Land Art und Ausflüge ins Herz

Es war schön heute. Ich fühle mich wohl und lächle, während ich das schreibe. Das war ein guter Tag. Ich fühle mich ausgefüllt.

Folgende heilsamen Dinge habe ich gestern und heute getan, auch wenn es mir teilweise sehr, sehr schwer fiel, mich daran zu halten und auch auszuhalten, was sich Unangenehmes zeigte:

  • Weckzeit ausgestellt (hatte ich mir vorgenommen, für einen guten Tag-/Nachtrhythmus; ist zur Zeit jedoch kontraproduktiv)
  • Handy ausgelassen (gestern Abend hatte ich es mal für eine Stunde an, heute noch gar nicht – tut definitiv gut)
  • PC ausgelassen, bis jetzt
  • nichts im Haushalt machen (das war richtig schwer, weil ich immer wieder dachte, es tun zu müssen)
  • keine Erledigungen, keine Verpflichtungen, keinen Papierkram (einen Brief aus dem Briefkasten hatte ich dann doch geöffnet, einen anderen jedoch zugelassen)
  • kein Film abends geschaut (obwohl ich das gefühlte 10-20 mal gedachte habe, doch tun zu können)
  • nichts lesen (ist mir nicht schwer gefallen, mein Kopf war eh dicht)
  • Meditation, wenn es sich nach anfühlt
  • Leere/Stille aushalten, Gedanken aushalten – ich muss noch das… und ich könnte doch das tun…
  • Gymnastik, wenn es sich nach anfühlt
  • den Küchentisch von allen Zeitungen und Dingen befreit, so dass ich ohne Ablenkung esse
  • keine Musik (da war ich etwas unsicher, ob Musik nicht auch zu mir führt, aber als ich mir die Absicht anschaute, warum ich Musik hören wollte, war es auch ein Ablenkungsgrund)
  • in den Wald gehen

Ich habe dadurch echt viel Zeit mit meinen Gedanken und Gefühlen verbracht. Das war nötig. Ich war extrem in der Ablenkungsspirale drin und mir würden eigentlich noch ein paar so Tage gut tun. Das kann ich hier bei mir nicht umsetzen, den Ablenkungsangeboten länger stand zu halten. Dafür wäre es gut, irgendwo zu sein, wo das alles nicht ist, die Technik, die Medien, die Bücher usw..

Das tollste dieser zwei Tage waren meine Waldausflüge, jeweils 2-3 h. So lange war ich bestimmt seit 2 Jahren nicht mehr dort.

Das habe ich gestern dort fabriziert, mein erster Land Art-Beitrag. 😀

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Ich bin total stolz darauf und liebe es!  ❤ Echt! Ich habe mich regelrecht in diesen Anblick verliebt.

Angeregt wurde ich dazu von Vetch und Sólveig, mit ihren Themen zu wilden Altären und Land Art.

Heute im Wald war es ein Geschenk mich damit befassen zu können. Gestern war ich noch zu kraftlos, müde und ausgelaugt, um großartige Gefühle zu bekommen. Aber heute war es echt toll! Ich bin innerlich an etwas angedockt, was mir vertraut war, was ich kenne und einen Zugang zum eins-sein, glücklich-sein bewirkt. Praktisches Wirken in der Natur, mit der Natur, durch die Natur. Lauter gute Erinnerungen ploppten auf, mein Körper erinnerte sind und ich war glücklich dabei das Gelände auszukundschaften, mich inspirieren zu lassen, Ideen zu verfolgen, Äste zu suchen und zu brechen, Dinge ausprobieren und wieder verwerfen und dabei immer wieder in diesen Flow-Moment zu kommen, voll und ganz bei der Sache zu sein. Immer nur kurz, aber es war großartig.

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie lange es her ist, dass ich mich so gefühlt habe.

Dabei dachte ich immer wieder ganz aufgeregt – ja genau, ja genau das ist es! Einfach alles passte. In der Natur sein. Kreativ sein, im Kontakt mit der Umgebung. Körperlich sein – laufen, bücken, hocken, zugreifen. Mit den Händen arbeiten – Materialen fühlen, Erde berühren. Mit den Sinnen da sein – sieht es schön aus?, Naturgeräusche, Umgebung erforschen, Gerüche. Und die Beweglichkeit der Schöpfung – es kann riesig groß werden oder auch ganz klein, keine Grenzen, nichts Starres, nichts Festgelegtes.

Das hat mich beim Malen immer gehindert. Ist der Strich gemacht, ist er da, auch wenn er mir nicht gefällt. Im Wald habe ich Holz gesammelt, etwas ausprobiert und dann die Äste wieder in den Wald geworfen, weil es mir nicht gefallen hat. Super! Keine Spuren, kein verschwendetes Papier und Farben.

Das ist das zweite Ergebnis. Ich hatte mehr vor, musste vieles verwerfen, weil zu heiß, zu wenig Wasser bei, zu körperlich schwach, inkl. Schwindel und irgendwann muss es auch mal genug sein. 😉 Mir gefällt es sehr, weil es einfach so entstanden ist, nicht in einem Stück, sondern so nach und nach. Schlicht, aber schön.

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Echt, ich hab so Bock drauf. Wenn es innerlich passt, ziehe ich morgen wieder los.

Hier noch ein paar Impressionen von meinem Ausflug.

Eine merkwürdige Fliege, wie ich sie noch nie gesehen habe. Meine Spontanreaktion war – Iiiiiih, die tut mir bestimmt böses. Dann hab ich sie etwas beobachtet und gemerkt, sie ist wie andere Fliegen auch, sie lutscht mich einfach ab. 🙂 Das tat sie dann auch sehr lange und an weiteren freien Körperstellen. Ich glaube, sie mochte mich. 😉

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Die Bucheckern-Zeit hat begonnen. Habe ich besonders gemerkt, als ich Barfuß unter den Buchen lang lief. Autsch!

