Musik

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Was die Ablehnung der Erwerbsminderungsrente mit mir macht

Unzensierter Scheiß 😀

Das macht so ein Leiden und kotzt mich so an. So eine verdammte Scheiße. Ich kann nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr damit auseinandersetzen. Mir fehlt der Halt, mir fehlt das Rückgrat, mir fehlt das Recht zu fühlen, dass ich es wert bin, mich erholen und ausruhen zu dürfen. Es ist nie genug. Ich gebe nie genug. Ich muss noch mehr geben, noch mehr leisten. Immer mehr. Immer mehr. Weil andere das wollen. Weil es gefordert wird, muss ich es tun. Darf ich nicht für mich sorgen. Bin ich es nicht wert, auf mich zu hören. Das ist alles nichts wert. Ich bin ein Dreck wert.

Und jetzt werde ich all meine Kraft zusammen nehmen und mich zum Gegenteiligen überwinden und mein Recht einfordern, mich selbst vertreten und für mich sorgen, weil ich es mir wert bin!!!

 

Arbeit

Hihi. Ich nenne es schon Arbeit. Wie schön. Kann dem Werthaftigkeit geben, was ich tu.

Früher hab ich das abgewertet. Kreativ sein. Das ist doch keine Arbeit, das hat doch keinen Sinn, das braucht doch keiner…

In mir ist in den letzten Wochen gewachsen, eine Ausstellung machen zu wollen. Ich wurde dabei schon ganz wundervoll unterstützt, mental und sogar finanziell. Menschen glauben an mich, stärken mich damit. Das gibt mir den Mut dafür. Ich selbst hatte das noch abgetan, wäre alleine nicht in diese Richtung gegangen.

Danke an alle Unterstützer! ❤ ❤ ❤

Und nun sagte ich gestern lächelnd zu jemanden: „ich war vorhin schon arbeiten“. Und als die Frage kam, was ich mache, fiel es mir leicht zu sagen „etwas kreatives“ und mich damit richtig zu fühlen. ❤

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Hilferuf – Eure Gedanken dazu

Ich fühle mich gerade ganz verzweifelt und wünsche mir Eure Gedanken dazu.

Es geht um die Beziehungsgestaltung im Betreuten Wohnen. Anfang des Jahres gab es da einen Wechsel. Seit dem thematisiere ich immer wieder, dass ich mich im Kontakt haltlos fühle. Sie ist äußerlich da, aber innerlich treffe ich niemanden an. Ich habe auf eine Entwicklung vetraut. Die hat sich bisher nicht eingestellt, zumindest nicht aufeinander zu. Eine Entwicklung gab es schon, innerlich. Ich kümmere mich mehr um mich selbst und verlagere Not woanders hin. Mittlerweile ist der Widerstand so groß und das Mißtrauen, dass ich mich seit gut 2-3 Wochen nicht mehr öffnen kann. Das konnte ich vorher immer noch. Ich habe Angst vor der nächsten Begegnung, dass ich, wie immer nicht aufhalten kann, dass ich versuche etwas persönliches, eine persönliche Reaktion von ihr zu bekommen, indem ich mich vertraulich zeige. Meine Bedürftigkeit hat trotz dieses Zustandes nicht nachgelassen. Etwas fühlt, ich brauche sie und kann diese Person nicht loslassen, nicht im Kontakt.

Es gab dann diesen E-Mail-Austausch:

„Hallo Frau …,

ich glaube, ich kann nicht mehr mit Ihnen weiterarbeiten.

Sie kennen das Thema. Es ist für mich allgegenwärtig, immer noch. Ich habe das weiter beobachtet. Trotz meiner Bemühungen mich immer wieder zu öffnen und auf alles einzulassen, hat sich nichts weiterentwickelt.

Mein Vertrauen in die Beziehung wächst nicht, mein Misstrauen bleibt konstant. Ich fühle keinen Halt, obwohl sie da sind. Und diese Woche war es schon so, dass ich mir keine Hilfe mehr bei Ihnen gesucht habe, weil ich dachte, dass bringt eh nichts.

Es scheint so, dass es nicht mehr geht, ich mich nicht mehr öffnen kann. Der Widerstand wird immer größer.

Ich weiß jetzt auch nicht weiter, weil Unterstützungsbedarf ist doch immer mal wieder da. Aber was bringt es, wenn ich mir nicht mehr vorstellen kann, den von Ihnen anzunehmen.

Und ich glaube so wenig daran, dass ein Wechsel etwas daran ändert. Aber vielleicht muss ich das ausprobieren. (…)Sonst keine Ahnung.

