Erfahrungen mit regelmäßiger Mantra-Praxis

Ich war neugierig was passiert, wenn ich regelmäßig dieses Mantra praktiziere.

So richtig ernsthaft, nach der beschriebenen Anleitung dazu.

Als Absicht wählte ich, tiefes Vertrauen in das Leben wie es ist, zu finden.

Heute ist Tag 15. Ich führte währenddessen Notizbuch. Der kursive Text beschreibt unmittelbare Erfahrungen beim Singen, der normale Text Gedanken zwischendurch.

Ein Zwischenstand.


Tag 1

Vorfreude

Wenig Luft. Sschwer einzulassen, zuzulassen.

Traurigkeit und etwas Schmerzhaftes beim Singen

Tag 2

Mit zu wenig Luft fürs Singen beschäftigt.

Tag 3

Hab das Gefühl, ich komme über Hürden am Tag besser hinweg, zurück in den Moment.

Tag 4

Hitze im Wurzelchakra.

Tag 5

Dabei Gedanken an Familie und Oma verstorben. Misstrauen beim Singen und Wahrnehmen von Vertrauen im Singen. Tränen kommen beim zulassen und die Stimme sinkt zum ersten Mal in den Körper.

Bisher gepresst über Kehlkopf gesungen.

Tag 7

Jetzt wird es richtig heikel für mich, da meine Stimme den neuen Raum nimmt, dort aber lauter wackelige, schiefe Töne warten, die vor allem auch viel lauter sind. Oh Gott, mein Nachbar! Es geht nur mit einer Decke übergelegt und dann innerlich die schiefen Töne erlauben und direkt Ganesha widmen, was mich zum Lachen bringt.

Tag 8

Die Töne werden stabiler in dem neuen Raum. Ich trau mich schon ab und zu die Decke über dem Kopf weg zu lassen.

Wenn ich mich beim Singen ganz der Vorstellung an Ganesha abgebe, überkommt mich Freude.

Kann es sein, dass das Singen andere Werkzeuge ersetzt? Keine Meditation mehr gemacht und die Sportanteile nehmen auch ab.

Tag 9

Es hilft mir definitiv immer, ein emotionales Gleichgewicht wieder zu finden. Meine Stimmung hat sich danach immer verbessert. Und ich freue mich meistens auf das Singen. Manchmal macht es mir auch Angst, wenn ich befürchte, es holt irgendwelche schweren Emotionen herauf. Aber meist sind die dann eh schon da.

Heute zaghaft ohne Decke über dem Kopf. Aber laut singen traue ich mich nicht. Dafür mit Hingabe.

Tag 11

Gestern und heute fällt es mir schwer dran zu bleiben. Als würde etwas nicht die aktuelle Gefühlslage loslassen wollen oder nicht mehr daran glauben, dass es besser werden kann.

Trotzdem zumindest einmal gesungen. Gerade heute ist der Unterschied zu vorher signifikant.

Der Ton rutscht in den Bauch und es tauch wieder Vertrauen auf, wo vorher keines war. Ein Gefühl von ‚alles ist gut‘.

Meine Stimme ist im Alltag klarer und deutlicher geworden, weniger gepresst. Hab ich beim Anhören eigener Whats-App-Nachrichten bemerkt.

Ich denke immer noch viel beim Singen, wie es klingt, ob mich wer hört, ob es richtig ist, wie ich es mache, ob ich richtig atme usw..

Tag 12

Es ist interessant zu beobachten, dass mir das Singen aus dem Sinn rutscht. So geht es mir mit vielen Dingen die ich mir vornehme eine Zeit lang zu tun. Nach einer gewissen Zeit und vielleicht sind es sogar die hier beobachteten 10/11 Tage, denke ich nicht mehr daran.

Ich habe mir das immer so erklärt, dass es dann wohl einfach nicht mehr wichtig ist und meine Aufmerksamkeit sich wieder etwas sucht, das besser passt. Nun jedoch, kommt mir noch eine andere Idee.

Vielleicht gibt es so einen Punkt in einem Prozess, wo etwas Neues passieren könnte und diesen Punkt sabotiert mein Gehirn.