Bei einer Buche fielen die Bucheckern wie stetiger Regen vom Baum, weil in der Krone Tauben hin und her flatterten. Ich hockte mich in den ‚Regen‘ und sammelte zwei Hand voll. Vielleicht mache ich karamellisierte Bucheckern-Nuss-Riegel daraus.

Hach, noch mehr Erinnerungen an gute Momente der Vergangenheit.

Seht ihr die Taube?

Seht ihr die Taube?

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Und zum Abschluss ein paar Aufnahmen von heute Morgen. Da hatte ich besonders viel Lust Fotos zu machen.

Meine selbst gezogenen Paprikapflanzen reifen langsam.

Meine selbst gezogenen Paprikapflanzen reifen langsam.

Das Licht war so schön heute Morgen.

Das Licht war so schön heute Morgen.

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Hier fand ich die strahlend, weiße Umrandung schön, die die Sonne an den Blatträndern verursachte.

Hier fand ich die strahlend, weiße Umrandung schön, die die Sonne an den Blatträndern verursachte.

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Göttliche Berührungen

Ich lehnte mich mit dem Rücken an einen großen Baum, mit leicht schrägem Stamm und ließ mich halten. Ich war weit weg. Weg von der Welt.

Der Wind ließ die um mich herum herabhängenden Zweige, mit ihrem noch frischen, zarten Grün, in meine Richtung wiegen und plötzlich hatte ich das Gefühl, sie wollten mich trösten, mich liebkosen und beruhigen. Alles ist gut. Ich musste weinen. Es berührte mich zutiefst.  Ich war nicht mehr weit weg. Ich war in der Welt. Ich fühlte den Wald, wie er mich hielt und beschützte, meine Seele streichelte. Wäre da nicht ein Fußweg gewesen, hätte ich mich sanft in diese Zweige eingewickelt und mich dem Gefühl ganz hingegeben.  Beschützt sein. Gehalten sein. Und mir wurde bewusst, wie sehr es genau dieses Gefühl war, welches mir in der Kindheit gefehlt hatte.


Ein Online-Seminar, am Tag des Vollmondes, um den göttlichen Heilstrom zu empfangen. 30 Minuten sitzen, Stille lauschen, sich spüren, Worte hören. In friedlicher Ruhe sein. Ganz am Ende, zum Abschluss ein Musikvideo. Taizé – Behüte mich Gott. Eine Hitze durchläuft mich. Eine Gänsehaut ergreift mich. Mein ganzes Sein wird berührt und Tränen fließen. Überrascht.


Über den Glauben nachdenken, so nebenbei am Morgen im Bett, während ich mich mit meinem Körper verbinde. Ich sehe mich fallen, Rücklinks, jedoch nicht endlos, sondern landend auf einem weißlich, milchigem Grund. Ein Geistesblitz durchzuckt mich. Ja, genau!

Was ist, wenn ich glaube, so ganz und gar, mit Haut und Haaren, mich hingebe, loslasse, abgebe, führen lasse? Ja was ist, wenn ich dann erkenne, erfahre, dass der Glaube nicht wahr war, ein Irrweg, ein Trugschluss, eine Täuschung? Was passiert mit mir? Was ist, wenn ich dann zerspringe und stürze und falle und sterbe, weil es nicht mehr gibt, was vorher alles war? Bin ich bereit zu sterben, um glauben zu können?

Dieses Bild! Auch wenn ich sterbe, auch wenn ich falle, falle ich trotzdem auf einen Grund. Falle ich auf das, was übrig bleibt. Nach allem Glauben, allen Vorstellungen. Etwas bleibt, etwas ist da, auch wenn ich falle und sterbe.

Braucht es den Glauben, um ihn verlieren zu können, um daran zu sterben, um die Erfahrung des wirklich Göttlichen zu machen? Das Etwas was immer ist, was keinen Glauben braucht. Nur die Erfahrung.

So ist es geschehen.

Die spirituelle Krise aus dem letzten Jahr wird etwas klarer.

Wie ich es erlebe

Ich habe es heute erst mitbekommen, als ich zum Frühstück Radio hörte. Nur, dass in Paris eine Anschlagsreihe passiert ist.

Als ich später in einem Café sitze, schnappe ich mir die „Berliner Morgenpost“, mit der Achtsamkeit, das bei dieser Zeitung die ‚Verpackung‘ vom ‚Inhalt‘ zu trennen ist.

Mit aller Deutlichkeit stelle ich fest, wie die ‚Verpackung‘ dieser Zeitung zur Meinungsmache missbraucht wird, wie die Art der Berichterstattung mir Gefühle unterjubeln will.

Ich lese Details über den Vorgang der Ereignisse. Ich lese Zitate von führenden Politikern.

Etwas schmerzt so sehr, das mir die Tränen kommen, als ich folgendes Zitat von Frau Merkel lese: „Wir weinen mit ihnen. Wir werden gemeinsam mit ihnen den Kampf gegen die führen, die ihnen so Unfassbares angetan haben.“

Ich konnte mit dem Verstand erst gar nicht greifen, was mein Herz da fühlte. Es fällt mir schwer, das in Worte auszudrücken.

Frau Merkels Betroffenheit schmerzte mich so ungemein, weil ich sie ihr nicht glauben konnte. Ich konnte sie ihr nicht glauben, weil sie für die Einen in der Welt galt und für Andere nicht. Damit wurde diese Betroffenheit unwahr und für mein Gefühl zu einem Instrument, um die Massen zu lenken. Das machte mich in dem Moment so dermaßen traurig. Mehr Worte finde ich nicht.

Ich musste dann in Bad flüchten, weil ich die Tränen und Schluchzer nicht mehr zurückhalten konnte.

