Verarbeitung

Der Hautgrund warum ich vor einigen Wochen erneut auf Krisenstation war, war ein Vorgespräch, um zu klären, ob Familienaufstellung etwas für mich wäre.

Die Fragen zu meiner Familie, der Umgang mit den heutigen Beeinträchtigungen und der Verantwortungsübernahme haben mich sehr aufgerüttelt.

Mir wurde dadurch bewusst, das meine Eltern von damals die gleichen Personen sind denen ich heute begegne.

Das war vorher in meinem Kopf schön getrennt gehalten, natürlich unbewusst.

Da ist ein riesen Prozess in Gang gesetzt. Ich fühle mich oft sehr verunsichert, vorallem wie ich meinen Eltern heute gegenüber treten soll.

Heute Morgen fühlte ich unendliche Trauer, Tränen wollten gar nicht aufhören. Ich half mir mit Bildern, Zypressen-Öl und Rescue-Bachblütentropfen hindurch.

Dabei wurde mir bewusst, dass ich mir gar nicht so sicher war, dass meine Kinderseele wirklich gut da oben aufgehoben ist. Das Bild half mir zu vertrauen.

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Kraft der Zerstörung 

Ich schrieb schon mal an anderer Stelle davon. Mit dem Symbol der Gottheit Kali. Verlinke das später.

Eben erneuter Kontakt mit meinem Hass und Erkenntnisse. 

Kali ist die Kraft, der Hass, die Wut die mich zerstören lässt, Verachtung verteilt und Häme, Genuss an Grausamkeit.

Deshalb ist Kali auch die große Liebe, muss die große Liebe sein, so groß wie der Hass.

Der Raum der Liebe, worin die zerstörerische Kraft stattfinden kann und dort Kraft ist, ohne zu zerstören. 

Was sich in meinen Augen zu Beginn widersprochen hat – Zerstörung und Liebe in einer Gottheit – ergibt nun Sinn.

Hass und Liebe brauchen sich für ein Gleichgewicht. 

Umso mehr der Mensch hasst, umso mehr braucht er an Gefühl von Liebe. 

Die Energie von Tod und Zerstörung

Ich habe gestern in einer angeleitet Gruppe über mein Erlebnis mit der… ich nenne es mal Tötungsenergie erzählt, von der gescheiterten Ergotherapie letzte Woche und meinen Überlegungen, wie ich Hass und Verachtung in mir annehmen kann.

Es zeigte sich, dass es Angst und Befürchtungen sind, die die Annahme schwierig machen.

Es vielen die Begriffe Archetypen und Kali – eine indische Gottheit.

Ich habe mich noch nie mit der Idee von Archetypen tiefer befasst, aber es hat mich schon erleichtert, dass sie anscheinend im Hinduismus einen Umgang mit dieser  Energie gefunden haben, so dass es dazu sogar eine Gottheit gibt.

In der Gruppe wurde gesagt, Kali schaffe Klarheit, sie sei wie das Schwert in den Tarot-Karten, welches für den Verstand steht oder so ähnlich.

Das hat erst mal nichts mit dem zu tun, was ich da gefühlt habe. Was haben Hass und Verachtung mit Klarheit durch den Verstand zu tun?

Ich spürte dahinter während der Gruppe noch Schutz, was ich auch erst mal nicht einordnen kann. Was haben Hass und Verachtung mit schützen wollen zu tun?

Heute musste ich dann an Schmerz denken. Schmerz, den mir Andere zugefügt haben, mit ihrem Hass und ihrer Verachtung. Vielleicht habe ich das Messer, das mir Andere in die Magengrube rammten, lieber selbst in die Hände genommen. Vielleicht füge ich mir diesen Schmerz mit meinem Hass und meiner Verachtung lieber selber zu, als diesen Schmerz durch andere zu erfahren. Ist das der Schutz den ich da spürte? Ist das die eigentlich gute Absicht?

Ich habe mich dann getraut mit den Empfindungen von Hass und Verachtung zu klopfen.

Zuerst kamen Tränen des emotionalen Schmerzes. So zu sich zu sein tut weh. Dann wurden die Empfindungen immer mehr zu einem gedanklichen Urteil. Ich sah dieses Urteil wie ein Schwert meinen Kopf spalten. Ein Schwert das mich zerteilte, über mich richtete. Dann spürte ich dieses Richten auch über andere.

Ich glaube, ich mache das (unbewusst/bewusst) sehr oft, über andere richten und über mich selbst richten. Ich laufe mit dem Schwert durch die Gegend und verteile Richtersprüche. Ich spüre tatsächlich öfter Überheblichkeit in meinem Sprechen. Es war mir immer sehr unangenehm und ich versuchte es sein zu lassen.