Oder wir fahren auf 1 runter, erhalten Kontakt via Telefon und Mail und sehen, ob Fr. … wiederkommt und solange keine neuen Projekte, wo ich Unterstützung brauche. Keine Ahnung.

Viele Grüße“

Ihre Antwort war darauf:

„Hallo Frau …,

ich habe ihre Mail gelesen. Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit.
Ob eine weitere Zusammenarbeit sinnvoll und für Sie möglich ist, dass können nur Sie selbst entscheiden. Ich vermute, dass darin gerade ihr Problem besteht: dass Sie es momentan nicht entscheiden können, was Sie jetzt im Moment auch gar nicht müssen. Wir können dies im nächsten Termin gerne besprechen.
Für mich ist eine weitere Zusammenarbeit mit Ihnen nach wie vor vorstellbar.
Ich bin ab Montag wieder erreichbar. (…)
Viele Grüße“

Ich antwortet folgendes und rief sie kurz vorher an, um zu besprechen, welche dritte Person ich hinzuziehen kann:

„Hallo Frau …,

mit Ihrer Antwort auf meine Mail zur Betreuung, habe ich mich sehr alleine gelassen gefühlt. Ich viel regelrecht in einen Abgrund.

Keine Bezugnahme, keine Reaktion auf meine Gefühlswelt. Das tut jedes Mal wieder weh.

Wie würden Sie es denn bei Ihren Kindern machen, wenn die sich zu Ihnen haltlos fühlen?

Das ist vielleicht nicht fair Ihre Kinder mit ins Spiel zu bringen, aber ich möchte das es sie persönlich betrifft! Ich möchte das sie sich persönlich damit auseinander setzen, mit Ihren eigenen Gefühlen (nicht mit Ihrer Rolle als Sozialarbeiterin)!

Hier geht es nicht nur um mich und meine Entscheidung!

Vielleicht ist Ihnen noch nicht klar, dass meine Gefühlswelt auf dem Stand eines Kindes hängengeblieben ist. Sie braucht Bestätigung, die Resonanz von außen! Sie kann nicht alleine sein!

In unserer Beziehung spüre ich keine Resonanz, keine eigenen Emotionen ihrerseits. Eher kommt es mir vor, als versuchten Sie eine Rolle zu wahren.

Sie sagten mal in einem anderen Zusammenhang, es ging glaube um Wut, dass sie das an sich abgleiten lassen würden. Sie zeigten dabei eine Geste, wie es an ihrer Hautoberfläche abfließt. So fühlt es sich für mich immer an. Sogar wenn sie sagen, dass Sie etwas berührt. Das fühlt sich so an, als würden sie sich eine Sekunde lang öffnen und dann wieder verschließen. Für mich sind sie emotional unerreichbar. Und auch, wenn sie sagen, dass sie meine Gefühle sehen, nehme ich das als einen leeren Satz war, der nicht Ihre wirklichen Gefühle, Ihr Herz beinhaltet.

Die Aussage in Ihrer Mail, dass Sie sich eine Zusammenarbeit weiter vorstellen können, zeigt mir, dass Sie meine emotionale Not in dieser Beziehung nicht erfassen konnten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie mir das bewusst zumuten wollen, dieses Leiden.

Ich muss mich jedes Mal versuchen zu spalten, Gefühle innerlich weghalten, damit sie sich nicht wieder alleine gelassen fühlen. Das funktioniert natürlich nicht, weil sie sich auch dadurch alleine gelassen fühlen. Und es wiederholt sich das Drama meiner Kindheit. Abspalten, weil niemand dafür da ist.

Ich weine sehr während ich das schreibe. Ich finde das so kaum ertragbar. Und mir vorzustellen, dass auch dieses Drama sie nicht wirklich erreicht, macht mich halb wahnsinnig.

Ich wünsche mir hier eine dritte neutrale Person im Bunde, mit psychologischen Kenntnissen. Ich finde das wichtig, weil es hier um eigenen Grundmuster geht, nicht nur bei mir!

Wie mit Ihnen besprochen, deshalb erst einmal auch in Weiterleitung an Frau …. Vorstellen tu ich mir aber eher einen Supervisionsrahmen, mit jemanden mit Fachkenntnissen.

Grüße“

Mich verunsichert mein eigener Text jetzt schon beim Lesen, ob ich nicht doch falsch liege mit meiner Wahrnehmung, aber es fühlte sich so richtig an beim Schreiben.

Darauf antwortet sie kurz:

„Hallo Frau …,

vorneweg möchte ich Bezug nehmen auf ihre telefonische Frage/Bitte, Ihnen nicht böse zu sein. Nachdem ich ihre Mail gelesen habe, kann ich  meine Antwort von vorhin wiederholen: „Ich bin Ihnen nicht böse.“

Inhaltlich kann ich per Mail nur ganz knapp darauf eingehen, ein ausführliches persönliches Gespräch oder Telefonat ist für unser Thema „Beziehung“ das passende Medium (so hatten wir es auch zu Betreuungsbeginn vereinbart, erinnern Sie sich?).