Als Barak Obama zitiert wird, wurde mir übel. Da stimmte von vorne bis hinten etwas für mich nicht.

Warum fühlen sich die Reaktionen der politischen Ebene alle so künstlich, unecht, nach Schauspiel und Bühne an? Warum kommt mir der Mensch darunter wie eine Marionette vor?

Dass ich so stark emotional reagiere, kam so noch nicht vor. Mir ist der Ursprung meiner Gefühle auch nicht in ihrer Gesamtheit klar. Vielleicht fühle ich auch das Leid und den Schock der Betroffenen vor Ort.

Heute war auch so ein Tag, an dem mein Bewusstsein nicht in den Wachzustand wechseln wollte. Nach viel Schlaf, ging ich deshalb in den Wald. Bodenkontakt suchen. Stellte sich nicht her. Ich war mittendrin so entkräftet, dass ich mich nur noch raus schleppte, auf eine Bank in einer Bushaltestelle. Dort suchte ich aktiver den Kontakt zur Sitzunterlage und kam sofort in ein Weingefühl. Keine Ahnung, ob das schon die Emotionen zu den Ereignissen waren.

Ich weiß, dass ich im direkten Kontakt mit Menschen, deren Emotionen in mir selbst wie meine eigenen fühle und oft genug auch nicht mitbekomme, dass es gar nicht meine eigenen sind, weil es so eins zu eins ist, mit allem drum und dran, auch an Körperempfindungen.

Vielleicht empfinde ich dadurch auch Massenstimmungen. Ich bin mir fast sicher, dass das so ist. Auf jeden Fall, wenn ich in dieser Masse stehe. Ob auch bei Massenemotionen auf weitere Entfernung und großer Fläche verstreut? Keine Ahnung.

Als ich jedoch mit der Verletzlichkeit in mir, in dieser Bushaltestelle in Kontakt kam, war meine erste Assoziation die Vorfälle in Paris. Da wusste ich noch gar nichts Konkretes. Das war vor dem Café.

Der erste Impuls zeigt aus Erfahrung oft die Spur. Wissen tu ich es trotzdem nicht.

Test Test Test… 1, 2, 3

Testurlaub Nr. 2 beendet, nach dem Nr. 1, vor zwei Monaten, die Bezeichnung Urlaub nicht verdient hat.

Dieses Mal würde ich sagen, lasse ich die Bezeichnung gelten, auch wenn ich mich für einen Tag wieder Mal selbst so richtig gegen die Wand gefahren habe. Dieses Mal gab es also keine Traumatrigger, damit auch keine Derealisation, sondern nur mein eigener Verstand der die Dinge nicht gelten lassen konnte und es so schaffte, nicht minder unangenehme Symptome zu produzieren.

Ich habe mich aufgrund der ersten Erfahrung von Urlaub Nr. 1 ziemlich, ziemlich gut vorbreitet, wie eigentlich auch schon beim Urlaub Nr. 1, was verdeutlicht, es gibt Dinge, auf die kann man sich einfach nicht vorbereiten. Die passieren dann einfach. Die müssen auch passieren, sonst könnte man keine Erfahrungen sammeln, um sich daraus weiter zu entwickeln. Urlaub Nr. 3 wird also wieder etwas anders aussehen (wenn ich mir das überhaupt noch mal leisten kann).

Ich habe einige Parameter verändert. Bin mit der Bahn gefahren, anstatt mit dem Reisebus. Eine absolute Entlastung was den Platz, Menschennähe und Beweglichkeit betrifft.
Ich habe Vorstellungen von Unangemessenheit/Übertriebenheit losgelassen und mich mit dem Taxi von mir zu Hause zum Bahnhof bringen lassen und vom Bahnhof dort zur Unterkunft. Das war ganz viel wert. Viel stärkeres Sicherheitsgefühl. Keine Panik. Große innere Entlastung. Würde ich jederzeit wieder so machen. Da fällt mir auf, Selbstfürsorge bei seelischen Behinderungen geht nur mit ausreichend Geld, zumindest wenn ich Urlaub mache. Ohne diese Taxisache, hätte ich gar nicht gewusst, wie ich die Wege schaffen soll, so niedrig war mein Energielevel.
Meine Großeltern habe ich nicht eingeweiht, dass ich in ihrer Stadt bin, um mich von Verpflichtungen frei zu halten. Das war eine seeehr kluge Idee. Ich hätte mich nicht abgrenzen können und hatte überhaupt keine Reserven, um sie zu besuchen.
Ich habe vorher Reiki in diese Reise geschickt und das Universum um Unterstützung gebeten.

Ja, so lief die gesamte Anreise angstfrei ab, was das absolute Gegenteil war, im Vergleich zu Urlaub Nr. 1.
Ich war entspannt vom Kofferpacken, bis zur Ankunft. Auf der gesamten Anreise traf ich auf zugewandte Menschen, die sich mit mir aufgeschlossen unterhielten (was mir in der Form so noch nie begegnet ist). Beide Taxifahrer, die Person die neben mir im Zug saß und auch der Vermieter der Unterkunft. Ich bekam meine starke Erschöpfung und Müdigkeit kaum mit oder sie war okay, weil ich kaum etwas machen musste.

Ich versuchte mich die Tage vor Abfahrt intensiv darauf vorzubereiten, einzulassen, dass Urlaub bedeuten kann, dass ich die ganze Zeit in der Ferienwohnung bleibe, da Aktivitäten nicht schaffbar, nicht möglich sind (warum auch immer). Das war eine große Nummer. Vorstellungen/ Erwartungen von/an Urlaub loslassen. Das sollte sich vor Ort zeigen, dass es nicht möglich war sich darauf vorzubereiten, obwohl ich dachte, ich hätte es. Ich ließ also den Gedanken zu, dass es auch nicht schön werden könnte, wie auch schon in Urlaub Nr. 1 und dass das dann auch okay ist und ich Selbstfürsorge vor Ort betreibe (Skills usw. bliblablup…). Ich spürte eine Enttäuschung und dachte mir, dass das gut ist, schon mal vorab enttäuscht zu sein, weil das ja heißt, dass ich falsche Vorstellungen losgelassen habe.