Ich würde das Singen tatsächlich sein lassen, wenn ich hier nicht Tagebuch darüber führen würde.

Also mache ich weiter und bin gespannt, was passiert. Vielleicht passiert auch gar nichts.

Mich der Angst stellen, falsch und laut zu singen. Jeden falschen Ton, jedes zu laut der höheren Kraft widmen und damit in Liebe hüllen.

Wie wäre es, wenn der Nachbar schimpft? Ist es schlimm, dass er 13 Minuten Gesang aushält, auch wenn es ihm nicht gefällt? Ich traue es ihm zu. Da gibt es wohl wesentlich Schlimmeres. Er wird es überleben. 😉

Tag 13

Anstatt Freude auf das Singen, herrscht Angst vor.

Heute vor allem Angst spüren. Es ist falsch zu Singen – gehört zu werden. Tränen kommen. Immer wieder darauf einlassen meinen eigenen Tönen zuzuhören, mit ihnen ok zu sein, vom Denken wegschwenken.

Zufall, dass gerade heute die Lautstärkeregelung nicht funktioniert, ich nicht lauter stellen kann, um meine Stimme zu übertönen? Wie eine Prüfung, ob ich es auch wirklich ernst meine. 🙂

Tag 15

Ups. Gestern habe ich nicht gesungen. Sonst zumindest noch einmal am Tag.

Vor zwei Tagen hatte ich eine heftige emotionale Erinnerung und war seit dem sehr unruhig und aktiv. Heute bin ich mir sicher, dass diese Aktivität von dieser Erinnerung abgelenkt hat und ich auch deshalb das Singen gestern ‚vergessen‘ habe. Und das ist gut so. Manchmal braucht es den Abstand, um neue Informationen auf passende Größe zu bringen und verarbeiten zu können.

Heute fing ich an zu lächeln, beim Gedanken gleich zu singen.

Ich merke, dass ich die Angst, gehört und verurteilt zu werden bekämpfen möchte, mich gegen sie stemme, weil sie immer noch da ist. Dann erinnere ich mich an ‚die Angst ist meine Beschützerin‘ und nehme sie beim Singen an die Hand. Ich bin für sie da und spüre ganz deutlich wie schwer das für sie ist, sich dieser Aufgabe zu stellen. Die Angst ist wirklich groß. Ich empfinde Mitgefühl.

Was kann im schlimmsten Fall passieren? Der Nachbar macht Gegenmusik, um mir zu zeigen, wie scheiße er das findet. Oder er äußert sich bei Gelegenheit verächtlich auf dem Balkon. Vorstellen tu ich mir, dass er mich hasst. Ist das realistisch? Ich würde am liebsten ne Umfrage machen, welche Gefühle und Gedanken andere Menschen bekommen, wenn sie ihre Nachbarn 13 Minuten, zweimal am Tag, schief und fremdartig singen hören würden.

Ich persönlich würde schmunzeln, vielleicht kurz die Augen verdrehen und denken ‚da ist es ja wieder‘. Vielleicht wäre ich auch neugierig. Aber wenn sich das über viele Tage wiederholt, würde ich wahrscheinlich irgendwann nicht mehr drüber nachdenken, es ignorieren.

Ob ich diese Nuss noch geknackt bekomme?

Nachtrag: passend und am gleichen Tag geschrieben, ein Beitrag zum Mondwechsel auf Godharmaspirit Blog.

Mein Vertrauen ins Leben oder meine Beziehung zu Gott

Mein Vertrauen ins Leben ist stark angeknackst. Mein Bedürfnis nach Kontrolle riesig groß.

Angespannt liege ich im Bett, mit einem Gefühl düsterer Vorahnungen und einer namenlosen Furcht vor dem was kommt. Zeitlose Furcht. Heute. Morgen. Generell und überall. Wachwerden fürchtet mich. Schlafen ist Sicherheit.

(Die Medikamente sind etwas reduziert und wie schön, meine Worte kommen zurück)

Ich suche das Gespräch, die Verbindung zum Leben/zu Gott/zum Universellem/zu dem was größer ist als ich, mit der Fantasie, dass es mir hilft, dass ich mich weniger fürchte. Die Sehnsucht nach dem im Gepäck, was andere sagen.

