Ganz sein

Angst haben vor der Verantwortung für mich selbst UND es mir zutrauen.

Vor noch nicht all zu langer Zeit, dachte ich, da gibt es nur ein entweder/oder. Ich habe entweder Angst und bleibe stecken oder ich traue es mir zu und gehe vorwärts. Angst ist also schlecht, muss überwunden werden. Jetzt spüre ich, dass ich nur in der Vereinigung GANZ bin. Angst ist da. Ja. Ich bin Angst. Sie ist ein Teil von mir. Und ebenso ist da Vertrauen. Ich bin Vertrauen. Angst braucht Vertrauen. Gemeinsam können sie laufen lernen.

Ich bin dabei die Hand im Außen langsam loszulassen und vorsichtig wackelige Schritte zu laufen. Angst und Vertrauen. (Thera im Urlaub, Ärztin im Urlaub, Freundin auf Reha, Ergo im Urlaub)

Es muss sehr viel Angst sein, da ich fleißig Symptome von Dissoziation und Depression produziere. Selbstannahme und Selbstablehnung. Auch diese beiden Pole finden in mir zusammen. Mich geistig in den Arm nehmen, für alles was ich durchlebe UND auch mal diese Ungerechtigkeit des Lebens beklagen.

Es läuft also ganz gut! 🙂

5 Kommentare zu “Ganz sein

  1. Keita sagt:

    Bin in der letzten Zeit über den Begriff „Hochsensibiltät“ gestolpert. Sagt dir das was?

    • sophie0816 sagt:

      oh jaaa! das sagt mir sehr wohl etwas. ich vermute, dass ich auf jedenfall hochsensitiv bin. ob auch hochsensibel, weiß ich noch nicht so genau. mir ist noch kein fachmann/frau dazu über den weg gelaufen, der mir das sagen könnte.
      wie kommst du darauf?

  2. Kathrin sagt:

    Dualität! Und manchmal ist Angst ein wunderbarer Weckruf: damit wir aufpassen und achtsam sind, während wir mutig voranschreiten 🙂

  3. Chaosteam sagt:

    Ja, es geht auch beides zusammen. Auch das Gestern und das Heute. Angst ist immer ein guter Wegweiser, um zu wissen, dass man sich einem Thema mit der nötigen Vorsicht zuwenden sollte. Nicht zu schnell und nicht zuviel auf einmal.

    Könntest du dir vorstellen, dass dissoziieren dir hilft diese Zeit besser zu überstehen? Könntest du glauben, dass es etwas Gutes, etwas Helfendes ist?

    • sophie0816 sagt:

      hmmm… deine fragen haben mich ein weilchen nachdenken lassen.
      damit ich das glauben kann, müsste ich eine annahme herstellen, das es gerade ohne dissoziieren nicht hilfreich wäre. in meiner erfahrung fand ich es bis jetzt immer hilfreicher zu fühlen, weil ich erst so dann meistens wusste worum es geht und wie mir zu helfen ist und ob ich mich anders verhalten soll, weil etwas zu viel oder so. wenn ich nichts fühle oder nur wenig und total neben mir stehe, kann ich erstens nur ahnungslos in der materie herumstochern, ohne entlastung zu finden und zweitens leidet auch meine sonstige lebensqualität darunter, weil viel mehr alltagsdinge nicht mehr gehen. mir ist trotzdem durchaus klar, dass dieser mechanismus einen sinn hat. sonst wäre er nicht da. und genau so versuche ich es derzeit zu betrachten – als einen neutralen mechanismus, der so ist wie er ist und es sich angenehmer damit lebt, wenn ich das ganze überhaupt nicht bewerte.

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