Liebes Unfähigkeitsgefühl…

… heute hast du wieder mal Hallo gesagt, hast dich ganz klein gefühlt und Tränen vergossen. Hast dich im Bett zusammengerollt und geglaubt, all das da draußen nicht zu schaffen. Hast geglaubt, deine Wünsche nie und nimmer Wirklichkeit werden lassen zu können, weil du unfähig bist, weil du es nicht kannst. Hast so viel Angst vor der Zukunft gehabt. Alles war dir zu viel. Du fühltest dich überfordert von der Welt.
Ich bat dich liebevoll, dich umzuschauen, dir die zurückliegenden Tage anzuschauen und den heutigen Tag. Ich fragte dich, ob du da irgendetwas sähest, was du nicht geschafft hattest, was dich überfordert hatte. Du schütteltest zaghaft den Kopf. Da war nichts zu sehen. Da war alles gut gegangen.
Ich sagte dir, dass ich an dich glaubte, an deine Fähigkeiten, an deine Kraft. Du konntest meinen Glauben spüren, auch wenn es dir lieber gewesen wäre, es gäbe da draußen einen Menschen, der dir das in diesem Moment sagen würde und dem du glauben könntest. Jemand da draußen, der deine Schritte begleitet, der deinen Weg sieht, der dich motiviert und stärkt. Seufz… ich konnte dich so gut verstehen.

Ich möchte dir Mut machen und dir zeigen, dass es auch ohne geht. Ich möchte dir zeigen, es für dich erfahrbar machen, dass wir das alles in uns tragen – den Glauben, die Kraft, den Mut, das Vertrauen.

Lass uns Schritt für Schritt gehen. Immer nur einen nach den anderen. Nicht so weit in die Zukunft blicken, dort lauern nur Vorstellungen die uns Angst machen. Das hilft uns nicht weiter. Unser Herz weißt uns gerade einen Weg, lass ihn uns gehen, auch wenn wir nicht wissen wohin er führt. Dieser Weg ist ein Geschenk. Lass uns froh und dankbar sein, dass es ihn gibt.
Und komme ruhig immer mal wieder vorbei. Du bist willkommen. Ich empfange dich mit offenen Armen und helfe dir, wieder Mut zu finden.

Werde der du bist oder die Suche nach sich selbst

Am 04.07.2013 morgens nach dem aufstehen, erlebte ich etwas sehr Wundersames, Schönes und Neues und machte mir dazu ein paar Notizen. Die liegen nun seit Tagen herum und ich spüre ein großes Zögern es erneut aufzuschreiben und damit ernst zu nehmen und diesen Gedanken Bedeutung zu geben. Es kommt mir zu groß vor. Vielleicht gab es in der Vergangenheit schon zu oft grandiose Ideen oder starke Impulse, die dann doch immer so schnell wie sie da waren, auch wieder verschwunden sind. Ich frage mich immer im Rückblick, war das wirklich ich? Kam das aus mir? Warum bleibt davon nichts übrig? Kann ich mich noch ernst nehmen mit meinen Impulsen? Warum sieht die Realität um mich herum so viel anders aus, als was sich in mir ausmalt? Ich fühle hier fehlendes Vertrauen in mich selbst. Nun folgen die Worte aus diesem Morgen.

Und ich spüre NICHT die Angst Vertrautes, Gewohntes loszulassen. Keine Angst meine Wohnung loszulassen. Keine Angst meine vertraute Umgebung zu verlassen. Keine Angst Freunde zu verlieren, einsam zu sein. Ich spüre einfach nur, dass es richtig wäre raus aus der Stadt zu ziehen, irgendwohin umgeben von Natur. Mit ihr, in ihr zu leben. Ich sehe mich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, über leere Straßen, vielleicht in einem ökologisch arbeitenden Hof in der Landwirtschaft oder in einem Hofladen oder irgendetwas was mit Garten und Anbau zu tun hat. So oft wie möglich draußen sein, wo es ruhig ist und ich mich spüren kann. Das fühlt sich gerade so verdammt richtig an, dass ich am liebsten sofort losgehen möchte, um alles in die Wege zu leiten. Mir ist klar, dieser Lebenswandel braucht Zeit und meine Fähigkeit im Vertrauen zu bleiben, damit ich Schritt für Schritt in eine neue Richtung gehen kann.

Ich fühle mich gerade so, als hätte ich das erste Mal in meinem Leben einen Traum, eine Idee davon wo ich hin will und wäre bereit alles Tun darauf auszurichten. Das Ende einer Suche? Der Beginn von Sinn?

Ich spüre die Zufriedenheit die in diesem Ort liegt. Ich sehe, wie ich meine Eltern einlade, an diesen Ort wo alles richtig ist, wo ich richtig bin. Ich bin da wo ich sein sollte. Angekommen! Angekommen in mir selbst!

So, nun stehen da diese Worte und natürlich bin ich aktuell nicht mehr in dieser Intensität (oder ich lasse sie nicht mehr zu). Ich habe im Internet nach Jobs in der Bio-Branche gesucht und wie schon gedacht, ist da insgesamt um Berlin wenig los und ich habe keine entsprechenden Qualifikationen. Ich fühle mich jetzt schon scheitern und erinnere mich doch daran, dass ich im Vertrauen bleiben wollte. Was heißt das? Das heißt wohl, dass auch, wenn meine derzeitigen Lebensumstände nicht im Geringsten die Richtung meiner Vision einschlagen, mich zu entspannen und weiter daran zu glauben, dass sich alles irgendwann in die richtige Richtung fügen wird. Gefühlsmäßig bekomme ich das sogar hin. Verstandesmäßig sieht es nicht gut aus. Ich habe keine Erfahrungen in dem Bereich, ich habe keinen Führerschein, ich bin seit ca. 2 Jahren nur eingeschränkt oder nicht leistungsfähig (Antrag auf Erwerbsminderungsrente läuft), ich habe keine Ersparnisse und lebe knapp am Existenzminimum. Das einzige was einen Richtungswechsel andeuten könnte ist, dass ich meinen Gefühlen gefolgt bin und seit einer Woche, für ein paar Stunden an drei Tagen die Woche in einer Friedhofsgärtnerei mithelfe. Etwas was sich sehr stimmig anfühlt, solange nicht mein Perfektionismus und Leistungsanspruch oder mein schweres Gemüt mir auch dort die Arbeit erschwert. Immerhin. Stillstand gibt es nicht.