Naja… so viel dazu.
Ich war insgesamt vier Tage unterwegs.
Erster Tag Anreise also alles prima. Nun folgen Notizen vom Morgen des dritten Tages, bezugnehmend auf den zweiten Tag, die ich im Bett schrieb, weil ich mich nicht in der Lage fühlte aufzustehen. Selbstversorgung nicht vergessen – deshalb mit geschlossenen Augen im Bett Müsli essen, um dann wieder bis 14 Uhr einzuschlafen. Da ist wohl etwas schief gelaufen.

Notizen 11.07.2015:

„Ich verurteile mich für meine Leistungseinschränkung. Das so versteckt, dass ich diese Abwertung nicht direkt mitbekomme, sondern mich in Handlungen wiederfinde, die diese Abwertung/den Widerstand gegen das was Ist ausdrücken.
Ich fühle mich danach im Bett zu bleiben, ich zwinge mich trotzdem aufzustehen. Mir ist nach Verweilen, Ausruhen im Grünen und wenig Bewegung. Ich laufe durch die Gegend.
Die Schwäche macht es nicht einfacher.
Zu schwach zum Einkaufen und Kochen, aber Widerstände eine Pizza zu bestellen.
Schwarzwerden vor den Augen und Sternchen sehen, beim schnellen Aufstehen aus dem Bett, machen mir Sorgen.
Das Wetter ist herrlich. Ein Teil in mir ist unternehmungslustig und fühlt sich behindert durch die Einschränkungen. Der erzeugt Druck und überschreitet Grenzen. Das wiederum erzeugt massive Überforderung, Erschöpfung, Wahrnehmungseinengung.
Suche nach dem anfänglichen Vertrauen, dass alles wie es ist, okay ist.

Resümee gestern. Schlapp und langsam Einkaufen. Dort am Imbiss was essen. Ist alles okay. Alles machbar. Dann kommt die entscheidende Stelle. Zurück zur Unterkunft? Nein, ich bin doch im Urlaub. Noch ein bisschen von der Umgebung sehen. Zurück ist wie ein Versagen, eine Niederlage (obwohl das ja eigentlich das Thema war, worauf ich mich vorbereitet hatte – oder eben auch nicht).

In der Vorstellung fühlt sich laufen nicht gut an, egal wohin, ob Stadt oder Wald. Hier beginnt die Überforderung. Ich schleppe mich durch die Gegend. Irre herum, getrieben, erschöpft, nichts mehr richtig wahrnehmen können. Suche vergebens nach einem netten Ort zum Verweilen (man kennt ja auch nichts). Muss auf Toilette. Habe Durst, aber traue mich nicht zu trinken, weil ich auf Toilette muss. Muss bald wieder was essen und grusel mich vor dieser weiteren Kraftanstrengung, die Fragen nach wo denn und was denn (man kennt ja hier auch nichts). Hab nichts mehr übrig an Kraft.

Schleppe mich zurück Richtung Haus, gebe auf und bin gleichzeitig in Not, weil Grundbedürfnisse nicht versorgt sind. Laufe dann doch am Haus vorbei. In die andere Richtung soll eine Eisdiele sein. Das wäre zumindest so etwas Ähnliches wie eine Mahlzeit. Berg hoch, Berg runter. Verlaufen. Gott sei Dank im Wald, wo ich verschnaufen kann, alleine, geschützt an einem Baum. Zur Ruhe kommen.

Der Wald beruhigt mich sofort, holt mich zu mir zurück. Ich kann hier meine Blase lehren, trinken, Reiswaffeln knabbern (und so tun, als ob alles okay wäre…).
Etwas erholter und gesammelter geht es weiter (die neu gewonnene Energie wird nicht sinnvoller genutzt, als eine Eisdiele zu finden – ich kann über mich selbst echt den Kopf schütteln – Verleugnungsmechanismen hoch drei).
Was für eine Tortur. Schön war es nur im Wald. Der Rest Quälerei. (Ich kann mich noch erinnern, als ich das Eis aß, dass ich mir auch dort versuchte, das Ganze schön zu malen – so in der Art – was für ein schöner Ausflug, damit ich nun idylisch hier sitzen kann.)

Und ich habe das gewusst! Ich habe das schon vor der Reise gewusst! War schon Tage vorher mit loslassen beschäftigt. Vorstellungen von Urlaub, wie er mal war, loslassen. Auf die Realiät, auf das Jetzt einlassen, auch wenn das heißt, die ganze Zeit in der Wohnung zu bleiben. Ich war schon vorher deswegen enttäuscht und hatte das Gefühl, dass ich das trotzdem zulassen kann, alles okay zu finden, auch die Dinge die nicht gehen.
Und trotzdem passiert das. Ist wohl noch nicht bis in die Tiefen vorgedrungen.