Vertraue dem Leben, es hält dich in jedem Moment. Dein Fall ist ein Flug und der Boden dein Halt.

Okay. Ich überlasse Dir die Führung der Kutsche, übergebe Dir die Zügel, damit ich mich hinten ausruhen kann. Ich überlasse mich Dir und der Reise. Zeit die Wolken zu beobachten, die Landschaft, wie sie vorüberzieht und die Aufmerksamkeit treiben zu lassen.

Mein Magen spannt sich zusammen. Dieses Bild macht mir Angst.

Es fällt mir nicht leicht Dir zu vertrauen. Ich fühle mich unsicher ohne Zügel (Kontrolle) in der Hand und ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Es macht mir Angst. DU machst mir Angst. Ich weiß nicht, ob es gut für mich ist wohin wir fahren. Ich weiß nicht, ob DU gut für mich bist. Ich kenne Dich nicht. Ich weiß nicht, ob ich Dir vertrauen kann.

So ist das wohl, wenn man noch nicht viel miteinander zu tun hatte.

Braucht es ein bisschen blindes Vertrauen oder einen Vertrauensvorschuss, um sich zu begegnen?

Erst die gemeinsamen Fahrten werden dazu führen, dass wir uns langsam kennen lernen. Erfahrungen miteinander sammeln und herausfinden, ob diese Beziehung hilfreich ist und halten kann.

Ich sehe einen Zettel vor mir liegen.

„Angst ist meine Beschützerin!“

Dann liebe Angst, sei willkommen auf dieser Kutsche. Setze dich zu mir und wir schauen gemeinsam was passiert.

Trauma und Tee

Innerlich abgestürzt. Äußerlich ringe ich mit der Tagesstruktur und kann sie gerade so halten. Ein Erfolg, den mir meine Ärztin erst sichtbar machen musste. Es ist schwer etwas Gutes zu sehen, wenn innen drinnen alles dunkel ist. Meine Mundwinkel schaffen es kaum noch auf halbe Höhe. Alles ist schwer. Alles ist anstrengend. Jeder Handlungsbeginn kostet mich unendlich viel Kraft.

Ich kämpfe jeden Tag. Das ist etwas was ich auch ohne Hilfe einmal sehen kann. Ich kämpfe jeden Tag. Ich sorge jeden Tag für mich. Ich steuere gegen, ich tröste mich, ich halte mich, ich erlaube mir Dinge, ich versorge mich ausreichend, ich suche Kontakt, ich lasse Gefühle zu, so gut ich kann, ich pendele zwischen ausreichend Ruhepausen und Bewegung. Das alles mit einem absolut niedrigen Energievorrat.
Dieses stetige Vorwärtsschreiten scheint mir in den Genen zu liegen. Ich kann gar nicht anders. Auch wenn ich selbst oft darauf warte, dass ich einfach zusammenbreche und mich nicht mehr rege. Es kam bisher nie dazu.

Schon eine Weile her, dass ich über einen so langen Zeitraum so niedergeschlagen, schwer und müde war. Ich frage mich, ob das die Stimmung der 6-Jährigen in mir ist, nach dem sie das Trauma erlebt hatte. „Da ist etwas durchgerissen.“ Ja… da ist wohl etwas Wesentliches zerrissen. Ein Erlebnis und die Verbindung zur Welt zerreißt.

Obwohl ich selbst genau weiß, wer an dem Erlebten damals beteiligt war, musste ich letzte Woche doch zu meinem Erstaunen feststellen, dass der Teil in mir der diese Erfahrung gesammelt hat, den Täter ausblendet. Sie hat keine Vorstellung davon, wer es war und sie hat eine Heidenangst dorthin zurück zu gehen. Sie weiß, dass „er“ dort auf sie wartet, aber wer „er“ ist, davon hat sie keine Vorstellung.
Ich habe Mitgefühl und Verständnis, für diese Riesenangst. Wer will so etwas schon erleben. Wer kann so etwas schon aushalten. Ganz alleine. Ganz alleine war sie. Niemand hat ihr geholfen, mit diesem Schock umzugehen, Worte zu finden, die Welt zurück zu holen. Niemand. Sie war alleine, danach. Ich habe daran keine Erinnerung. Ich weiß es von meinen Eltern.

