harter Brocken bleibt es trotzdem, jemand Fremdes in meiner Wohnung auszuhalten, der auch noch in meinen Dingen mitmischt.

Da gibt es noch so viele andere Prozesse die alle parallel laufen und sich auch miteinander verweben und Veränderung vorantreiben. Besonders auf der beziehungsebene. Zu komplex für Worte und Gestalt. Zu tiefgreifend und umfassend, um es wiedergeben zu können.

Momentan sitze ich in all dem und fühle mich im Vertrauen.

Mein tägliches Gebet:
Liebes Universum, liebe Mutter-Erde,
ich bin dankbar Teil eurer Energie zu sein.
Ich vertraue dem Fluss des Lebens.
Ich bin zu jederzeit in Sicherheit.
Ich sage ja zu allem was ist.
Ich bin bereit zu wachsen.
Liebe Engel, liebe Erzengel,
ich bin dankbar, dass ihr mich begleitet und führt.
Bitte unterstützt mich auch weiterhin darin
der Kraft meines Herzens zu folgen
und aus meiner Mitte zu leben.

In der Vorstellung bist du frei!

Es scheint völlig unmöglich!

So viel gelernt darüber, so oft gelesen, so oft anderen erzählt. Erschaffe dir deine Zukunft! Manifestiere deine Wünsche! Du bist der Schöpfer! Male es dir aus, so genau wie möglich. Stelle es dir vor, als wäre es schon passiert, mit all den guten Gefühlen. Wenn du etwas für unmöglich hältst, stößt du die Möglichkeit von dir fort.

Okay, jetzt bin ich dran.
Im Kopf: Kann ich es wirklich wagen? Das Unmögliche mir vorstellen? Das ist doch völliger Blödsinn. Ich habe Angst vor meiner eigenen Vorstellung. Egal. Augen zu und rein in die Phantasie.

Ich werde drei- bis viertausend Euro beschaffen können. Das Jobcenter wird mir, mit ärztlicher Unterstützung eine Auslandsreise für zwei Wochen genehmigen. Meine Psychiaterin wird mich in dieser Hinsicht unterstützen. Wir werden gemeinsam einen Plan ausarbeiten, wie ich mit Triggermomenten und verstärkten Symptomen umgehen kann, evtl. Bedarfsmedikation für den Flug oder den Notfall. Ich werde mir genauestens für alle erdenklichen Situation Notfallpläne erarbeiten. Ich werde mich von Freunden unterstützen lassen, z.B. Begleitung zum Flughafen. Ich werde mit Vorfreude meine Sachen packen. Ich werde voller Vorfreude im Flieger sitzen. Ich werde zwei Wochen lang in diesen heilsamen Ort eintauchen, fernab der Zivilisation, umgeben von Menschen die sich selbst näher kommen wollen und von Lehrern/innen die mit viel Herz den Heilungsprozess unterstützen. Hach… fühlt sich das gut an!

Und nun liebes Universum, darfst du weiterarbeiten und entscheiden, ob es so sein soll, während ich die Informationen einhole.