Ständig der Drang auf die Uhr zu schauen. Zeit kontrollieren. Das Gefühl, schon viel zu lange im Bett zu sein, endlich aufstehen zu müssen. Der Drang planen zu müssen, aktiv sein zu müssen.
Ich bin im Urlaub! Ich kann so lange im Bett bleiben, wie ich will! Die Uhrzeit ist völlig uninteressant. Ich habe keine Termine. Habe nichts geplant. (Schon heftig, wie weit weg der Verstand von den aktuellen Möglichkeiten sein kann und da so gar keine Kooperation stattfindet)

Mir wird klarer, ich kann diese Situation nicht verhindern. Es muss genau so kommen, damit ich jetzt hier sitzen kann und erkenne, was passiert ist. Also danke liebes Universum, dass es immer mal wieder so richtig scheiße ist. 😉 Ich scheine das zu brauchen, um zu erkennen.“

 

Ich bin dann nach dieser langen Schlafphase erneut mit meinem Widerstand in Kontakt gegangen (körperlich, feinstofflich), bin ihm freundlich begegnet und habe ihn liebevoll gefragt, was denn los ist. Der meinte dann nur so etwas in der Art wie, „alles ist scheiße“, was ich verständnisvoll bejahte. Das führte dazu, dass er (also ich) kurz weinte und sich dabei eine innere Verkrampfung löste. Das schien es gewesen zu sein, mehr zur Klärung nicht nötig.
Danach habe ich einen sehr entspannten Tag auf der Terrasse verbracht, einen super netten Kontakt zum Vermieter gehabt, der an seinem Zaun baute. Daraus entwickelte sich, dass ich seine Hecken goss, weil ich da Lust zu hatte (und ja sonst auch nichts vor 😉 ) und er mich dann auf Apfelkuchen einlud und wir ein Weilchen zusammen saßen und plauderten. Das war ein richtig schöner Tag. Sehr erholsam und genau das was ich brauchte.

Hach, es kann so einfach sein, wenn ich es mir nicht so schwer machen würde. 🙂

Grüner Daumen II

Kurzer Zwischenstand darüber, was mir seit der Behandlung auffällt.

Ich habe neben dem Glauben, auch Zweifel. Gestern verließ ich das Haus und meine Nase fing an zu laufen. Jaja… von wegen Heilung… ist doch alles spiritueller Kram – dachte es in mir. Trotzdem glaube ich meinen Erfahrungen, dem was ich dort gefühlt habe.

Heute wache ich auf und mache zum zweiten Mal die Übung – Mutter Natur umarmen. Gar nicht so leicht. Wie auch schon gestern, bekomme ich kein stabiles Bild zustande. Ich versuche mir eine große Kugel vorzustellen, auf der die ganze irdische Natur wächst, die ich dann umarme. Es geht nicht. Mir fällt auf, dass mir das Gefühl dazu fehlt. Es ist nur ein Bild, ohne Gefühl. Also gehe ich zuerst in mein Herz und suche die Liebe zur Natur, stelle mir also vor, die Natur wäre in meinem Herzen. Oh ja, da passiert etwas. Widerstand. Schmerz. Auch Liebe. Und dann sehe ich, wie große Efeublätter aus meinem Herzen meinen Brustkorb entlang wachsen. Ich versuche dafür offen zu bleiben, diese Vorstellung mit einem Gefühl von Liebe zu empfangen. Das ist doch schon mal ein guter Anfang. 🙂

Als ich aufstehe, fällt mir ein, dass ich gestern vergessen habe mein Antiallergikum zu nehmen. Ein Zeichen? Überlege, ob ich es morgens nachträglich nehme, wie ich es sonst immer tat, aber irgendwie ist mir nicht danach. Über den Tag verteilt denke ich immer mal wieder daran. Es sind keine Symptome da, aber ich bin ja auch in der Wohnung, denke ich mir.

Jetzt zum Abend verlasse ich die Wohnung. Will noch mal kurz in den Wald, mich an einem Baum entspannen. Ich bin gespannt. Neugierig. Und was soll ich sagen – keine Symptome! Kein Naselaufen, Nasekitzeln, Niesen. Ich bin noch skeptisch. Bleibt abzuwarten, ob das mit dem Wetter oder sonst irgendetwas zusammenhängt.

Aber… Aber, wenn es echt so bleibt… Das wäre einfach unglaublich! Unfassbar! Aber… erst einmal abwarten.

Grüner Daumen

Ich und Natur.

Liebe auf den ersten Blick.

Sehnsucht. Eintauchen wollen. Anlehnen wollen. Verschmelzen wollen. Getragen werden wollen. Der Waldboden lädt mich regelmäßig ein, mir eine Kuhle zu buddeln, um mich hineinzulegen. (Ich tue es nie.)

Obi-Baumarkt. Pflanzenabteilung. Hatte nicht geplant dort hinzugehen. War wegen etwas anderem da. Wollte dann nur mal schauen. Zog mich an. Zwischen all den Pflanzen kommen Glücksgefühle auf und die Sehnsucht bleiben zu wollen. Genau hier, zwischen all dem Grün. Innige Gefühle von Zuneigung.

Heftige Pollenallergien. Die ganze Saison durch. Am schlimmsten im Mai/Juni. So schlimm, dass ohne starke Medikamente ein Aufenthalt außer Haus die reinste Qual ist.

Ein Berufswunsch hält mich seit 3 Monaten fest. Gärtnerei. Soviel Anziehung hab ich bisher nirgendwo gespürt. So viel, dass sogar der Gedanke kommt, dafür ins Umland zu ziehen, wenn es der richtige Arbeitsplatz fordert. Ungewöhnlich. Neu.

Kein Loslassen möglich. Will am liebsten unter einem Baum einschlafen. Es geht nicht. Unruhe. Etwas treibt mich immer wieder weg, lässt mich nicht bleiben, egal in welchem Grün ich bin.

Ich liebe alle meine Pflanzen zu Hause. Stehe mit ihnen in Verbindung. Bin mit Herzblut dabei, meinen Balkon zu gestalten.

Meine Babys :)

Meine Babys 🙂

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Auch meine Babys 🙂

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Noch mehr Babys 🙂

Wie passt das zusammen? Ich empfinde die Natur als meinen Freund und trotzdem wehrt sich mein Körper gegen ihre Frucht, stuft sie als feindlich ein. Ich sehne mich nach ihrer Nähe und trotzdem verfolgt mich die Angst mich in ihr loszulassen.