Trotzdem gibt es immer wieder so kleine helle Momente in meinem Leben, die ich wahrnehmen kann. Die ganz leise, sacht und lächelnd mein Herz berühren. Wie, als ich heute in einer Cafeteria den Kamillenteebeutel aus der Verpackung nehme und sehe, dass der Tee in einem samtenen Netz hängt, mit noch ganzen Kamillenblüten. Das ist gleich ganz anders und schön anzusehen, als diese Standardteebeutel.

Alles ist gut. Alles fließt. Nichts bleibt so wie es ist. Das ist gerade etwas tröstliches.

In die eigene Kraft kommen!

Verdammte scheiße, was schwirrt mir der Kopf. 🙂

Ein Impuls folgt dem nächsten. Und ich folge einem Impuls nach dem anderen. Nicht lange nachdenken, einfach machen. Und so läuft es und läuft es. Dinge ergeben sich, tauchen völlig unerwartet auf. Dinge entwickeln sich.

Ich habe Ängste. Ich traue es mir zu. Ich fühle viel, viel mehr Vertrauen, was es leichter macht, einfach zu tun. Keine Ahnung was dabei herauskommt. Aber es folgt fast immer ein Lachen aus meinem Herzen, wenn ich einem Impuls gefolgt bin. Es fühlt sich fantastisch an! Meine Seele singt. Endlich wird ihr mal zugehört und sie darf sich entfalten. Und ich staune und staune und staune! Mensch Sophie!? Was machst du für Sachen? Warum traust du dich plötzlich so viel? Dein Herz scheint sich auf der Waageschale, über den Verstand erhoben zu haben. Es wiegt schwerer. Es teilt sich laut und deutlich mit. Es schreit regelrecht. Die Impulse sind keine kleinen Regungen mehr am Rande. Sie sind laut und deutlich. Sie sind ICH. Das bin ICH! Mein Verstand ist in die zweite Reihe gerückt und scheint akzeptiert zu haben, dass er in meinem ICH nur eine Nebenrolle spielt, nur die Zuarbeit macht. Und die Aufgabe nimmt er sehr ernst. Schwer für mich die Mitte zu finden. Pausen zu finden. Kopfentspannung herzustellen. Unruhige Nächte. Nicht einschlafen können. Pläne schmieden. Unentwegt. Gedankenideen können nicht warten, müssen sofort zu Papier gebracht werden. Drehen schleifen.

Ich bleibe trotzdem im Vertrauen. Ich bekomme das hin. Dabei hilft mir meine Bewusstheit. Ich bekomme sehr viel von mir mit und will gut mit mir umgehen.

Die ersten Urlaubswochen der Therapie warnen ja eher dramatisch. Ohne Struktur ist für mich schlecht. Ich verliere den Halt. Das hat mich in eine Bewegung gebracht, mich zu kümmern, mir zu helfen. Ein sehr hilfreiches Muster. Um so schlechter es mir geht, was heißt, um so weniger ich mich aushalten kann, um so mehr gehe ich in Aktion, um dagegen irgendetwas zu unternehmen, was mich wiederum von mir ablenkt.

Daraus ergab sich. Kontaktaufnahme zu einer Tagesstätte, um übergangsweise dort einmal die Woche zu sein. Kontaktaufnahme beim Sozialpsychiatrischen Dienst, mit der Frage nach kurzfristiger Beschäftigungsmöglichkeit. Das hatte ein Beratungsgespräch zur Folge, zu meiner Insgesamtsituation, woraus der Antrag auf Einzelfallhilfe entstand (erste Mal Herzlachen). Dann war ich mit Antragstellen, Abgeben und Begutachten lassen terminlich beschäftigt.

Ich reduzierte die Medikamente. Das veränderte meine Stimmung grundsätzlich und dann ging es erst richtig los.