Das ist doch nicht gut!? war das erste was ich erschrocken dachte. Ich möchte über niemanden urteilen! Ich möchte niemanden verletzen, niemandem weh tun! Wie soll ich solche Gedanken/Empfindungen liebevoll annehmen?

Das zweite was ich dachte, war, dass ich mich an die Archetypnummer erinnerte. Wonach alle Menschen diese Energien in sich tragen, es zum Menschsein dazu gehört und weder schlecht noch gut ist. Damit wäre es sogar normal. Es wäre völlig normal, dass ich verurteilende Gedanken habe.

Dann ist vielleicht die Frage, wie viel Raum ich ihnen zukünftig geben möchte, ohne ihre Existenz zu verleugnen. Sie sind da, aber ich handele nicht danach. Sie sind da, aber ich verurteile sie nicht.

Mal sehen wie es weiter wird…

Mutter-Natur

Ich hab gute Laune heute. So langsam wird’s wieder mit der Freude. 🙂

Klappe die zweite bei Manuela, wegen meiner Pollenallergien. Beschwerden haben sich so ungefähr um die Hälfte gemildert. Das Ceterezin habe ich wieder angefangen zu nehmen und damit war dann auch der Ganzkörperjuckreiz verschwunden. Bis gestern dachte ich noch, mehr wird es nicht und ich kann auf die Knallermedikamente verzichten, bis ich dann bei Manuela war, die ländlicher wohnt. So what, find ich gar nicht so schlimm. Dann nehme ich halt diese Medikamente. Habe mich mit der Affirmation: „Ich nehme das irdische Leben so an wie es ist“ in eine gelassenere Haltung gebracht.

Es war wirklich spannend bei Manuela. Hier beim Schreiben freue ich mich immer noch wie ein kleines Kind, über einige Erfahrungen. 😀

Ich hab ihr so die Symptome aufgezählt und mich währenddessen unbewusst geräuspert. Sie machte mich darauf aufmerksam. „Hast du das mitbekomme? Hör mal hin, da will dir was gesagt werden.“ Vorher hatte sie mir erklärt, das, wenn bei ihr stärkeres Räuspern auftritt, zusätzliche Informationen von außen kommen. Ich bin aufgeregt und wie so oft, halb davon überzeugt, dass das bei mir nicht klappt und ich nichts ‚empfange‘. Ich sehe eine Blume vor meinem inneren Auge. Tu das schon ab als Zufallsbild, irgendeine Assoziation halt. Was soll mir das auch sagen. Vor mir steht ein kleiner wilder Blumenstrauß auf dem Tisch. M. weist mich darauf hin. Und tatsächlich befindet sich auch diese Art von Blume in diesem Strauß. Auch das zweifle ich in meinem stillen Kämmerlein naaatürlich an. Zufall. Hab ich halt den Strauß unbewusst wahrgenommen und nun mit eingebaut. „Sag mal zu dem Blumenstrauß: Ich umarme dich und beobachte was du dabei fühlst.“ Ich bin gehemmt. Öffentliches Fühlen ist und bleibt schwierig für mich. Also gehe ich mit den Blumen ins Nachbarzimmer, schaue sie an und umarme sie innerlich. Ich fühle Trauer und Verlust. Oh, das ist ja spannend. „Du hast eine starke Verbindung zur Mutter-Erde und fühlst was ihr passiert.“ Na klar, wieder Skepsis und Zweifel in mir. „Du selbst hast dich mal von deiner Trauer in dir abgewandt.“ Das stimmt, an die Phase kann ich mich erinnern. Ich fand es einfach auch mal genug getrauert. Dann folgten einige Erklärungen wie die Erde, die Natur, der Mensch in Verbindung zueinander stehen. Der Mensch sei ein Seelenanteil von Mutter-Natur. Solche Informationen kann man nicht mit dem Verstand verstehen. Ob sie für einen selbst passen, lässt sich nur erfahren und fühlen.

Ich: „Woher weiß ich denn, dass die Trauer die ich gerade fühlte nicht daher kommt, weil der Strauß einfach von der Wiese abgeschnitten wurde?“ „Na fühl mal noch mal hin, schau ihn an. Ich fühle da Freude.“ Ich schaue mir den Strauß erneut an und tatsächlich strahlt er mich freudig an, so dass mein Herz richtig ins hüpfen kommt. (Das kann ich jetzt noch spüren. 🙂 ) „Und da ist noch etwas, fällt mir auch jetzt erst auf. Nimmst du noch etwas wahr?“, fragt sie mich. Ja, zu dem Freudegefühl, ist ein Sprühen um den Strauß herum zu sehen, wie bei Wunderkerzen. „Ja, genau.“ Boahhh, ich freu mich voll, weil hier mal die Möglichkeit besteht, meine Wahrnehmungen von jemandem bestätigt zu bekommen. Das tut ja mal so richtig gut und der Zweifler macht einen Schritt zurück. Das was ich wahrnehme ist wirklich da! Toll!