Die Hyposensibilisierung der Pollenallergien musste abgebrochen werden, wegen Überempfindlichkeit und befürchtetem allergischem Schock.

Und nun?

Habe mich mit der psychosomatischen Komponente beschäftigt. Grenzüberschreitung. Grenzen setzen. Im Leben sicher fühlen. Mit dem 2. Reiki-Grad behandle ich alte Glaubenssätze und ersetze sie durch Neue.

Und natürlich lerne ich tagtäglich ‚Nein‘ zu sagen und Grenzen zu setzen.

Das dauert mir alles zu lange! Grundmuster ändern. Wie soll das mit der Gärtnerei klappen, wenn ich hochallergisch reagiere?

Andere Wege? Hypnose?

Akkupunktur hab ich schon probiert, ohne großen Erfolg.

Kann man das nicht an mir vorbei, im feinstofflichen Feld behandeln und klären, die Ursachen herausfinden und heilen?

Ich probiere es aus. Besuche Manuela. Bei ihr habe ich schon einiges an Heilarbeit erfahren.

Sie sieht mich auf einer Wiese liegen, während die Natur über mir zusammenwächst, obwohl ich noch am Leben bin. Ich kann mich nicht mehr bewegen.
Sofort kann ich mit diesem Bild in Resonanz gehen, wie eine persönliche, echte, erlebte Erfahrung. Ich spüre die panische Angst. Das Ausgeliefert sein. Das Umschlossen werden von Wurzeln und Erde. Gefangen.
Ihre Erklärungen (Vermutungen): Ich habe vielleicht an einem Ort gelebt, wo Pflanzen so schnell wachsen können. Das kann nicht die Erde gewesen sein. Sich mit der Natur zu verbinden, mit ihr zu verschmelzen ist an und für sich nichts Negatives. Nur schien diese Erfahrung für mich zu früh gewesen zu sein. Ich konnte nicht vertrauen, habe Angst bekommen und konnte mich aber auch nicht mehr aus der Verschmelzung lösen, war darin gefangen. Das könnte der Grund für meine Symptome sein.

Dadurch, dass ich das Erlebte bei ihr erneut fühlte, konnte sie es in meinem Feld behandeln.
Ich verankerte ein neues Gefühl mit diesem Wurzelbild. Ein Gefühl der Innigkeit, wie ich es hier eigentlich kenne. Die Hausaufgabe ist, jeden Morgen in meiner Vorstellung Mutter Natur zu umarmen und unser neues, bereinigtes Verhältnis zu stabilisieren.

Ich bin wirklich, wirklich gespannt, ob es das jetzt war und wie es sich weiter entwickelt.

Menschen im Wald

Heute ist mir bei einem Ausflug in den kleinen Stadtwald, in meiner Nähe bewusst geworden, dass ich in den letzten Monaten zunehmend dort Menschen bei Aktivitäten sehe, die es vorher nicht gab.

Menschen die meditieren. Menschen die Müll sammeln. Menschen die Trompete spielen. Menschen die dort übernachten. Menschen die um Bäume stehen und sie lange von allen Seiten beschauen. Menschen die picknicken. Menschen bei inoffizieller Open-Air-Musik. Menschen, die mit Kletterausrüstung Bäume erklimmen. Menschen mit Metallsuchgeräten. Menschen die mit Naturmaterialien Bilder auf dem Boden kreieren. Menschen die sich Holz für irgendwelche Projekte sägen.

Ich selbst erweitere die Liste mit Barfußgehen, Bäume umarmen, Bäumen die Hände auflegen, unter Bäumen sitzen, Gleichgewichtsübungen auf dem Waldspielplatz, Bucheckern sammeln und Yogaübungen.

Hinzu kommen noch die Menschen die spazieren, joggen, mit ihren Hunden unterwegs sind, Fahrradfahren, aus Ästen Hütten bauen, Bärlauch sammeln.

Ist ein Wandel in Gang? Wandeln sich die Menschen? Befreien sie sich? Mich freut es zumindest sehr, was ich da so sehe. Der Wald als lebendiger Ort. Als Ort, wo kreative, vielfältige Energien zusammenfließen.

Im Wald

Allein im Wald und alle machen ‚ah‘ und ‚oh‘ und ‚uh‘ und ‚bist du mutig‘ und so weiter. Sie staunen, sind ungläubig, sind überrascht, sind beeindruckt.

Was ist mit mir? Bei all diesen ‚Ahs‘ und ‚Ohs‘ komme ich mir irgendwie übersehen vor. Komme ich gar nicht dazu zu erzählen, zu erfühlen wie es denn für mich war. Bin ich mutig? Fühlt sich nicht so an. Mutig wäre ich, wenn ich mich hätte überwinden müssen. Ein Wagnis eingehen. Doch so hat es sich nicht angefühlt. Und das ist für MICH das Erstaunliche! Ich musste nicht mutig sein, weil es sich sehr selbstverständlich angefühlt hatte. Sowieso fügte sich an diesem Tag alles ineinander, als hätte es nie anders sein sollen als genau so.

Ich, alleine. Mit meinem Fahrrad, Schlafsack, Isomatte und Kocher. Der Plan, eine Nacht im Wald verbringen. Ohne Zelt.

Noch vor ein paar Monaten und das ganze Leben davor undenkbar. Unmachbar. Zuviel Angst. Alleine irgendwo sein? Unmöglich.

Es passte alles. Ich wusste in welcher Gegend es sein sollte. Kannte diese schon. Kannte den Wald und seinen Lockruf in ihm zu bleiben. Unkompliziertes Hinkommen. Im Notfall unkompliziertes wieder nach Hause kommen. Ausweichmöglichkeiten in der Nähe.

Der Tag begann mit Vorfreude. Einfach nur Vorfreude. Null Ängste. Wiiiiie lange ist es her, dass ich so fühlte. Damals, vor Urlauben. Bestimmt 4 Jahre her.