Spontane Kontaktaufnahme zur Reha-Ergotherapeutin, weil ich eine heftige Meditationserfahrung hatte. Sie begleitete mich telefonisch durch einen Reinkarnationsprozess. Tage später träumte ich extrem intensiv von ihr und mir und einer Energiearbeit, von der ich aufwachte. Wieder Impuls gefolgt, sie anzurufen und es zu erzählen. Mein Verstand tippte sich derweil an die Stirn, dass ich doch verrückt sei. Wir folgten meinem Traum, von ihr etwas lernen zu wollen (sie ist Lehrerin für Metaphysik) und sind für nächste Woche persönlich verabredet (mein Herz lachte sehr, sehr doll).

Ich schaute meine selbstgemalten Bilder an und war begeistert. Der Impuls sie ausstellen zu wollen. Mich zu zeigen. Kontaktaufnahme zu der Einrichtung, in der ich meine ambulante Suchttherapie 2010 gemacht hatte. Man ist begeistert von der Idee, muss nächste Woche noch die Chefin fragen (mein Herz lacht und lacht und lacht).

Seit über einer Woche Sehnsucht nach Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft die von ihrer Schöpferkraft und der Kraft des Herzen weiß, sich gegenseitig trägt und unterstützt. Personen tauchen dazu auf. Ich folge dem Impuls, ohne zu wissen was dabei heraus kommen soll und lade diese Menschen ein zusammen zu kommen (wieder viel Freude in mir).

Ich melde mich bei zwei Kursen in der Volkshochschule zum Singen an. Wenn ich schon nicht schreien kann, dann singe ich eben. Ich freue mich wahnsinnig drauf.

Ich lese ein Buch von Sabrina Fox. Bin so begeistert davon und folge dem Impuls, ihr das einfach zu schreiben. Sie hat mir sogar geantwortet. Noch mehr Freude.

Ich habe mich in die Gärtnerei bewegt und bin dort wieder angebunden.

Ich war in der Lage nach neuen Therapeuten im Internet zu suchen.

Diese Malaysia-Reise zieht mich magisch an. Da weiß ich noch nicht, ob sie nicht zu groß für mich ist, für meine aktuelle Situation.

Und dann stehe ich heute im Bioladen und schaue mir die Aushänge von Kunden an. Mein Blick bleibt hängen bei „Elternassistenz“. Eine Mutter sucht für ihr 10-monate altes Baby und sich eine Assistenz. Reiße die Nummer ab, fahre nach Hause und rufe sie an. Ohne lange zu überlegen. Es scheint eigentlich nicht zu passen, da sie 6 h pro Tag beim Sozialamt beantragt hat. Also eine richtige Anstellung. Aber mein Herz freut sich wieder einmal und ich staune und staune, dass ich mir das zutraue. Ich habe gar keine Erfahrungen mit Säuglingen und Kleinkindern. Aber ich habe furchtbar Lust sie zu sammeln. Die Mutter ist Rollstuhlfahrerin und wir waren uns gleich sympathisch. Na das werde ich mit meiner Ärztin besprechen. 6 Stunden sind zu Beginn sicher zu viel, aber vielleicht lässt sich eine Zwischenlösung finden. Egal. Kopf abstellen und einfach schauen, was sich machen lässt.

WOW! Schaut euch das an! Üblicherweise denke ich lange über Dinge nach, bin zögerlich, unsicher, traue es mir nicht zu. Mache einen Schritt vor und dann wieder zurück. Und nun!

Das liegt auch an der Erdverbindung die ich täglich morgens in der Meditation herstelle. Das klappt so super. Ich fühle mich im Vertrauen mit dem Leben. Ich fühle die Sicherheit, dass es mich trägt, versorgt und liebt. Das Üben trägt Früchte.

DANKE!