Heute Morgen habe ich für mich erneut in diese Verbindung zwischen mir und Mutter Natur gespürt. Ich konnte fühlen, dass ich ein Teil von ihr bin und dadurch auch betroffen von dem was mit ihr geschieht. Vor diesem Betroffenheitsgefühl wollte ich wohl weglaufen. Ich spürte wieder Trauer, versperrte mich nicht davor und realisierte, dass ich auch eine Verantwortung für sie und damit auch für mich trage. Und das die Allergiesymptome ein Hinweis darauf waren, das ich mich dem nicht entziehen kann.

Ich habe die Zerstörung der Natur als letztes für mich sehr rationalisiert. Da gibt es eben die Welt mit ihren Polaritäten, das Gute und das Böse. Beides muss es geben, sonst gibt es die Welt nicht. Dagegen kann ich nichts tun, also geht es mich nichts an. Obwohl der erste Teil auch meiner Wahrheit entspricht. Das Böse, Schlechte gibt es, ist ebenso ein Teil dieser Welt, wie alles andere und ich muss kein persönliches Drama daraus machen. Doch es geht mich trotz alledem etwas an, weil ich ein Teil davon bin.

Ganz praktisch heißt das für mich, dass ich das Fühlen zulassen üben will, welches sich in dieser Verbindung auftut, so dass ich nichts mehr abwehre, mich nicht mehr abtrenne.

Geübt habe ich das gleich mal an zwei meiner Zimmerpflanzen, denen ich die Hände auflegte. Es war ganz anders als sonst, seeehr intensiv. Ich war ihnen näher. Durch mein Herzzentrum wollte enorm viel Energie zu ihnen fließen, dass es eine Herausforderung war, mich darauf einzulassen. Es hat fast körperlich gebrannt. Ich hab mich danach unglaublich gut gefühlt, verbundener mit der Erde und mir.

Therapieprozesse III

Notizen der letzten Tage.

05.12.2013

                Ich bin schlecht. Ich muss mich bestrafen.

 

Stelle mich vor den Spiegel und versuche, mein bisher jüngstes Inneres Kind, welches erst vor kurzem zu mir gefunden hat, auf dieser Welt, in meinem Leben willkommen zu heißen. Spreche es laut aus. Spreche es direkt an. Sofort kommen Tränen und ein Gefühl von – die Welt ist so grausam, die Welt tut so weh. Ich muss mich vom Spiegel abwenden, kann nicht bei ihr bleiben. Ja, was soll ich sagen? Das ist die Stelle wo ich dir eigentlich versichern sollte, dass ich jetzt für dich da bin, dich halten werde… Ich kann es nicht. Ich kann es dir nicht versprechen. Ich will kein Versprechen geben, an dem ich selbst Zweifel spüre. Ich fühle mich durcheinander, sprachlos und auch schockiert. Ich brauche Zeit.

06.12.2013

Soviel Selbstzerstörung in mir. Negatives Denken und Glauben und Fühlen.

                Was interessiert mich meine Vergangenheit. Die ist vorbei! (verachtend)

Was kann ich an Stabilisierung und Symptomverringerung erwarten?

10.12.2013

Mein Gefühl ist, das ich sofort in Arbeitsprozessen wieder zusammen klappe, wenn ich vorher nicht genügend Selbstsicherheit gesammelt habe. Ist das von dieser Therapie zu viel erwartet?

                Ich glaube nicht mehr daran, dass es besser wird. (aufgegeben)

Der neue Teil der sich entwickelt, reagiert nicht mit gegenhalten, sondern der Haltung des Mitgefühls. Ja, es ist verständlich das du dich so fühlst, nach dem du erkannt hast, das es nicht so ist, wie du erwartet hast. Du darfst dich so fühlen – enttäuscht, orientierungslos, hoffnungslos und wütend. Du darfst weiter existieren, musst dich nicht auslöschen.

Das Mitgefühl war die Tage vorher nicht zu finden, weil mir der Grund für mein Fühlen verloren gegangen ist. Ich wusste, fühlte nichts mehr von der Enttäuschung und Wut. Anderes stülpte sich darüber. Abwertung, Selbsthass, Vernichtungs-/Bestrafungsgefühle, Schuldgefühle.

11.12.2013

Ich habe mir vorgestellt, erwartet, dass ich hier (Psychoanalyse) irgendwann frei von Angst und Unsicherheit bin. Das es ungehemmt aus mir heraussprudelt. Und wenn das hier so funktioniert, dann funktioniert es auch draußen. Ich sehe kleine Entwicklungen die meilenweit von meinen Erwartungen entfernt sind. Das soll alles sein?