Frau …, ich weiß und spüre, dass Sie in ihrer Gefühlswelt auf einem kindlichen Niveau stehen. (Auch bevor Sie dies geschrieben haben, war mir das bewusst.)   Jetzt sind Sie jedoch eine erwachsene Frau und die Brücke zu schlagen zwischen“ kindlichem und erwachsenem Ich“ ist die Herausforderung in unserer Betreuung. Für uns beide.

Ich möchte natürlich nicht, dass Sie in der Betreuungsarbeit mit mir „leiden“ und wenn Sie keinen anderen Weg für sich sehen, als einen Wechsel, dann akzeptiere ich das. Ich persönlich halte an Ihnen fest und glaube, dass wir einen Weg finden, welcher für Sie annehmbar ist.

Alles Weitere würde ich mit Ihnen persönlich oder telefonisch besprechen wollen. Wir haben uns ja auf Montag verständigt. Falls Sie eher Gesprächsbedarf haben, können wir telefonieren, dazu sind die Vormittage günstig.

Viele Grüße“

Ich hab jetzt natürlich überhaupt keine Ahnung was sie mit dieser Brücke meint, wie sie sich das genau vorstellt, was das mit meinen Wahrnehmungen zu tun hat?

Ich bin so maximal verunsichert. Bin ich richtig mit meinem Gefühl etwas von ihr zu brauchen? Darf ich das an sie herantragen oder ist es eigentlich meine Sache mich darum zu kümmern? Ich schaue mir ja schon jedes dieser Gefühle mit Hilfe des Klopfens an, was es überhaupt möglich macht im Prozess zu bleiben und nicht auszusteigen. Ich sehe meine Not, ich erlaube meinen Schmerz und trotzdem kommen wir kein Deut näher zusammen. Da stimmt doch irgendetwas nicht.

Allerdings kann ich all dieses Fühlen nicht im Kontakt selbst zulassen. Deshalb fühle ich mich wahrscheinlich alleine gelassen, auch innerlich von mir. Aber auch wenn es Momente gab, wo es überlief, weil es einfach zu viel war, blieb ich mit dieser Leere, mit dieser Kontaktlosigkeit im Kontakt zurück.

Eigene Grenzen akzeptieren und innerhalb dieser wachsen und Sinn finden

Ich fühle mich richtig stolz auf mich. 🙂 Das ist es wert, es festzuhalten und damit noch ein wenig zu verstärken und auszukosten. 🙂

In meinem Alltag in dem es keine Berufstätigkeit gibt, taucht in mir immer wieder die Frage nach Sinn auf. Wie kann ich diesen Tag sinnvoll gestalten? Wie kann ich Tag für Tag für mich Sinn finden? Was ist mir wichtig und was ist mir etwas wert? Für was kann und möchte ich meine Zeit schenken?

Lange waren es nur Ideen. Meine Interessen. Keine Kraft und zu wenig Selbstwert um sie umzusetzen.

Nachbarschaftsvernetzung/ -arbeit stand mit auf dem Zettel. Etwas fürs Gemeinwesen und Zusammenleben tun.

Als ich mir das wünschte, tauchte dann irgendwann eine Nachbarschafts-App auf, in der sich Nachbarn online vernetzen konnten. Ich war total begeistert!

Ich dachte daran Nachbarschaftsflohmärkte zu organisieren, merkte aber schnell, dass ich dafür nicht genügend Kapazitäten und Verbindlichkeit mitbrachte und auch das in der Öffentlichkeit sichtbar werden nicht aushielt.

Aber in diesem Jahr sind mir schon zwei Aktionen über dieses Netzwerk über den Weg gelaufen, wo ich doch etwas mehr Verantwortung übernahm. Und DAS ist ein megaaa Fortschritt!!!

Und es war beides mal seeehr herausfordernd, weil immer wieder abwertende Gedanken meine Vorhaben kreuzten und die online-Interaktion mit Anderen meine Grenzen verschwimmen ließen, was ich leisten kann und was nicht.

Aber ich habe dadurch auch gelernt! Ich weiß nun, in welchem Rahmen ich etwas geben kann. Das ich lokal, also sehr wohnortnah aktiv sein kann, alleine für mich gut meine Ressourcen und Grenzen wahren kann und super von zu Hause aus planen kann.

Andersherum vermeide ich große Aktionen, Öffentlichkeitssichtbarkeit und Gruppenaktionen, sowie Terminvorgaben. Diese Dinge machen mir zu viel Stress, lösen zu viel Angst aus und ich springe ab.