Eine ungewöhnliche Reise

Lange hat es gedauert. Immer wieder kam etwas dazwischen. Doch nun fand er endlich statt, der Termin für einen Schamanischen Gesang bei Zarah. Zur kurzen Erläuterung was das ist, hier ein erklärender Auszug von ihrer Internetseite:

„Schamanische Gesänge erschaffen Realität durch den Klang. Wichtig ist dabei, eine präzise Absicht heraus zu arbeiten (…).“ „ Wenn sich die Absicht rund und stimmig anfühlt, stimme ich mich auf diese Absicht ein und lasse dann die Töne durch mich kommen, die das erschaffen, was du erschaffen willst und welche Energien dafür benötigt werden.“ „Die Gesänge sind vielseitig einsetzbar. Sie können zum Beispiel Blockaden auflösen und Potenziale aktivieren. Sie können dich aber auch an frühere Leben erinnern oder dich mit deiner Seele und deiner Sternenheimat verbinden.“

Wir hatten erst geplant, etwas für meine Inneren Kinder zu singen, um ihnen bei der Heilung ihrer Erfahrungen zu helfen. Dann hatte ich aber nach der Reha das Gefühl, dass auch ich als Jetzt-Erwachsener Hilfe brauche, um wieder Vertrauen in den Prozess und in mich selbst zu finden. Im gemeinsamen nach innen Lauschen, stellte sich dann als brennendstes Thema das Urvertrauen heraus. Damit war alles mit eingeschlossen. Kinder, Erwachsene, Damals, Gegenwart und Zukunft.

Wir setzten uns zusammen, ich mit geschlossenen Augen und Zarah begann durchzulassen, was kommen wollte.
Ich war sofort ergriffen, denn da sprach jemand mit mir, mit mir ganz persönlich. Keine Sprache die ich verstand und doch auf ganz tiefer Ebene fühlte, diese Worte waren direkt an mich gerichtet und wurden auch irgendwo in mir verstanden. Ich fühlte mich sofort klein, schüchtern und scheu. Der Klang dieser Stimme war warm und einladend. Ich vertraute ihr sofort. Sie war mütterlich. Sie respektierte meinen Abstand, meine Scheu, forderte nichts, drängte sich nicht auf. Sie war wie eine offene Umarmung, die auf mich wartete. Ich assoziierte eine weise, alte Frau, vielleicht eine Stammesälteste. Alles an ihr war warm, weich und berührte mein Herz. Für mich eine ganz ungewöhnliche zwischenmenschliche Erfahrung.
Dann folgte Gesang. Im Verlauf wechselten sich gesprochene und gesungene Passagen ab. Die Situation veränderte sich und ich hatte auf einmal das Gefühl, mich in einer weiten, wüstenartigen, kargen Landschaft zu befinden, bei einem Stamm, in dessen Gemeinschaft ich aufgenommen wurde. Das waren unglaublich schöne Gefühle! Ein Zugehörigkeitsgefühl, das ich so aus meinem bisherigen Leben noch nicht kannte. Und es war absolut real. Das Gefühl erschuf Realität. Diese tiefe Gewissheit, ich gehöre zu diesen Leuten, ich bin ein Teil davon, lies eine Festigkeit in mir entstehen. Ich wuchs. Ich reifte. Fühlte mich nicht mehr klein und kindlich wie am Anfang, sondern erwachsen und im Vertrauen. Dann sah ich über dieser Landschaft einen riesigen Sternenhimmel. Ich richtete meinen Blick in die Weite und fühlte mich aufgefordert und auch bereit mich nach oben zu öffnen. Wie eine Einladung in die Welt zu gehen und mich zu entfalten. Dann ist es sehr still und friedlich in mir geworden. Absolut ruhig. Nichts mehr zu tun. Zu Hause. Angekommen. Unglaublich!
Als sie fertig war, fühlte ich mich so wonnig, ausgeglichen und entspannt mit mir, dass mir einfach nur nach hinlegen, zusammenrollen und wohligem Daumenlutschen war, vor lauter Zufriedenheit. Sehr beeindruckend!
Als ich wieder zu Hause war, fiel ich todmüde ins Bett und schlief erst mal zwei Stunden. Als ich danach langsam wach wurde und hinaus in den Wald ging, hatte ich plötzlich ein Wissen und Vertrauen in mir, dass ich keine Therapie und keine Therapeutin brauche. Das ich davon nicht mehr abhängig bin. Das ich frei bin und alles in mir trage, was es braucht. Mit Worten schwer zu beschreiben, dieses Gefühl.