Ich dachte ich finde meinen Sinn, meine Bestimmung, ich gehe hier glücklich und gefestigt in mir, frei von Anhängigkeiten.

Ich frage mich was in meinem Leben überhaupt stimmt. Womit ich zufrieden bin. Das Leben ist nicht anders als vorher. Es ist immer noch genauso, wie zu Beginn der Therapie.

                Das stimmt nicht! (im Hintergrund)

Was habe ich denn erreicht?

Ich wollte mich entfalten. Im Flow sein. Aus meinen Ideen, Kreativität, Lebendigkeit schöpfen und schaffen. Nach vorne gerichtet, zuversichtlich, entspannt, gelassen, ohne Angst. Da muss ich keine Vision haben, davon wo ich mich in 2-3 Jahren sehe, weil sich die Dinge entwickeln werden, so wie es passend ist. Habe ich die Therapie mit diesen Wünschen überfrachtet?

Ich wollte mein eigenes Leben, mein eigenes Selbst loswerden. Ich wollte mich so wie ich bin loswerden. Jetzt stehe ich wieder vor mir, unbarmherzig schaut mich mein Leben, mein Selbst an. Es ist das was ich kriegen kann, nicht mehr und nicht weniger. Egal wohin ich laufe, mich wende, suche, immer wieder komme ich an derselben Stelle heraus und stehe wieder vor mir. Parallelwelten zerplatzen, werden sichtbar als Illusion. Träume, Wünsche, Hoffnungen, Vorstellungen von etwas besserem als das was ich bin. Es ist bitter, tut mir so weh, macht mich so wütend. Stehe mittendrin, bin erschüttert von der Erkenntnis, dem Blick auf die zurückliegende Zeit. Das Sehen von all den Mühen, Kämpfen, Aktivitäten unter dem Deckmantel fühlen zu wollen. Mit dieser falschen Intention unter der sich ein Nicht-fühlen-wollen zeigt. Alles ist in Frage gestellt. Alles was ich dachte für mich zu tun. Sinnlosigkeit. Ich bin voller Widerstand, das Erkennen zuzulassen. Dass ich das was ich suche, nie finden werde! Da tobt es immer wieder aufs Neue. Kriege, Schlachten spielen sich in mir ab. Ich breche auseinander. Sehe dabei zu, wie Teile des Selbst sterben und weit und breit nichts Neues zu spüren ist. Verstreut und raumlos treibe ich im Formlosen und kann trotzdem spüren das all das gut ist. Das es Platz schafft.

Pubertät

Deine Lebensart interessiert mich nicht. Da wird drauf geschissen. Die Anderen können mich mal. Das ist mir alles scheißegal.

Gegen die eigene Kontrolle, gegen die Regeln, gegen die Alltagsabläufe. Hauptsache dagegen. Hauptsache raus. Befreien. Und dabei trotzdem eine Scheiß-Angst haben.

Ich will provozieren. Ich will mich reiben. Ich will pöbeln, klauen, Sachen kaputt machen, mir die Haare abrasieren. Ich will rauchen von morgens bis abends, mich ungesund ernähren. Mir die Hose zerschneiden, dreckig sein. Mir sind die Konsequenzen egal. Mir ist die Zukunft egal. Ich bin mir selbst egal. Morgens schon Alkohol trinken und öffentlich kiffen. Termine schwänzen. Nicht nett sein wollen. Nicht lächeln wollen.

Kann ich das laufen lassen? Soll ich nur das Schlimmste verhindern? Kann ich das überhaupt zulassen, dem Raum geben? Meine Lebensart einreißen lassen? Mir Kontrolle nehmen lassen? Reibung zulassen? Zerstörung zulassen? Bin ich als der kontrollierende Teil/ Erwachsene dazu überhaupt in der Lage? Ich stehe gerade voll in der Schusslinie – meiner eigenen Schusslinie.

Warum hast du dich nie aufgelehnt? Warum hast du das mit dir machen lassen?

Große Klappe haben und dann doch nichts davon tun!

Ja, weil du der Feigling bist, der mich nicht lässt.

Ich glaube wir haben beide eine Scheiß-Angst.

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Die gezogene Tarot Karte dazu – umgekehrte „Acht der Schwerter“: „Der in den Käfig gesperrte Vogel erlangt seine Freiheit, der Denkprozess klärt sich, die Einmischungen nehmen ab und der Ratsuchende kann ohne Einschränkungen handeln. Seine Angst lässt nach, er verspürt Erleichterung und Befreiung.“

Na dann kann ja heute nichts mehr schiefgehen.