Dann vor Ort Freiheitsgefühle. Unabhängigkeitsgefühle. Gefühle die mir bis dahin so völlig unbekannt waren. Ich mit meinem Fahrrad, konnte tun und lassen was ich wollte. Keine festgelegte Zeit. Kein festgelegter Ort. Beweglich. Lauter Möglichkeiten. Ungebunden. Und immer noch keine Ängste. Wow!

Bei der Suche nach einem geeigneten Platz kam doch Anspannung hinzu. Große Anspannung. Der Wald sehr mit Wegen durchzogen. Die Möglichkeit von Menschen gesehen oder gehört zu werden ist sehr groß. Obwohl zur Nacht hin, immer unwahrscheinlicher. Hier komme ich um mein Muster nicht herum. Angst vor Menschen. Angst gesehen zu werden. Nicht der Wald ängstigt mich. Er ist Schutz. Er ist freundlich. Nicht die Tiere ängstigen mich. Sie sind in ihrem Verhalten nachvollziehbar und kalkulierbar. Es sind die Menschen die mich ängstigen.

Der Platz den ich finde ist zumindest etwas außer Sicht. Trotzdem fällt mir auf, wie ich alles ganz leise mache und durch die Gegend schleiche, damit ich nicht gehört werde. In einem großen, ansonsten sehr stillen Wald eine schwierige Aufgabe. Bei jedem Geräusch inne halte, um zu lokalisieren, ob jemand kommt. Ein Hund bellt vom Weg. Hat er mich gehört? Wird er gleich angerannt kommen und mich wütend anbellen und bedrohen? Woher kommen solche Gedanken?

Ich bin bemüht mit dieser mich umklammernden Anspannung zu sein. Sie nicht zu bekämpfen, aber auch nicht anzuschauen, weil ich nichts Größeres auslösen will. Obwohl ich am Rande spüre, wie schön dieser Ort ist und wie aufregend es ist, hier in ihm sein zu dürfen, komme ich in keinen Genuss, in kein Loslassen. Ich bin insgesamt auch zu müde, um mich mit dem einen oder anderen noch länger zu beschäftigen und schlafe relativ schnell ein. Sofort gefolgt von einem Angsttraum, dass plötzlich ein greller Scheinwerfer auf mich gerichtet, den Platz wo ich schlafe erleuchtet. Kann trotzdem gut weiterschlafen. Es ist wahnsinnig still, so dass ich fast durchschlafe.

Und jetzt kommt das schönste an der ganzen Sache. Aufwachen wegen einem Geräusch. Ein Schnattern. Ein Eichhörnchen, welches den einen Baum hoch klettert, dann wieder herunterklettert, um zum nächsten Baum zu gelangen und das gleiche fortzusetzen. Von Baum zu Baum, an meinem Schlafplatz vorbei, über meinem Kopf hinweg. Über mir die Wipfel der Fichten, die sich sanft im Wind wiegen. Links von mir, glitzern milde, weiße Sonnenstrahlen durch die Bäume von der aufgehenden Sonne. Ich fühle mich als Teil der Natur die mich umgibt.

Die Anspannung ist nur noch minimal, vielleicht weil ich weiß, dass ich bald den Platz verlassen werde. Mein Gefühlserleben bleibt insgesamt bedeckt, trotz Meditation. Es wird seine Gründe haben, warum ich auch hier nicht ganz da sein kann. Es reicht mir aus, was ich erlebe.

Ich bin in meinem Element. Draußen sein. Riechen. Hören. Sehen. Dreckige Klamotten. Die Funktionalität ist wichtiger als die Optik. Unwichtig wie die Haare liegen. Frühstück im Jägerstand, sicherheitshalber wegen der Brandgefahr. Waschen am See. Zusammenpacken. Alles was man braucht passt in die Satteltaschen und den Rucksack. Leben kann so unkompliziert sein. So könnte ich tagelang einfach weitermachen. Herumfahren. Den nächsten Platz suchen. Essen. Schauen. Schlafen.
Doch fürs erste will ich einsehen das es reicht. Mein Körper tut weh, von der ungewohnten Anstrengung und der Wetterbericht hat Regen angesagt.

Tatsächlich habe ich zwei Tage Erholung gebraucht, von diesen zwei Tagen Fahrradfahren, durch teilweise unwegsames Gelände, auch mit absteigen und schieben.

So, und jetzt noch mal für mich. Ich war tatsächlich eine Nacht alleine im Wald! Toll! Was für ein Entwicklungsschritt!

Meine Seele

14ter Tag der Reha.

Mich zieht es in der freien Zeit wieder in die Kreativwerkstatt. Lesen möchte ich. Ein Buch weiterlesen, über die nummerologische Bedeutung des Geburtsdatums und die spirituellen Gesetze. Dieser Ort lädt so herrlich zum Verweilen ein. Zwei kleine Räume, der eine ein Wintergarten mit Sitzbänken in den Fenstern. Vor der Tür eine kleine Terrasse, an zwei Seiten von alten Mauern umrahmt und einer kleinen Torbogenöffnung. Große alte Bäume, eine kleine Wiese, ein locker großbepflasterter Pfad der durch Büsche zur Terasse führt. Alles hat ein verwunschenes Flair. Märchenhaft.

Ich bin seit 2-3 Tagen drüber. Oft unter Strom, unruhig, Antrieb ohne Ende, der nicht weiß wohin. Ich fühl mich im Außen unterfordert und überfordert mit mir selbst. Ich fühle mich gelangweilt, will etwas erschaffen, in die Welt bringen, Pyramiden bauen. Ich laufe und laufe und laufe, durch die Gegend. Mein Körper beschwert sich, ob der ungewohnten Anstrengung. Doch etwas anderes fällt mir nicht ein. Ich bin zappelig, aggressiv, überdreht, bekomme Lachanfälle und fühle extrem viel Liebe und Freude und das alles abwechselnd oder aufeinmal.