Die erste Aktion die ich angeregt habe, ist, die Kleingartenanlagen mit ihren Überschüssen und die umliegende Nachbarschaft zu vernetzen, um Lebensmittel zu retten. Dafür habe erst das Interesse der Nachbarn online erfragt und dann drei Kleingartenanlagen angeschrieben. Mit einer Anlage bin ich im Kontakt, warte auf deren Stand der Dinge. Mehr ist da gerade nicht zu tun.

Die andere Aktion ist ein Online-Aufruf, dass jeder Nachbar eines Hauses vor seiner Tür die Natur gießt (die Trockenheit ist extrem hoch hier), damit Büsche und Bäume grün bleiben und nicht sterben. Dafür habe ich auch einen Aushang gefertigt. Auf Nachfrage wurde er mir zusätzlich in Türkisch und Arabisch übersetzt, damit mehr Nachbarn es lesen können.

Dann habe ich mich getraut diese Zettel gestern mitten am helllichten Tage!!! (siehe Öffentlichkeitsangst) an 11 Haustüren zu kleben und mich darin mit Vornamen zu outen, plus Hinweis, dass ich nun auch jeden Tag gieße (oooohhhh Verbindlichkeit – *grusel*).

Ständig die Stimme im Kopf, die mir sagt, ‚du bist doch bescheuert, das bringt doch gar nichts, die Leute werden dich auslachen, mach dich nicht zum Horst, ist doch albern diese Gießerei‘.

Geschickter weise habe ich dieser Stimme schon im Aushang selbst die Luft aus den Segeln genommen, indem ich sie dort aufgegriffen habe –

„Falls Ihr glaubt, das bringt doch gar nichts, nicht so schlimm, weil schaden tut es auf keinen Fall. Versprochen. :D“

Bin ich schlau. *stolz auf die Schulter klopf* 😀

Das sage ich mir jetzt selbst immer, wenn ich jeden Tag die Büsche hinterm Haus gieße (da sieht man mich am wenigsten 😉 ). Es schadet ja nicht.

Und ich erinnere mich an mein eigenes Gefühl der Verbundenheit mit der Natur und wie gerne ich ihr helfe. Diese Freude am Tun bleibt, egal was jemand anderes darüber denkt!

Merkt ihr was? Ich kann ein eigenes gutes Gefühl halten, obwohl andere es vielleicht doof finden und ich sogar selbst doofe Gedanken dazu habe! WOW!!! Das ist Megaentwicklung!

Und das superschöne ist auch noch, dass zwar 4 Zettel heute schon wieder abgenommen sind (Futter für negative Gedanken – siehst du… blabla), aber dafür 7 noch hängen und ich von demjenigen, der mir den Text ins Arabische übersetzt hat, eine super Bestärkung erhalten habe. Er sei stolz auf mich und bedanke sich, dass ich mich um die Natur kümmere und bitte weiter machen soll (Futter für positive Gedanken – jubel, freu, freu).

Als mich meine abwertenden Gedanken noch von jeder öffentlichen Tat abgehalten haben, gab es in meiner Vorstellung nur negative Szenarien. Mir kam nie der Gedanke, dass es andere Menschen auch gut finden könnten. (Deshalb habe ich z.B. auch 4 Jahre lang nicht meine Barfußschuhe tragen können – dieses Jahr konnte ich und habe echt viel Zuspruch erhalten – natürlich neben den kritischen Blicken)

Und nun erlebe ich wahrscheinlich etwas ganz natürliches im Tun. Es gibt immer Leute die finden scheiße was ich tu und Leute die finden das toll und bestimmt ganz viele dazwischen. Wesentlich ist meine eigene Haltung. Und wenn ich Dinge tue, die mit meinen Werten zusammenhängen, die mir also aus sich heraus schon ganz viel geben, dann ziehe ich daraus meine Motivation, meine guten Gefühle, meinen Mut es zu tun und erlebe dann eben auch Sinn.

Und sei es in diesen ganz kleinen Dingen vor meiner Haustür!

Ich habe jetzt keinen Krieg verhindert und wahrscheinlich machen auch zu wenig Nachbarn mit bei der Wasseraktion, so dass sie nachhaltig wirkt, aber das ist bedeutungslos, weil ich etwas getan habe, was mir wichtig war und dieses Gefühl bleibt und wirkt in mir, wenn ich es erlauben kann.

Nachtrag:

Und die Jubelgefühle gehen gerade weiter, weil es mir gelungen ist, diese Erfahrungen festzuhalten und mit der Welt zu teilen. Wieder etwas was sich für mich sinnvoll anfühlt. 🙂