Das ist jetzt etwas mehr als eine Woche her. Die Intensität dessen hat sich etwas abgeschwächt. Diese 100%-Überzeugung ist nicht mehr da. Doch es ist wirklich spürbar gewachsen, das Urvertrauen. Ich will sogar behaupten, dass ganz langsam alles in mir zusammenwächst.
Der Grundstein dafür wurde in der Reha gelegt. Definitiv hat dort schon kindliches Fühlen und Erwachsenes dabei-sein zusammengefunden. Der Gesang ist in diese Erfahrung geflossen und hat sie verstärkt.

Ich fühle mich meiner Kleinen näher. Konnte immer wieder Momente zulassen, ihre Gefühle in mir zu spüren, sie als ICH zu fühlen und dann hinzuzukommen und zu sagen „ich bin da“. Wir waren eins in diesen berührenden Momenten. Es gab nur ICH. Ein ICH in dem alles sein darf und niemand alleine ist. Da ging es bisher vor allem um Angst. Angst so unmittelbar zu fühlen, mit der ganzen Präsenz, mit dem ganzen Körper, ist wirklich nicht einfach. Und trotzdem wäre ich so glücklich, wenn es so weiter läuft.

Mama III

Ich habe meine Mutter verloren. Das ist es, was ich fühle.

        Ich habe meine Mutter verloren! Sie ist weg! Sie ist nicht mehr da! Weinen.

Und tatsächlich gibt es eine Episode in meinem Leben, wo das real passiert ist. Ich war ca. 8 Monate alt, als meine Eltern plus Bruder in den Urlaub gefahren sind und mich derweil bei Freunden untergebracht haben. Ich weiß nicht wie lange dieser Urlaub gedauert hat, ob eine oder zwei Wochen. Aber anscheinend lange genug, um mich in diesen emotionalen Abgrund zu stürzen.

        Meine Mama ist weg! Entsetzen. Es nicht fassen können. Es nicht begreifen können.

Es fühlt sich auch heute wie ein Abgrund an. Etwas ist verloren. Alles ist verloren. Haltlos und verloren. Leere. Auch der leere Raum in meiner Brust ist wieder da.

        Angst! Ich habe Angst, dass es wieder passiert! Sie wird mich verlassen! Sie hat mich schon verlassen! Es gibt kein Weg zurück mehr! Alles ist verloren. Schmerz. Aufgeben. Auflösen.

Daneben bin ICH noch da. Manchmal zu viel. Manchmal so viel, dass ich nichts von dem mehr fühlen kann. Dass ich eine Mauer baue, um diesen Schmerz, um diese Angst, weil sie mir zu groß scheinen. Dort beginnt der Selbsthass, die Selbstzerstörung. Das wird mir klar. Das erlebe ich deutlich. Solange ich mir nah bleibe, also ich (im Jetzt) UND ich (im damals), bleibt es mir gegenüber freundlich gesonnen. Dominiert eines von beiden, gehe ich verloren. Meine Selbsterkenntnis hat hier zugenommen. Ich will mir verzeihen, dass auch ich die Waageschale nicht immer in der Mitte halten kann. Aber sehe, dass es immer öfter gelingt.
Einer Eingebung folgend suchte ich mir in den letzten Tagen Unterstützung durch Fernreiki. Es ist ein Geschenk! Es ist für diese Situation so dermaßen passend. Ich kann zu Hause bleiben, in meiner Wohnung, wo ich mich sicher fühle. Ich kann es so gestalten, wie ich es brauche, mit Musik, Decke, einkuscheln. Ich kann allen Gefühlen, so wie es geht freiem Raum lassen, ohne mit einer anwesenden Person beschäftigt sein zu müssen. Ich kann danach liegen bleiben, so lange wie ich es brauche. Es ist perfekt!
Gerade heute hat es meine beiden Ich’s wieder zusammengeführt. Ich war gestern sehr hart geworden, mir gegenüber. Fühlen konnte nicht mehr zugelassen werden. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass ich mich gegen mich selbst richte. Es gab Anteile, die das unbedingt wollten, die mir unbedingt schaden wollten und das mit einem genussvollen Gefühl. Wie Rache nehmen. Süße Rache. Ich bin so erleichtert, dass die Behandlung jetzt im Moment die Richtung geändert hat.

Jetzt spüre ich vor allem Trauer und tiefe Erschöpfung.