So setze ich mich in die Kreativwerkstatt und erzähle von meinem Drüber-Zustand. Die Therapeutin bietet mir an mich erst mal zu erden. Sie stellt sich hinter mich und legt ihre Hand auf meinem Rücken. Dabei erzählt sie, welche Informationen sie zu mir empfängt.

Sie sieht eine Seele, die nicht gerne hier auf Erden ist. Die Nachts weit weg reist und nur ungerne, mit dem Erwachen zurück kommt. Eine Seele, die lieber außerhalb des Körpers und weltlichen Lebens ist. Sie bräuchte eine Einladung, dass es wirklich wichtig ist und auch ihre Aufgabe hier in der Welt zu sein und Erfahrungen zu sammeln. Deshalb ist sie ja ursprünglich gekommen.

Ich widerspreche erst einmal. Stimmt das denn? Ich fühle doch auch immer wieder soviel Liebe und Freude zum Leben. Wie passt das zusammen?

Ihr Handauflegen beruhigt mich tatsächlich ungemein und lässt mich ankommen, zur Ruhe kommen. Ich denke über ihre Sätze nach.

Will ich tatsächlich gar nicht hier sein? Ganz tief in mir drinne, auf dem Grund meines Seins kann ich das Gesagte nur bestätigen. Ich will es am liebsten nicht wahr haben. Doch spüre ich das tatsächlich. Ich will nicht hier sein, mit Haut und Haaren, ganz und gar hier sein.

Während das in mir nachklingt, finde ich immer mehr Indizien, die das bestätigen.

Zum Beispiel, dass der Wald mich so magisch anzieht, als wolle er mir das Hiersein beibringen. Bin ich in ihm, kommt das Gefühl für immer bleiben zu wollen, mich voll hinzugeben. Und dagegen eine Unruhe, die ein längeres Verweilen verhindert. Eine Angst wirklich loszulassen und mich in Sicherheit zu wiegen. In eine Imaginationsübung hier vor Ort, versuchte ich mich in die Sicherheit des Waldes zu träumen. Ich wurde immer wieder aus den Bildern herausgerissen und im entscheidenden Moment des wirklichen Hingebens an den Boden, stiegen Tränen und Schmerz in mir auf und die Vorstellung war verschwunden.

Weiter fällt mir meine früheste Gefühlserinnerung ein. Ein Gefühl in dieser Welt nicht willkommen zu sein und zurück zu wollen, dahin wo alles noch in Ordnung war.

Dann mein fehlender Ich-Bezug zu meinem Körper. Ich kann ihn fühlen, doch als etwas was nicht ich bin, wie einen Gegenstand den ich betrachte.

Dann die verschiedenen Zustände von Tagträumen, Derealisation, bodenlos fühlen. Alles körperlose Momente.

Mit dem Fluss fließen

Es wird draußen dunkel. Ich fühl mich verbunden mit mir und meiner inneren Stimme. Sie sagt raus. Raus, sofort! In den Wald. Irgendwo hinlegen und Wald fühlen, mich fühlen, erden. Nicht irgendwo. Ich weiß an welcher Stelle. Das Verlangen ist wichtiger, als alle Ängste. Da hinlegen wo dich alle sehen? Bist du verrückt? Und außerdem ist es schon spät. Egal. Zielstrebig und zügig mache ich mich los.

Draußen. Oh! Ob es gleich regnet? Wunderbar! Ist mir recht. Im Wald. Es fängt an zu regnen. In Strömen. Hinlegen passt nicht. Hinsetzen. Fühlen wollen. Viel fühlen wollen. Ich suche nach viel fühlen. Ich versuche das Viel-fühlen-wollen loszulassen. Es ist nicht so wie ich es gerne hätte. Ich fühle nicht so viel, wie ich es gerne hätte. Aber ich finde das okay dazu. Ich fühle das was da ist. Im Raum zwischen meinem Körper und den Dingen im Außen. Da bin ich. Das ist okay. Da bleibe ich. Ich lasse die Augen etwas offen, da ich weg bin, wenn ich sie schließe. Der Regen durchnässt mich, trotz Baum über mir. Ein Feld öffnet sich. Ich öffne mich zu einem Feld, größer als mein physischer Körper. Um meinen Kopf herum oder davon ausgehend. Der Körper bleibt fern. Ohne mein Zutun steigt Freude auf. Ich spüre Regentropfen. Alles ist gedämpft. Aber es ist okay. Ich bin voller Freude. Fange an zu lächeln. Ganz von alleine. Fühle ein großes Lachen wollen. Fühle leben und lachen. Fühle ein lachendes Jauchzen aufsteigen. Ich kann es mir noch nicht erlauben. Es ist okay so.

Ich umarme den Baum unter dem ich saß. Bedanke mich. Auch hier komme ich nicht sehr tief in Kontakt mit meinem Herzen, wie sonst zu anderen Zeiten. Es ist okay. Ich laufe nach Hause. Das Lächeln weicht nicht aus meinem Gesicht. Ich bin glücklich, obwohl ich nicht ganz da bin. Laufe durch den Regen. Weiche Pfützen aus. Wieso weiche ich den Pfützen aus? Meine Füße wollen barfuß durchlaufen. Okay. Dann tun wir das jetzt. Ich ziehe die Schuhe und Socken aus. Herrlich. Ich freue mich noch mehr. Ein breites Grinsen. Es ruft in mir: schaut her, ich traue mich, ich genieße, ich lebe. Ich stehe an der großen Kreuzung. Autos halten. Sehen mich. Ich grinse weiter. Die Scham, die Furcht bleiben im Hintergrund. Was tut sie nur? Erfüllt und zufrieden komme ich klatschnass zuhause an. Das hat gut getan!